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dpa-AFX: ROUNDUP 2: Siemens streicht 1400 Stellen - rund ein Drittel in Berlin

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Siemens will in seiner kriselnden
Energiesparte 2700 Arbeitsplätze streichen, davon 1400 in Deutschland. Die
Standorte Erlangen und Berlin seien am stärksten betroffen, teilte der Konzern
am Dienstag mit. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos
ab.

Mit 470 Stellen trifft rund ein Drittel des Abbaus in Deutschland den
Standort in Berlin, verlautete aus Konzernkreisen. Davon seien auch Stellen in
der Fertigung betroffen, insbesondere im Bereich Hochspannung, der zur
Energiesparte Gas und Power gehört. Diesen will der Konzern auslagern und an die
Börse bringen.

Überkapazitäten bei Gasturbinen und die Energiewende machen der Sparte seit
langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute
Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro.
Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt und die
Standorte neu aufgestellt.

Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und
Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das
laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse.
Konzernchef Joe Kaeser will die Sparte bis September 2020 an die Börse bringen.

Die IG Metall kritisierte: "Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in
einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts
zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend." Die Gewerkschaft werde mit den
Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten "Programme
zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels" keine Lippenbekenntnisse oder
halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei
der IG Metall.

Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten
und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. Siemens-Vorstandsmitglied
Lisa Davis sagte, die neue Struktur setze Synergien frei, und "die geplanten
Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen". Durch Synergien
und Kapazitätsanpassungen sollen 200 Millionen Euro eingespart werden, 100
Millionen Euro resultieren aus der neuen Aufstellung, 200 Millionen Euro aus
Einsparungen bei Supportfunktionen.

"Im Projektgeschäft sind Maßnahmen erforderlich, um die Kosten zu reduzieren
und der rückläufigen Entwicklung bei der Anzahl der Großprojekte zu begegnen",
teilte Siemens mit. "Im Geschäft mit Produkten für die Stromübertragung leiden
die Märkte für Transformatoren und Schalttechnik unter Überkapazitäten. Dies
erfordert Maßnahmen, um die Kostenstrukturen und Kapazitäten an allen Standorten
zu optimieren und damit deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten."/rol/maa/DP/tav
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