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Dinosaurier

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Jede Eigenart blüht und stirbt anschließend, in der Natur wie in der Wirtschaft. In diesen Wochen erleben wir eine weitere Besonderheit dieser Art.

Bayer und BASF legen demnächst ihre Ergebnisse offen und gleichzeitig die Nebenaspekte, die dazu geführt haben. Im Falle Bayer der bekannte Monsanto-Komplex und BASF muss mit Wertberichtigungen die Bilanz bereinigen. Darin stecken vor allem Goodwill-Ansätze, die sich als Luft erweisen.

Große Konzerne funktionieren offensichtlich nicht mehr. Der Anteil der Verwaltungskosten ist zu hoch und die effiziente Führung solcher Konzerne lässt sich offensichtlich nicht mehr erfolgreich gestalten. Es lohnt nicht, auf Einzelheiten einzugehen.

Die Amerikaner haben es schon vorgemacht. General Electric war einst das erfolgreichste Konglomerat mit über 600 Mrd. Dollar Marktwert, wovon bis jetzt so um 60 Mrd. Dollar übriggeblieben sind, also 10 %. Das Vorbild für sie waren einst ITT, die längst verschwunden sind. Die Chemie von Dupont and Dow Chemical musste ebenfalls komplett umgebaut werden. Warum? Größer werden, indem man permanent andere Unternehmen aufkauft, war in den vergangenen 50 Jahren ein durchaus richtiger und sehr erfolgreicher Weg. Damit ist es vorbei. In der modernen Welt mit der hinreichenden Steuerung durch elektronische Medien aller Art sind höchste Effizienz und größte Beweglichkeit erforderlich. Das bedeutet: Alle großen Dinosaurier werden entweder sterben, wenn sie nicht frühzeitig umschalten, oder müssen ebenso frühzeitig in mehrere Teile auseinandergenommen werden. Das wird spannend, denn: In jedem einigermaßen funktionierenden Unternehmen mit hinreichender Qualität der Produkte steckt eine solche Chance.

Ob die Skelettierung von Siemens die letzte Lösung war, mag offen sei. Zwei oder drei Jahre früher wäre es wohl erfolgreicher möglich gewesen, die Energie zu verkaufen statt zu verschenken. Auf das Timing kommt es mithin an. Die rechnerischen Werte lassen sich relativ gut erkennen, wenn man aus einem großen Konzern zwei, drei oder gar vier Unternehmen macht, die anschließend in Eigenverantwortung wesentlich besser zu wirtschaften in der Lage sind. Vor allem werden sie am Markt anders zur Kenntnis genommen.

Der DAX ist ein Oldie-Index, wie jeder weiß. Fast jedes zweite Unternehmen lässt sich auf diese Weise dadurch dynamisieren, mithin im Wert deutlich erhöhen, wenn man dieser Zerlegungspraxis folgt.

Auch das Gegenteil ist sinnvoll: Mittlere Unternehmen sind gezwungen, forciert andere zu übernehmen, wenn sie nicht selbst gefressen werden wollen. In allen Fällen geht es jedenfalls um die Verbesserung der Effizienz.

Die Digitalisierung liefert dafür für alle die besten Voraussetzungen, neue Strukturen zu bilden, um entweder aus Eigendynamik die Zukunft zu gestalten oder infolge einer neuen Unternehmensordnung im Marktgeschehen weiterzukommen.

Die Konsequenz: Jedes Unternehmen ist künftig daran zu beurteilen, wie es diese Herausforderungen in jedem einzelnen Fall für jede Branche unterschiedlich zügig umzusetzen fähig ist. Dazu gehört: Jeder 5. oder gar 4. Manager muss seinen Arbeitsplatz räumen. Entweder aus Altersgründen oder aber, weil er in den vergangenen 10 Jahren nicht die Qualifikation erreicht hat, die jetzt nötig ist.

Wo und wie zu investieren ist, ändert sich gleichfalls. Die Actien-Börse hat damit bereits erkennbar begonnen. Wer wagt es, Bayer oder BASF im obigen Zusammenhang quasi an die Wand zu stellen? Der Henkel-Chef reagierte auf die Kritik in der Actien-Börse schon sehr schnell, einmal per Interview und zum anderen mit einem leicht erhöhten Investitionsvolumen. Also: Die Anstöße sind entscheidend, wofür wir uns als Börsenbriefe eindeutig stark machen.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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