DAX®15.209,15-0,17%TecDAX®3.482,80-0,12%Dow Jones 3033.730,89+0,16%Nasdaq 10013.803,91-1,31%
finanztreff.de

DZ-Bank-Gewinn bricht ein - 2021 weiterer Rückgang erwartet

| Quelle: dpa-afx topthem... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Die DZ Bank hat in der Corona-Krise Rückschläge hinnehmen müssen. Immerhin kam es nicht ganz so schlimm wie zwischenzeitlich befürchtet. Der Ausblick fällt dennoch verhalten aus.

Frankfurt/Main (dpa) - Die DZ Bank rechnet nach einem Gewinneinbruch in der Corona-Krise 2020 im laufenden Jahr mit einem weiteren Ergebnisrückgang.

«Aufgrund der schwer abschätzbaren Folgen der Pandemie für das Wirtschaftsgeschehen gehen wir für 2021 von einem Ergebnis leicht unterhalb des Vorjahresniveaus aus», prognostizierte der Co-Chef des genossenschaftlichen Spitzeninstituts, Cornelius Riese, bei der Bilanzvorlage am Dienstag in Frankfurt.

Im vergangenen Jahr sackten sowohl das Vorsteuerergebnis als auch der Überschuss der DZ-Bank-Gruppe zum Vorjahr jeweils um fast die Hälfte ab. Vor Steuern stand ein Gewinn von rund 1,46 (Vorjahr: 2,66) Milliarden Euro in den Büchern, unter dem Strich blieben 980 Millionen (1,88 Mrd) Euro. Beide Werte liegen etwas über dem Niveau des Jahres 2018. Zur DZ-Bank-Gruppe gehören unter anderen die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

Das Führungsduo Cornelius Riese und Uwe Fröhlich hatte für 2020 das Ziel ausgegeben, im Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn am unteren Ende einer Spanne von 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Euro zu erreichen. Im Verlauf des Jahres hatte der Vorstand die Erwartungen nach unten geschraubt und war von einem Vorsteuerergebnis etwas unter einer Milliarde Euro ausgegangen.

Dass es nun doch besser kam, erklärte Riese unter anderem mit der Erholung an den Aktienmärkten, von der beispielsweise der auch zur Gruppe gehörende Fondsanbieter Union Investment profitierte. Zudem habe die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle nicht in dem befürchteten Maße aufgestockt werden müssen. Angesichts der Umstände sprach Riese insgesamt von einem «erfreulichen Ergebnis».

Die weitere Entwicklung werde «entscheidend davon abhängen, wie schnell wir aus der Phase des Lockdowns herausfinden», bekräftigte Co-Chef Fröhlich. «Ich persönlich mache mir Sorgen, dass insbesondere Mittelständler, die über viele Jahrzehnte der Treiber der positiven wirtschaftlichen Entwicklung (...) gewesen sind, besonders leiden unter dem Lockdown und auch ein Stück weit vergessen werden.»

Belastet wurde die Bilanz durch deutlich höhere Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle. 678 Millionen Euro Risikovorsorge waren mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor (329 Mio Euro). Für 2021 rechnet der Vorstand mit einer in etwa stabilen Risikovorsorge.

Enthalten sind in der Vorsorge für das vergangene Jahr 220 Millionen Euro für mögliche Rückschläge infolge der Corona-Krise. Großer Batzen sind zudem Risiken bei Schiffskrediten der seit Jahren in den roten Zahlen steckenden Tochter DVB. Die Schifffahrt ist wegen Überkapazitäten in der Krise, viele Reedereien können Kreditraten nicht mehr zahlen. Das brachte den Transportfinanzierer DVB in Bedrängnis. Große Teile des Geschäfts wurden in der Folge verkauft.

Die restliche DVB mit derzeit noch etwa 300 Mitarbeitern könnte per Verschmelzung auf das Mutterhaus vorzeitig abgewickelt werden. Eine abschließende Entscheidung sei noch nicht getroffen.

Zwei Sondereffekte als Ergebnistreiber fielen für die Gruppe im vergangenen Jahr weg: 2019 hatten sich das Staatsanleihen-Portfolio der DZ HYP sowie Kapitalanlagen der R+V Versicherung deutlich positiv entwickelt und mit zusammen fast 800 Millionen Euro maßgeblich zum zweitbesten Jahresergebnis in der DZ-Bank-Geschichte beigetragen.

Schlagworte:
, , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Nachrichten

Rubrik: Topthemen Banken
14.04. Greensill-Insolvenz wird in London zum Lobby-Skandal
14.04. JPMorgan und Goldman Sachs mit glänzenden Quartalszahlen
12.04. Deutsche Bank einigt sich mit Betriebsrat bei Filialabbau
Rubrik: Topthemen Börsen
14.04. Coinbase geht an die Börse: Krypto-Party an der Wall Street Bitcoin / Schweizer Franken 57.881,1100 -0,1267%
14.04. Dax mit geringem Abschlag auf hohem Niveau
14.04. Finanzbetrüger Bernie Madoff im Gefängnis gestorben
Rubrik: Topthemen Finanzen
14.04. Greensill-Insolvenz wird in London zum Lobby-Skandal
14.04. Finanzbetrüger Bernie Madoff im Gefängnis gestorben
14.04. Wirecard-Skandal: Klage über mangelnde Behördenkooperation
Rubrik: Topthemen Konjunktur
13.04. Corona-Schulden des Staates erreichen 650 Milliarden Euro
13.04. Chinas Exporte wachsen sprunghaft um 30 Prozent
09.04. Unternehmen können auf längere Coronahilfen hoffen
Rubrik: Topthemen Unternehmen
12.04. Bund will Unternehmen zu Corona-Testangeboten verpflichten
10.04. Milliardenstrafe gegen Alibaba wegen Wettbewerbsverstoß
08.04. Mehr Insolvenzen im März
Rubrik: Topthemen Wirtschaft
14.04. Coinbase geht an die Börse: Krypto-Party an der Wall Street Bitcoin / Schweizer Franken 57.881,1100 -0,1267%
14.04. Dax mit geringem Abschlag auf hohem Niveau
14.04. Finanzbetrüger Bernie Madoff im Gefängnis gestorben
Rubrik: Topthemen Zentralbanken
10.04. 300 Geldinstitute erheben bereits Strafzinsen
22.03. Türkische Lira stürzt nach Entlassung des Notenbankchefs ab
21.03. Erdogan entlässt den nächsten Zentralbankchef

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie viele Limits legen Sie durchschnittlich für ein Wertpapier an?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen