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dpa-AFX: Aktien Zürich Schluss: Zinshoffnungen bringen SMI erstmals über 10 000 Punkte

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag erneut von
Zinssenkungshoffnungen profitiert. Der Leitindex SMI schaffte
genau eine Stunde vor Handelsschluss erstmals den Sprung über die Marke von 10
000 Punkten, konnte das Niveau aber nicht ganz bis zum Ende verteidigen. So ging
das wichtigste Schweizer Börsenbarometer mit einem Plus von 1,39 Prozent bei
9988,55 Punkten aus dem Handel. Das neue Allzeithoch im SMI liegt nun bei 10
011,39 Punkten.

Dabei hatte der Handelstag noch mit roten Vorzeichen begonnen. Auslöser für
die Wende war eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi. Auf der Zentralbankkonferenz
im portugiesischen Sintra sagte der Chef-Währungshüter, falls sich die
wirtschaftlichen Perspektiven nicht besserten, sei ein zusätzlicher Stimulus
erforderlich. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar.

Mit Spannung warten die Marktteilnehmer nun darauf, ob auch die US-Notenbank
am Mittwochabend eine Lockerung signalisiert. Wegen der schwächeren
Weltkonjunktur und politischer Risiken wird an den Finanzmärkten auf mehrere
Zinssenkungen in diesem Jahr spekuliert. Am Donnerstag werden außerdem die Bank
von Japan und die Bank von England ihre Zinsentscheidungen veröffentlichen.

Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) ging 1,46 Prozent höher
bei 1524,96 Zählern aus dem Handel und der breite Swiss Performance Index (SPI)
gewann 1,31 Prozent auf 12 055,62 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien
schlossen alle im Plus.

Die stärksten Gewinne unter den Blue Chips verbuchten die Aktien des
Bauchemiekonzerns Sika, des Computerzubehör-Herstellers Logitech mit jeweils
+2,6 Prozent Kursplus. Anteile am Luxusgüterkonzern Richemont
verteuerten sich um 2,2 Prozent und Swatch rückten um zweieinhalb
Prozent vor - bei beiden sorgte eine positive Marktstudie für Rückenwind. Die
Beratungsfirma Bain rechnet im laufenden Jahr bei Luxusartikeln mit einem
Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent, vor allem getrieben durch die Nachfrage in
Asien und insbesondere in China.

Neben Sika konnten auch weitere Zykliker in einem starken Schlussspurt
deutlich zulegen. Darunter etwa LafargeHolcim , Lonza
, ABB (je +2,0 Prozent) sowie Adecco
(+1,9 Prozent). Diese Titel hatten vor allem im frühen Handel noch deutlich
geschwächelt.

Gefragt waren auch die Pharmakonzerne Novartis (+2,2 Prozent)
und Roche (+1,6 Prozent). Die Aktien des Lebensmittelkonzerns
Nestlé lagen mit einem Plus von 0,7 Prozent schon im hinteren Drittel der
SMI-Liste. Händler attestierten den defensiven Schweizer Titeln eine gewisse
Attraktivität als sicherer Hafen. Zudem habe die zum Wochenschluss bevorstehende
SMI-Revision mit der Deckelung der Gewichtung der drei Schwergewichte bei 18
Prozent bereits im Vorfeld einen gewissen Einfluss.

Die Werte der Versicherer Swiss Life (+0,6 Prozent), Swiss Re
(+0,7 Prozent) und Zurich (+0,8 Prozent) bewegten sich im unteren
Mittelfeld. Die Aussichten auf sinkende Zinsen sorgten hier eher für
Zurückhaltung. Klar fester schlossen demgegenüber bei den Bankentiteln die
Credit Suisse mit einem Plus von 2,1 Prozent. Da konnte UBS
(+1,3 Prozent) nicht ganz mithalten.

Neue Sorgen im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit hatten
zeitweise den Kurs des Halbleiterherstellers AMS deutlich
belastet. Zum Handelsschluss schafften es aber auch diese Titel mit 0,1 Prozent
noch knapp ins Plus. Hier bremsten negative Nachrichten aus der Branche: Der
deutsche Wafer-Produzent Siltronic hatte seine Prognose gesenkt.
Zu den schwächsten Werten im Index gehörten zudem die defensiven Swisscom-Titel
mit plus 0,4 Prozent./yr/rw/AWP/tav
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