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DSW und SdK raten Metro-Aktionären von Annahme des EPGC-Angebots ab

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)Aktionärsvertreter von DSW und SdK raten ihren Mitgliedern, das Metro-Übernahmeangebot von EPGC zum aktuellen Preis nicht anzunehmen. Sowohl die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) als auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sehen das Angebot als zu gering an.

Der mittlere Wert von Metro müsste nach den klassischen Bewertungsmethoden "tatsächlich weit über dem Angebotspreis liegen", so Jella Benner-Heinacher, stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin. "Bedenkt man dann noch, dass die EPGC nach eigenem Bekunden die volle unternehmerische Kontrolle über die Metro AG anstrebt, wäre selbst noch eine Prämie von 30 Prozent auf den aktuellen Aktienwert nicht ausreichend."

Das Angebot erscheint zu niedrig, um dieses annehmen zu können", sagte auch SdK-Sprecher Daniel Bauer. "Jetzt mitten in der Sanierung die Aktie zu verkaufen, erscheint nicht ratsam." Metro habe sich zuletzt von einigen Problembereichen getrennt und verfüge immer noch über eine hohe Substanz, vor allem Immobilien und Grundstücke. Unter 20 Euro je Aktie wäre von einem Verkauf abzuraten, sagte Alexander Elsmann, der SdK auf der Metro-Hauptversammlung vertritt.

EPGC will 16 Euro je Stammaktie zahlen und 13,80 Euro je Vorzugsaktie und bewertet Metro damit insgesamt mit 5,8 Milliarden Euro. Obwohl dies laut EPGC einem Aufschlag von 34,5 Prozent auf das unbeeinflusste Kursniveau der Stammaktien vor dem strategischen Einstieg von EPGC am 24. August 2018 entspricht, hat das Metro-Management zunächst am Sonntag die Offerte als zu niedrig abgelehnt. Enthalten sei nur eine Prämie von 3 Prozent auf den Schlusskurs der Stammaktien am Freitag, kurz bevor das Angebot veröffentlicht wurde.



Auch Großaktionär Meridian-Stiftung soll Ablehnung planen


Auch die Meridian-Stiftung, einer der Großaktionäre bei Metro, plant nach einem Medienbericht, das Übernahmeangebot von EP Global Commerce abzulehnen. Zum einen sei der Preis zu niedrig, zitiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung informierte Kreise. Die Stiftung wolle ihr Engagement bei Metro aber aus grundsätzlichen nicht beenden, die Familie fühle sich dem Unternehmen weiter verbunden, so die Zeitung. Die Meridian-Stiftung der Familie Schmidt-Ruthenbeck, die zu den Metro-Gründern gehört, hält noch etwa 14,2 Prozent an Metro. Meridian war für eine Stellungnahme gegenüber Dow Jones nicht zu erreichen.



Großaktionär Beisheim noch unentschlossen


Die Beisheim Holding, ein anderer Großaktionär, hat nach Ankündigung des Angebots am Freitagabend noch keine Entscheidung gefällt.

Man habe die Ankündigung der Übernahme "zur Kenntnis genommen", so ein Sprecher für die Holding. "Sobald die Angebotsunterlage veröffentlicht ist, wird die Beisheim Gruppe diese sorgfältig prüfen und danach über das weitere Vorgehen entscheiden."

Die Beisheim Holding eines anderen Metro-Gründers, Otto Beisheim, hält gut 6,6 Prozent. Meridian und Beisheim sind entsprechend langfristige Aktionäre.



Großaktionäre Haniel will über Angebot aussteigen - Ceconomy hat verkauft


Zwei andere langfristige Großaktionäre haben sich anders entschieden. Das Duisburger Family-Equity-Unternehmen Haniel will im Rahmen des Übernahmeangebots aus seinem langjährigen Metro-Engagement aussteigen. Haniel hatte ursprünglich geplant, über eine Verkaufsoption mit EPGC zur Jahresmitte seine restlichen 15,2 Prozent an Metro abzustoßen. Dies ist mit dem Übernahmeangebot nun hinfällig. Laut EPGC hat Haniel unwiderruflich zugesagt, die restlichen Aktien im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots an EP Global Commerce zu verkaufen.

Die ehemalige Metro-Schwester Ceconomy teilte am Montag mit, der Verkauf des 9-prozentigen Anteils an der Metro, für den EP Global Commerce eine Kaufoption hatte, sei abgeschlossen. EPGC habe die Kaufoption für die verbleibenden 5,4 Prozent der Anteile, die im Juni fällig wurde, ausgeübt, teilte Ceconomy mit. Ceconomy ist weiterhin mit rund 1 Prozent an Metro beteiligt und wird diesen verbleibenden Anteil aus steuerlichen Gründen mindestens bis zum 30. September 2023 halten.

Aktuell sind EPGC 31,5 Prozent an Metro zurechenbar.

Das detaillierte Übernahmeangebot wird veröffentlicht, nachdem die Bafin dieses geprüft hat. Dafür hat die Aufsicht bis zu 15 Werktage nach Eingehen der Angebotsunterlagen Zeit.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/mgo

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June 25, 2019 06:07 ET ( 10:07 GMT)

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