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Diese 6 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dem deutschen Aktienmarkt scheint am Freitag nach seiner jüngsten Erholung vom Corona-Crash zunächst die Kraft zu fehlen. Die 10.000-Punkte-Marke bleibt für den DAX dabei eine Hürde. Die Indikationen schwankten am Morgen unter der runden Marke. Kurz vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX bei 9.820 Punkten taxiert. Dies ist gegenüber dem Xetra-Schluss von gestern ein Minus von gut zwei Prozent.

Der DAX steuert derzeit auf ein Wochen-Plus von über zehn Prozent oder fast 1.000 Punkte zu. Seit dem Krisentief aus der Vorwoche beläuft sich die Erholung sogar auf mehr als 20 Prozent. Wegen der ungebrochenen Infektionswelle bleibt die Unsicherheit jedoch hoch. Eine Hängepartie ist derweil die Verabschiedung des gigantischen US-Konjunkturpakets, das am Freitag noch vom Repräsentantenhaus beschlossen werden muss.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse haben:

Corona-Krise

Wegen der ungebrochenen Infektionswelle, die nun mit 86.000 Infizierten immer stärker auch die USA erfasst, bleibt die Unsicherheit hoch. Die Vereinigten Staaten sind mittlerweile das Land mit den meisten bestätigten Coronavirus-Fällen weltweit. Wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten hatten am Vortag gezeigt, dass die Pandemie bereits mit voller Wucht auf die Wirtschaft durchschlägt.

"Jetzt wird es spannend zu sehen, wie die Börsianer darauf reagieren", sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Neue Nachrichten zu Hilfspaketen der Regierungen und Notenbanken werde es erst einmal nicht geben und diese Gemengelage könnte dem einen oder anderen Börsianer doch aufs Gemüt schlagen, führte er aus.

Derweil ist die Zahl der Infizierten in Deutschland laut Angaben der Johns Hopkins Universität mittlerweile auf knapp 44.000 geklettert. 267 Menschen sind an der Krankheit gestorben. Vor dem Hintergrund einer möglichen Knappheit an Intensivbehandlungsplätzen hat der Deutsche Ethik-Rat Empfehlungen für den Umgang mit Notsituationen gegeben. "Wenn zu wenig Beatmungsplätze da sind, dürfen nur medizinische Kriterien zählen", sagte der Vorsitzende Peter Dabrock. "Niemand darf vom Staat eine Norm oder Billigung erwarten, dass Patienten mit ungünstiger Prognose von der Beatmung genommen werden."

Maßnahmen von EU und G20

Die Europäische Union und die G20 der führenden Wirtschaftsmächte bereiten umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen vor. Die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen bei einem Videogipfel nach hartem Ringen, binnen zwei Wochen ein neues Modell für einen Rettungsschirm mit Finanzhilfen für verschuldete Staaten auszuarbeiten.

"Diese Vorschläge sollten dem beispiellosen Charakter des Covid-19-Schocks Rechnung tragen, der alle unsere Länder trifft", hieß es in der Gipfelerklärung. Dass beim EU-Gipfel eine Einigung vertagt wurde, stieß im Europaparlament auf Kritik.

Zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs der G20 ein gemeinsames Vorgehen in der Krise beschlossen. "Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten", hieß es in ihrer Erklärung nach einem Videogipfel. Man werde mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen internationalen Organisationen "alle erforderlichen Schritte unternehmen, um diese Pandemie zu überwinden".

Vorgaben aus den USA

Die Erholung am US-Aktienmarkt hat sich am Donnerstag den dritten Tag in Folge mit Schwung fortgesetzt. Weiter Auftrieb gaben ein inzwischen verabschiedetes billionenschweres Konjunkturpaket sowie Aussagen der US-Währungshüter. Die Bereitschaft, die Wirtschaft angesichts der Coronavirus-Krise mit allen Mitteln zu stützen, sei enorm. Das ließ die Anleger wieder zunehmend zuversichtlicher werden. Der Dow Jones Industrial -1,84% schloss mit einem Aufschlag von 6,4 Prozent auf 22.552 Punkte leicht unter seinem kurz zuvor erreichten Tageshoch.

Handel in Fernost

Die Börsen Chinas und Japans haben am Freitag im sog positiver Vorgaben von der Wall Street zugelegt. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen und der Hang Seng in Hong Kong stiegen zuletzt jeweils um rund ein Prozent. In Japan legte der Leitindex Nikkei-225 -0,88% um knapp vier Prozent auf 19.389 Punkte zu.

Konjunkturdaten

Zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA stehen heute im Terminplan. Um 13.30 Uhr wird der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, der Personal Consumption Expenditures Preisindex (PCE), bekanntgegeben. Zeitgleich erscheinen die Zahlen zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben. Der Stimmungsindikator der Universität Michigan für März beendet um 15 Uhr die Woche.

Unternehmens-News

Die US-amerikanische Ratingagentur S&P hat wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise den Daumen für die deutschen Autobauern gesenkt.  Dabei hat S&P bei BMW +1,15% und Daimler -0,49% das Rating herabgestuft und bei Volkswagen -0,98% den Ausblick. Die Virus-Krise habe einen sehr schnellen Rückgang der globalen Autonachfrage ausgelöst, was die Autobauer stark unter Druck setze, teilte S&P mit.

Nach einer Reihe von Jahresbilanzen in den vergangenen Tagen ist am Freitag diesbezüglich kaum etwas zu erwarten. Allerdings nehmen immer mehr Konzerne ihre Ausblicke zurück und äußern sich zur Dividende. So will der Gabelstaplerhersteller Kion -0,99% seinen Aktionären für 2019 so gut wie nichts ausschütten. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten die Titel vorbörslich um fast 3 Prozent zum Xetra-Schlusskurs ab.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 +3,95% ändert Strategie und Unternehmensführung. Man werde das operative Geschäft wieder stärker auf den Unterhaltungssektor in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausrichten, teilte der Konzern mit. Im Zuge dessen scheidet der bisherige Vorstandschef Max Conze aus dem Unternehmen aus. Finanzvorstand Rainer Beaujean übernimmt zusätzlich das Amt des Vorstandssprechers. Anleger reagierten erfreut; vorbörslich auf Tradegate ging es um mehr als sechs Prozent hoch zum Xetra-Schluss. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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