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Dividenden-Scoring: Relative Stärke und die Folgen der neuen Index-Ordnung

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dividendenstarken Aktien wird ja gerne eine gewisse Robustheit gegenüber Kurseinbrüchen am Gesamtmarkt nachgesagt. In der Theorie heißt es dann, das eine hohe Dividendenrendite gewissermaßen eine Airbag-Funktion übernimmt, weil Anleger aufgrund der bei fallenden Kursen ja noch attraktiver werdenden Ausschüttungen irgendwann nicht mehr verkaufen oder sogar zugreifen wollen. In der Praxis funktioniert das leider nicht immer, weil das Verhalten der Marktteilnehmer eben nicht nur von der Höhe der Dividende beeinflusst wird, sondern auch von anderen Faktoren. Trotzdem oder gerade deshalb ist unser Anspruch an das auf Basis des LBBW-Dividenden-Scoring-Modells zusammengestellte Musterdepot schon, dass sich hier eine klare relative Stärke zeigt. Zum einen haben wir hier insgesamt neun „Dividenden-Stars“ und damit eine gewisse Risikostreuung. Zum anderen fließen in das Ranking der LBBW neben der (geschätzten) Dividendenrendite für das laufende Geschäftsjahr auch Faktoren wie Erhöhungen und Senkungen der Dividende, die Dividendendeckung, das vergangene Gewinnwachstum sowie die Schwankungen der Unternehmensgewinne ein. Damit sollte das Depot qualitativ so hochwertig und solide aufgestellt sein, dass zumindest der totale Einbruch verhindert werden kann.

Und in den vergangenen Wochen war das tatsächlich auch der Fall. Zwar verlor das Portfolio unter dem Strich 3,7 Prozent an Wert. Die analog zu unserer Portfolio-Aufteilung zu jeweils einem Drittel aus dem Dax, dem MDax und dem Euro Stoxx 50 (Total Return-Variante) bestehende Benchmark ist in diesem Zeitraum aber deutlich stärker um 6,0 Prozent eingebrochen. Hier fiel vor allem der MDax (-9,5 Prozent) negativ auf. Eine noch bessere Depot-Performance wurde leider durch zwei negative Ausreißer verhindert. BMW (nach einer Gewinnwarnung) und Schaeffler stürzten jeweils um rund 10 Prozent ab. Richtig gut schlugen sich im Berichtszeitraum hingegen Axa (+1,8 Prozent), die Societe Generale (-0,7 Prozent), die ING Groep (-2,2 Prozent) und die Allianz (-2,2 Prozent) - alles Werte aus dem Finanzsektor also. In der „Gesamtwertung“ ist das Minus unseres Portfolios seit dem Start vor fast genau einem Jahr dennoch auf 8,2 Prozent angestiegen. Die Benchmark erlitt mit 9,3 Prozent noch etwas höhere Verluste.

Die gerade neu veröffentlichte Oktober-Rangliste der LBBW hat zur Folge, dass wir das Depot auf zwei Positionen verändern müssen. Während beim Euro Stoxx alles beim Alten bleibt, wird im Dax die Allianz von der Münchener Rück abgelöst und im MDax wird der im Vormonat vorgenommene Wechsel (Schaeffler für Aareal Bank) wieder rückgängig gemacht. Das hat vor allem damit zu tun, dass bei dem Autozulieferer der Wert für das „EPS-Wachstum“, also die Steigerungen beim Gewinn je Aktie, deutlich von 70 auf 32 Punkte gefallen ist, während die Aareal Bank hier klar (von 30 auf 58 Punkte) zulegen konnte. Hintergrund dieser Verschiebungen ist unter anderem die Neuordnung der Indizes durch die Deutsche Börse. Hinzu kommt, dass die LBBW speziell bei den MidCaps den Horizont für das EPS-Wachstum verkürzt hat, weil sehr viele im Index enthaltene Titel nicht mehr über die nötige Historie verfügen.

Die Umschichtungen werden wie gewohnt zu den heutigen Schlusskursen durchgeführt. Unser Portfolio besteht damit nun aus folgenden neun Werten: Axa, Societe Generale, ING Group (alle Euro Stoxx 50), BMW, Daimler, Münchener Rück (alle DAX), ProSieben, RTL Group, Aareal Bank (alle MDax).

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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