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Dividenden-Scoring: Die Outperformance wurde weiter ausgebaut

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Eine attraktive Gewinnausschüttung von Seiten der Unternehmensführung gilt unter Marktteilnehmern als relativ guter Schutz vor deutlich sinkenden Aktienkursen. Hintergrund dieser Annahme ist, dass Anleger bei den entsprechenden Aktien ab einem gewissen Niveau aufgrund der zu erzielenden Dividendenrendite einfach zugreifen „müssen“ und das Rückschlagrisiko damit mehr oder weniger begrenzt ist. In der Praxis bewahrheitet sich das allerdings nicht immer. Als gutes Gegenbeispiel dienen vor allem die Deutsche Telekom oder auch die Versorger E.On und RWE, deren Aktienkurse trotz überdurchschnittlich hoher Ausschüttungen in den vergangenen Jahren zeitweise massiv an Wert verloren haben. Eine vermeintlich attraktive Dividendenrendite alleine scheint also noch lange kein geeignetes Sicherheitsnetz für Investoren darzustellen.

Die Strategen der LBBW gehen in ihrem Dividenden-Scoring-Modell deshalb einige Schritte weiter in die Tiefe der Analyse. Die jeden Monat neu erstellten Ranglisten für alle Aktien aus Dax, Mdax und Euro Stoxx 50 basieren auf insgesamt zehn verschiedenen Kriterien. Neben der erwarteten und den historischen Dividendenzahlungen wird zum Beispiel analysiert, ob die Ausschüttungen zuletzt gesenkt oder angehoben wurden und wie stark die Gewinne der Unternehmen schwanken. Zudem fließen Kriterien wie eine gute Bonität, eine hohe Ertragskraft und ein solides Wachstum der Unternehmen in die Wertung ein. Durch diese qualitativen und quantitativen Bewertungsfaktoren soll die Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen sichergestellt werden. Das führt in der Summe dazu, dass etwa die Aktien von ProSiebenSat.1 und RWE trotz der aktuell mit Abstand höchsten Dividendenrenditen (6,9 bzw. 8,5 Prozent) im Dax lediglich auf den Rängen neun und zwölf geführt werden.

Auf den Spitzenplätzen liegen mit Daimler, Münchener Rück und BMW bereits den dritten Monat in Folge dieselben Titel. Da sich im Mdax (RTL Group vor Aareal Bank und Deutsche Euroshop) und im Euro Stoxx 50 (Total vor Unibail-Rodamco und Axa – die Dax-Titel sind zur Vermeidung von Dopplungen hier ausgeklammert) ganz vorne ebenfalls nicht Entscheidendes verändert hat, kommt es bei unserem hier bei Finanztreff.de vor gut vier Monaten eröffneten virtuellen „Dividenden-Scoring“-Portfolio auch diesmal zu keinen Umschichtungen.

Das auf Basis des LBBW-Modells zusammengestellte Musterdepot hat auf Monatssicht rund 5 Prozent an Wert eingebüßt und liegt damit seit dem Start im Oktober nun mit knapp einem Prozent im Minus. Besonders hart getroffen hat es in den vergangenen Wochen die Aktien von Total (-7 Prozent) und Unibail-Rodamco (-8 Prozent), während sich die Aareal Bank und RTL Group mit Abschlägen von jeweils rund 2,5 Prozent vergleichsweise gut schlagen konnten. Das gilt trotz der jüngsten Einbußen ganz eindeutig auch für das gesamte Musterdepot, das seine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt im Zuge des Ausverkaufs sogar weiter vergrößern konnte. Die passend zu unserer Depotzusammensetzung zu jeweils einem Drittel aus dem DAX (-5,5 Prozent seit unserem Start), dem MDAX (-2,6 Prozent) und dem Euro Stoxx 50 (-6,8 Prozent) bestehende Benchmark hat auf Monatssicht fast 7 Prozent verloren und liegt damit seit dem Start unseres Portfolios bereits mit 5 Prozent im Minus. Die Outperformance des Dividenden-Musterdepot beträgt damit aktuell 4 Prozent.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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