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„Die US-Fed wird den Rhythmus vorgeben“

| Quelle: ETH

Die Kapitalmärkte wurden in 2016 maßgeblich durch politische Events und die Geldpolitik der Zentralbanken bestimmt. 2017 dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach demselben Trend folgen. Was die Märkte dieses Jahr beschäftigen wird, erläutert Yves Longchamp, Head of Research bei ETHENEA Independent Investors (Schweiz) AG.

Das Thema Inflation gehört seit einiger Zeit wieder fest zum Wortschatz der Zentralbanken. Aktuell tendiert sie nach oben und könnte sich weiter beschleunigen. Wird sich dies auf die Geldpolitik der Zentralbanken auswirken?

Yves Longchamp: Die Inflation steigt derzeit vor allem wegen der bereits im vergangenen Jahr zu beobachteten fortlaufenden Erholung des Ölpreises. Gemäß der Kerninflation, die die volatilen Rohöl- und Lebens­mittelpreise herausrechnet, ist das Risiko, wonach die Inflation ihren Zielwert von 2 % überschießen könnte, allerdings begrenzt. Die jüngsten Inflationsprognosen der EZB und der Fed gehen von einer Teuerungsrate von 1,7 % bis 2 % im Jahr 2019 aus. Daher besteht für sie keine Eile, um sich überstürzt von der extrem lockeren Geldpolitik zu verabschieden. Mario Draghi kündigte auf der Januar-Sitzung erst an, den eingeschlagenen Kurs der EZB beizubehalten. Im Dezember hatte die Europäische Zentralbank ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen bis Ende 2017 verlängert. In den USA hingegen hält allmählich eine Normalisierung der Geldpolitik Einzug, deren Tempo einerseits von der Wachstums­verlangsamung und andererseits von der Inflationsbeschleu­nigung abhängen wird.

Richten wir unseren Blick nun auf das Thema Zinsen. Welche Schritte können wir dieses Jahr von den Zentralbanken erwarten?

Y.L.: Die Fed ist die einzige Zentralbank, die die Zinsen dieses Jahr erhöhen kann. Da die US-Wirtschaft in diesem Konjunkturzyklus am weitesten fortgeschritten ist und die US-Fed als einzige schon die Zinsen erhöht hat, wird sie auch den Rhythmus vorgeben. Die Bank of Japan hingegen verfolgt weiterhin uneingeschränkt ihr QE-Programm, die EZB wird, wie bereits erwähnt, ihre Bilanz bis mindestens Dezember 2017 ausweiten, die Schweizerische Nationalbank ist gezwungen, an den Negativzinsen festzuhalten, um eine Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern, und zu guter Letzt werden die Maßnahmen der Bank of England davon abhängen, wie sich die Brexit-Verhandlungen auswirken werden.

In den letzten Monaten haben Sie den starken US-Dollar oft in Ihren Marktkommentaren thematisiert. Welche Risiken birgt die Stärke der Währung?

Y.L.: In der Tat ist der US-Dollar stark und im Zuge der letzten Fed-Sitzung sogar noch weiter gestiegen. Dies bestätigt unsere These, dass er zwar nicht zu stark für die US-Wirtschaft selbst ist, wohl aber für den Rest der Welt, insbesondere für die Volkswirtschaften, die ihre Währungen an den US-Dollar gekoppelt haben. Ein starker US-Dollar setzt nämlich deren Kapitalbilanz – sprich den Teil der Zahlungsbilanz, der die grenzüberschreitenden Kapitalbewegungen erfasst – unter Druck. Chinas Zahlungsbilanz liefert hier ein perfektes Beispiel. Chinas Leistungsbilanz ist seit Jahren positiv und stabil, d. h. das Land exportiert trotz des schwierigen makroökonomischen Umfelds mehr als es importiert. Die Kapitalbilanz hingegen war in den letzten Jahren negativ. Dies deutet auf beträchtliche Kapitalabflüsse hin, die zu einem Rückgang der Devisenreserven führen, was mit einem stärkeren US-Dollar und/oder einem schwächeren chinesischen Yuan im Zusammenhang steht. Eine Aufwertung des US-Dollar ermutigt Chinas Bürger, ihre Ersparnisse in US-Dollar, eine harte und als sicher geltende Währung, umzutauschen. Sofern die Kapitalabflüsse nicht eingedämmt werden können, wird das Dahinschmelzen der Devisenreserven letztlich zu einer deutlichen Währungskorrektur führen. Dieses Risiko, sollte es denn eintreten, könnte dramatische Konsequenzen für das globale Währungssystem haben.

Mehr Informationen zu ETHENEA: ethenea.com

Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Die Wesentlichen Anlegerinformationen, den Verkaufsprospekt sowie die Berichte in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der Verwaltungsgesellschaft ETHENEA Independent Investors S.A., 16, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach oder bei der DZ BANK AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Platz der Republik, D-60265 Frankfurt am Main.

 

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