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Duty-Free-Marktführer zwischen Aktien-Schieberei und Schuldenabbau

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Kurz vor Weihnachten erreichte die Aktionäre der Schweizer Gesellschaft Dufry endlich mal wieder eine positive Nachricht. Da hatte der US-Milliardär Paul E. Singer nämlich gemeldet, dass er über seinen Hedge Funds Elliott und Liverpool Limited rund 5,6 Prozent der Aktien des Betreibers von internationalen Duty-Free-Läden erworben hatte. Der Aktie, die zuvor innerhalb von einem guten halben Jahr von 170 Franken bis auf unter 135 Franken gefallen war, konnte sich dank dieser Meldung deutlich bis auf 150 Franken erholen. Am Markt wurde zu diesem Zeitpunkt spekuliert, dass Singer bereit sein könnte, noch weitere Aktienpakte zu erwerben. Großaktionär ist nämlich die chinesische Beteiligungsfirma HNA Group, von der befürchtet wird, dass sie ihre Aktien (gut 20 Prozent) auf Druck der chinesischen Regierung über kurz oder lang verkaufen wird. Doch die Hoffnung, mit dem Großinvestor einen nachhaltig interessierten Käufer in der Hinterhand zu haben, scheint sich schon wieder zerschlagen zu haben. Am Wochenende wurde bekannt, dass der Hedge Funds sein Aktienpaket in zwei Schritten auf jetzt unter ein Prozent reduziert habe. Über die Hintergründe wurde nichts bekannt. Der Kurs der Aktie ist derweil wieder in Richtung des Tiefs gefallen, dass kurz vor dem Einstieg des Investors markiert wurde.

Interessant könnte die Aktie mittel- bis langfristig dennoch sein. Mit über 2000 Geschäften in zahlreichen Ländern dieser Welt profitiert das Unternehmen wie kaum ein anderes von der Reiselust der Menschen. Dufry ist vor allem an Flughäfen präsent und hat sich durch die Übernahme der größten Konkurrenten einen Marktanteil von 24 Prozent (dreimal so viel wie die Nummer zwei) gesichert. Zudem ist man mittlerweile verstärkt auf den boomenden Kreuzfahrtschiffen unterwegs, wo das Geld der Urlauber in der Regel etwas lockerer sitzt. Die vielen Akquisitionen haben zwar die Schulden des Unternehmens deutlich nach oben getrieben. In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Trend aber wieder umkehren. Die Redakteure der „Finanzwoche“ waren schon Mitte des vergangenen Jahres davon überzeugt, dass es „durch eine sehr gute Generierung freier Cash Flows“ gelingen sollte, die Schulden zügig abzubauen. Die Aktie wurde damals bei noch deutlich höheren Kursen schon in die Liste der „Auslandsfavoriten“ aufgenommen. Der vor kurzem erfolgreich abgeschlossene Börsengang der US-Tochter Hudson spült nun zusätzlich frisches Geld in die Kasse der Schweizer.

Deren Aktienchart sieht trotz der Kursschwäche der vergangenen Tage gar nicht so schlecht aus. Seit Februar 2016 befindet sich der Titel in einem Aufwärtstrend, dessen jüngste Bewegung in den vergangenen Monaten um 50 Prozent korrigiert wurde. In intakten Trends kommt es an solchen Marken nicht selten zu einem Ende der Korrektur und dem Start einer neuen Aufwärtsbewegung. Weil etwaige Investments aber wohl eher eine längerfristige Sache sein dürften, passt es, dass die ersten, gestern ganz frisch emittierten Call-Optionsscheine von Morgan Stanley mit Laufzeiten bis Ende 2019 bzw. 2020 ausgestattet wurden. Der geringste Basispreis liegt bei 140 Franken, also knapp über dem momentanen Aktienkurs. Bei aktuellen Wechselkursen entspricht der bei 1,50 Euro liegende Preis eines im Dezember 2019 fälligen Calls ungefähr 1,74 Franken. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,1 müsste die Aktie am Laufzeitende in rund 680 Tagen also bei über 157,40 Franken (Basispreis von 140 Franken + 17,40 Franken aktueller Zeitwert des Scheins) stehen, damit sich das Investment lohnt. Da sich der Zeitwert aber nicht direkt komplett abbaut, sind Gewinne bei steigenden Kursen auch während der Laufzeit möglich, ohne dass das ausgerechnete Niveau dabei erreicht werden muss (WKN: MF4P7L).

Thomas Koch

 

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