DAX ®9.632,52-3,68%TecDAX ®2.506,46-3,31%S&P FUTURE2.524,10-3,35%Nasdaq 100 Future7.568,50-3,61%
finanztreff.de

Diese 6 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Aktienmarkt dürfte nach einer zweitägigen Erholung heute schwächer in den Handel starten. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX mit 9.584 Punkten und damit fast drei Prozent unter dem Schlussstand vom Vortag. Am Dienstag war der Leitindex prozentual zweistellig nach oben geschossen und ließ dem am Mittwoch ein 1,8-prozentiges Plus folgen.

In der Spitze hatte sich der DAX -3,68% um fast 23 Prozent von seinem Vorwochentief erholt - mit einer zeitweisen Rückkehr über die Marke von 10.000 Punkten. Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners ist in diesen Sphären "die Luft erst einmal raus" angesichts weiter hoch bleibender Nervosität. "Notenbanken und Politik haben geliefert. Jetzt müssen die Börsen zeigen, dass sie auch ohne neue Hilfspakete stabil bleiben können", so der Experte. -

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse haben.

Mehrere Corona-Krisen-Gipfel

Das Europaparlament befasst sich in einer außerordentlichen Sitzung heute ab 10 Uhr mit Maßnahmen gegen die Folgen der Pandemie. Die Abgeordneten stimmen über mehrere Vorschläge der EU-Kommission ab, darunter die Nutzung von Milliarden aus dem EU-Haushalt und eine Neuregelung von Landeslots als Maßnahme zugunsten der Luftfahrtbranche. Zur Plenartagung in Brüssel werden nur wenige der 705 Abgeordneten erwartet. Wegen der Pandemie wird erstmals auch die Teilnahme an Abstimmungen aus der Ferne erlaubt.

Bei einem Videogipfel wollen dann ab 16 Uhr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs erneut ihre Maßnahmen gegen die Corona-Krise abstimmen. Thema sind die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Virus, die Lastwagenstaus an den innereuropäischen Grenzen und der gemeinsame Kampf gegen die Wirtschaftskrise infolge der Pandemie. Die Videoschalte ersetzt den regulären EU-Gipfel, der eigentlich für Donnerstag und Freitag in Brüssel geplant war.

Auch die G20 kommen zu einem Video-Sondergipfel zur zur Corona-Krise zusammen. Die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte wollen unter Leitung des saudischen Königs Salman über gemeinsame Schritte zur Eindämmung der Pandemie und zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen beraten.

Anleihen-Kaufprogramm der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Kreisen zufolge im Kampf gegen die Corona-Krise zum Einsatz ihres Anleihekaufprogramm OMT bereit. Man könne das Instrument falls nötig nutzen, um Volkswirtschaften der Eurozone in der Krise zu helfen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraue Personen. Man erwarte nicht, dass sich die Deutsche Bundesbank dagegen ausspreche.

Vorgaben aus den USA

Die US-Börsen haben am Mittwoch an ihre beispiellose Rally vom Vortag angeknüpft. Die erwartete politische Einigung auf ein gigantisches Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise stützte die Optimisten unter den Anlegern über weite Strecken. Allerdings bröckelten die kräftigen Tagesgewinne vor Handelsschluss ab, nachdem US-Senator Bernie Sanders über den Kurznachrichtendienst Twitter drohte, das Hilfspaket zu stoppen, falls nicht weitere Regelungen - etwa zugunsten von Arbeitern - mit aufgenommen würden.

Der Dow Jones Industrial -4,06%, der zuvor noch um bis zu sechs Prozent auf über 22.000 Punkte gestiegen war, ging daraufhin mit einem deutlich geringeren Plus von 2,4 Prozent auf 21.200 Punkte aus dem Tag.

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie derweil ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag ohne Gegenstimme angenommen.

Handel in Fernost

Die Börsen Chinas und Japans haben am Donnerstag nachgegeben. Allerdings hatten sie sich zuletzt ein Stück weit vom Coronavirus-Crash erholt. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen fiel zuletzt um rund ein halbes Prozent und in Hong Kong sank der Hang Seng um etwa 0,7 Prozent. In Japan knickte der Leitindex Nikkei-225 +3,88% um viereinhalb Prozent auf 18.664 Punkte ein.

Konjunkturdaten

Die aktuelle Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung in Deutschland auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für April einen Rückgang um 5,6 Punkte auf 2,7 Zähler.

Nur im Mai 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Index mit 2,6 Punkten niedriger. "Ein so starker Rückgang ist seit Beginn der Erstellung des Konsumbarometers 1994 beispiellos", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Die Verbraucher sehen auf Deutschland wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten zukommen, so die GfK. Gefragt nach ihrer Konjunktureinschätzung äußerten sie sich so negativ wie zuletzt im August 2012.

Auch die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich durch die Corona-Krise laut einer Umfrage des Ifo-Instituts im März rapide verschlechtert. Der Index für die Exporterwartungen sei um 18,7 Punkte auf minus 19,8 Punkte gefallen, teilte das Forschungsinstitut mit. Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest ist dies der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009.

Um 10 Uhr steht der EZB-Wirtschaftsbericht auf der Agenda. Spannend wird es dann wieder um 13.30 Uhr, wenn in den USA die BIP-Daten für das vierte Quartal und die Lagerbestände bekanntgegeben werden. Gleichzeitig gibt es eine erste Antwort, wie gravierend die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf den US-Arbeitsmarkt sind. Das Arbeitsministerium gibt die jüngsten wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe bekannt. Analysten erwarten dabei infolge der jüngsten Zuspitzung der Coronavirus-Krise in den USA einer dramatische Zunahme.

Unternehmens-News

Hierzulande verarbeiten Marktteilnehmer abermals Jahreszahlen und Ausblicke von Unternehmen aus den Reihen hinter dem DAX. Darunter befinden sich der Immobilienkonzern Aroundtown -4,84%, der Biotech-Konzern Evotec -4,85%, SMA Solar -7,52% oder United Internet -4,36%.

Der Wirkstoffforscher Evotec übertraf 2019 die eigenen Ziele, aber 2020 sei noch schwer vorherzusagen, wie es hieß. Vorbörslich auf Tradegate gewannen die Papiere zum Xetra-Schluss dazu.

Der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 -7,26% will seine Aktionäre mit massiven Aktienrückkäufen bei der Stange halten. Die Dividende für 2019 fällt zudem höher aus als erwartet. Der Aktienkurs von Scout24 legte auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich um sechs Prozent zum Xetra-Schluss zu.

Der Solarkonzern SMA Solar -7,52% hält trotz der Coronavirus-Pandemie an seinen Zielen für 2020 fest. "Das Coronavirus hat bisher nur geringe negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf", sagte Vorstandssprecher Jürgen Reinert bei der Vorstellung des Geschäftsberichts. So soll der Umsatz im laufenden Jahr weiterhin auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro klettern. Für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat er eine Steigerung auf 50 bis 80 Millionen Euro im Auge. Die SMA-Aktie legte vorbörslich etwa sieben Prozent zu. (mmr mit Material von dpa-AFX)

Schlagworte:
, , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 14 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen