DAX ®13.323,69+0,90%TecDAX ®3.151,57+0,56%Dow Jones28.722,85+0,66%NASDAQ 1009.090,93+1,55%
finanztreff.de

DIW: Energieversorgung trotz Nord-Stream-2-Streit nicht in Gefahr

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
BERLIN (Dow Jones)Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die Energieversorgung in Deutschland durch ein mögliches Aus der Gas-Gipeline Nord Stream 2 nicht gefährdet. "Wir haben ausreichend fossiles Erdgas auf den internationalen Märkten zur Verfügung", sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem sei "es eher unwahrscheinlich, dass das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt komplett gestoppt werden wird".

Scharfe Kritik übte Kemfert an der Beteiligung Deutschlands an dem Projekt. "Die Pipeline Nord Stream 2 ist energiepolitisch unnötig, betriebswirtschaftlich unrentabel und widerspricht der Energiewende und den Klimazielen der Europäischen Union." Europa wolle stärker auf eine Diversifizierung der fossilen Erdgasbezüge setzen, so Kemfert. Somit mache es wenig Sinn, auf eine Pipeline zu setzen, die Deutschland 40 Jahre lang an einen Lieferanten binde. "Um die Klimaziele zu erreichen, werden wir in Zukunft weniger fossiles Erdgas benötigen, daher benötigen wir auch keine zusätzliche Pipeline." Deutschland wäre aus Sicht Kemferts gut beraten, sich mehr auf die Energiewende zu konzentrieren und damit immun zu machen gegen fossile Energiekriege jeglicher Art.

Die am Mittwoch im US-Repräsentantenhaus verabschiedeten Strafmaßnahmen richten sich gegen Firmen und Einzelpersonen, die an Nord Stream 2 beteiligt sind. Der US-Senat muss den Sanktionen noch zustimmen, die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump gilt als sicher. Er hat die Pipeline stets scharf kritisiert, weil sie die Abhängigkeit Europas von Russland erhöhe. Die möglichen Sanktionen zielen daher auch auf Russland. Das Nord-Stream-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5-Milliarden-Euro-Projekts aufbringt. Zu den deutschen Finanzbeteiligten gehören Uniper und Wintershall. Die Pipeline soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/jhe

END) Dow Jones Newswires

December 12, 2019 09:57 ET ( 14:57 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Der frühere Außenminister Sigmar Gabriel ist in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank berufen worden. Glauben Sie das das gut oder schlecht für Deutschlands größtes Geldhaus ist?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen