DAX ®12.237,36+0,08%TecDAX ®2.856,58+0,63%S&P FUTURE2.998,90+0,04%Nasdaq 100 Future7.952,50+0,24%
finanztreff.de

dpa-AFX: AIRSHOW/ROUNDUP: Boeing-Chef setzt bei Messe auf Demut statt auf Aufträge

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
PARIS (dpa-AFX) - Boeing-Chef Dennis Muilenburg übt sich nach
den tödlichen Abstürzen und dem weltweiten Flugverbot für den Mittelstreckenjet
737 Max in Demut. Bei der bevorstehenden weltgrößten Luftfahrtmesse in Le
Bourget bei Paris gehe es für sein Unternehmen diesmal nicht um Aufträge,
sondern um Sicherheit, Bescheidenheit und Lernen, sagte der Chef des weltgrößten
Flugzeugbauers am Sonntag vor Journalisten in Paris. Für die Verbesserung des
Flugzeugs, dessen Software vermutlich zu den Unglücken mit insgesamt 346 Toten
beigetragen hat, werde sich Boeing die notwendige Zeit nehmen.

Wegen des seit Mitte März geltenden Startverbots muss Boeing laut Muilenburg
mittlerweile zwischen 100 und 150 neu gebaute Flugzeuge des Typs rund um die
Werkshallen parken. Er rechnet aber nicht damit, dass Boeing die Produktion
irgendwann stoppen muss. "Wir denken nicht, dass die Abstellmöglichkeiten ein
Problem werden." So hat der Hersteller die Produktion der 737-Reihe um 10
Maschinen pro Monat gedrosselt. In den jetzt monatlich gebauten 42 Jets sei auch
die Vorgängerversion 737 enthalten, sagte Muilenburg. Diese ist von dem
Software-Problem und dem Flugverbot nicht betroffen.

Wann die Max-Jets wieder abheben können, wollte der Boeing-Chef nicht
prognostizieren. Der Zertifizierungsprozess komme zwar gut voran, doch die
Entscheidung liege bei den Behörden. "Wir halten es für sinnvoll, das Flugzeug
auf der ganzen Welt gleichzeitig wieder in die Luft zu bekommen", sagte
Muilenburg. Viele Airlines haben die Max-Maschinen vorausschauend bereits für
den Großteil des Sommers aus dem Flugplan genommen. Der Weltluftfahrtverband
IATA rechnet damit, dass das Startverbot nicht vor Anfang/Mitte August
aufgehoben wird.

Derzeit nehmen zahlreiche Aufsichten, darunter auch die EU-Luftfahrtbehörde
EASA, den Flieger und die geplanten Änderungen an Software und Sicherheitssystem
unter die Lupe. Bisher hatten sie sich größtenteils auf die Prüfungen durch die
US-Behörde FAA verlassen. Diese steht aber im Zusammenhang mit der Zulassung der
737 Max selbst in der Kritik.

Muilenburg sprach sich nun dagegen aus, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA mit
einer Freigabe vorprescht. Er zeigte sich allerdings überzeugt, dass Unglücke
wie bei Lion Air im Herbst und Ethiopian Airlines im März mit dem neuen Update
der Steuerungssoftware MCAS nicht mehr passieren könnten. Damals soll der
Bordcomputer die Nase des Fliegers nach unten gedrückt haben. Die Besatzung war
nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Künftig soll die Software bei einem möglicherweise drohenden Strömungsabriss
auf die Daten von zwei Sensoren statt nur von einem Sensor zugreifen. Inzwischen
hätten 90 Prozent der Fluggesellschaften, die die "Max" in der Flotte haben, den
Flugsimulator mit der aktualisierten Software genutzt, sagte Muilenburg.

Bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget, die an diesem Montag (17. Juni)
beginnt, erwartet der Manager zwar "ein paar Aufträge". Doch vor allem wollten
er und sein Management mit Kunden und Zulieferern in den Dialog treten, um
verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Auch die von Boeing ins Auge gefasste Entwicklung eines neuen mittelgroßen
Flugzeugs muss weiter warten. "Die Aufarbeitung der Max-Krise geht vor", sagte
Muilenburg. Er rechnet aber immer noch damit, dass das "New Midsize Aircraft"
(NMA) wie geplant im Jahr 2025 fertig sein kann. Eine Entscheidung über den Bau
werde aber wie zuletzt geplant in zwei Stufen fallen, voraussichtlich in diesem
und im nächsten Jahr. Der Flieger soll mit 220 bis 270 Sitzplätzen größer sein
als die 737 Max, aber kleiner als etwa der Langstreckenjet Boeing 787
"Dreamliner".

Rivale Airbus hat sich bereits mit einer Langstreckenversion
seines Mittelstreckenjets A321neo für das von Boeing anvisierte Marktsegment
gerüstet. Die A321LR (Long Range) ist bereits fertig und kann Entfernungen von
bis zu 4000 nautischen Meilen bewältigen. Airbus-Verkaufschef Christian Scherer
deutete am Freitag an, dass bald eine Super-Langstreckenversion des Jets folgen
soll. Damit könnte Airbus dem "NMA" von Boeing zeitlich zuvorkommen./stw/fba
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
Long  DC1G70 BOEING WaveUnlimited L 320.5281 (DBK) 7,322
Short  DC23V2 BOEING WaveUnlimited S 417.1623 (DBK) 7,080
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Ursula von der Leyen befürwortet eine Einführung einer Digitalsteuer für Internetriesen, wie bspw. Amazon und Google. Damit sollen die Konzerne gezwungen werden, auch in Europa Steuern zu zahlen. Finden Sie die Idee gut?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen