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Ein Crash kommt nie mit Ansage

| Quelle: FIN_BLOG

Immer mehr bekannte Namen aus der Investmentbranche warnen vor der hohen Bewertung amerikanischer Aktien im historischen Vergleich. Zusätzliche Faktoren, wie die Verzerrung durch Aktienrückkaufprogramme konnten Sie schon in diesem Blogartikel lesen. Doch ist es auch eine alte Börsenweisheit, dass ein Marktcrash oder ein Bärenmarkt nie mit Ansage kommt.

 

Die Reihe von Fondsmanagern und altgedienten Investmentprofis, die vor einem bösen Ende der nunmehr neunjährigen liquiditätsgetriebenen Aktienmarkthausse warnen wird immer länger. Doch sind es längst nicht mehr nur die Permabären wie „Dr. Doom“ Marc Faber, die den warnenden Zeigefinger heben. In die Reihe gesellten sich in den letzten Monaten Bond-Guru Jeff Grundlach, Carl Icahn, George Soros, David Tepper (Appaloosa Managment), Paul Singer (Elliot Managment) sowie die Investmenthaustitanen T.Rowe Price und Pimco.

Auch bei den vergangenen signifikanten Bärenmärkten wie in den Jahren ab 2000/2001 und ab 2007/2008 gab es warnende Stimmen, jedoch in viel geringerem Ausmaß als es heute der Fall zu sein scheint. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Rally an den Märkten durchaus noch geraume Zeit weitergehen kann, den bereits sehr hohen Bewertungen und fiskalpolitischen und geopolitsichen Risiken zum Trotz. Denn ein Bärenmarkt wird in der Regel nicht von großen Spielern der Branche angekündigt, sondern kommt doch eher „überraschend“.

Ein weiterer bekannter Experte, Howard Marks, Gründer und Chef des Investmentriesen Oaktree Capital, schrieb im späten Juli eines seiner längsten Memoranden an seine Kunden. Die Kernthesen, die er anführt, möchten wir Ihnen hier nicht vorenthalten. Denn sollte sich die Rallye auch noch weiter fortsetzen, die Punkte, die er anführt, sind dennoch interessant und regen zum Nachdenken an.

 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/notizen-papier-papierkn%C3%A4uel-memo-514998/

 

Mit seinem Sohn arbeitete er das 27-seitige Memorandum aus. Dabei trugen sie auch die Elemente zusammen, die typischerweise die Grundlage für einen Bullenmarkt, einen Boom oder eine Blase ausmachen. Einige wenige der folgenden Elemente sind Voraussetzung für einen Bullenmarkt, alle zusammen führen zu einem Boom oder einer Blase:

  • Eine vorteilhafte Investmentumgebung – gute Resultate führen Investoren zur Selbstzufriedenheit, weil sie sich daran gewöhnen, dass die Erwartung positiver Resultate erfüllt wird. Profite aus der jüngeren Vergangenheit verführen zur Jagd nach weiteren Gewinnen in der Zukunft (anstatt zu erwägen, dass jüngere Profite von der Zukunft „geborgt“ sein könnten)
  • Ein Fünkchen Wahrheit - die „Story“, die den Boom antreibt, ist nicht unbedingt nur frei erfunden. Generell spinnt sie sich um einen wahren Kern. Dieser Kern ist gewöhnlich vorhanden, wird aber irgendwann zu sehr aufgeblasen
  • Frühe Erfolge - die Profite, die die frühen Vögel ernteten führen oft dazu, Leute anzuziehen, die dann spät auf den Zug aufspringen
  • Mehr Geld als Ideen – wenn es Kapital im Überfluss gibt, ist es unvermeidlich, dass die Risikoaversion sinkt, die Leichtsinnigkeit nimmt zu, Investmentkriterien werden aufgeweicht
  • Bereitwillige Aufgabe von Skepsis – die Jagd nach mehr Profiten übersteigt Vorsicht und die Achtung vor der Geschichte. Jeder denkt „Dieses mal ist alles anders“, keine Story ist zu gut um wahr zu sein
  • Ablehnung von Bewertungsnormen – man hört nur „Dieses Investment ist so großartig, kein Preis dafür ist zu hoch“. Auf einen Trend aufzuspringen, egal wie hoch der Preis schon ist, ist das Kernmerkmal einer Blase
  • Die Jagd nach dem Neuen – alte Hasen fahren am schlechtesten in einem Boom, die Profite gehen überproportional an jene, welche nicht vom Wissen vergangener Tage geplagt sind und in eine „völlig neue Zukunft“ investieren
  • Die positive Aufwärtsdynamik – keiner kann ein Ende des Potentials der Boomstory erkennen bzw. ein Ende der Preisanstiege der betreffenden Investments. „Es kann nur höher gehen, nichts kann es aufhalten.“ Niemand sieht Szenarien, die negativ ausfallen
  • Die Angst nicht dabei zu sein – wenn alles zuvor Angeführte bereits zutrifft, herrscht Optimismus vor und keiner kann sich einen Ausrutscher vorstellen. Dies führt dazu, dass Leute schlussfolgern, der größte potentielle Fehler wäre es, nicht dabei zu sein. 

 

Die Frage, die sich jeder selbst stellen kann, ist, wo stehen wir heute angesichts dieser Liste.

Der eine oder andere wird zugeben, dass viele der angeführten Punkte auf die heutige Situation schon weitgehend zutreffen, schaut man sich die Bewertungen der FANG-Stocks (Facebook, Amazon, Netflix, Google) und deren Rolle als einer der primären Markttreiber an. Mit Sicherheit gibt es mehr Geld als noch attraktive Investmentmöglichkeiten. „Neue Ideen“ werden schnell und leichtfertig akzeptiert.

Ein anderes Argument ist, dass die Masse der Marktteilnehmer momentan nichts sieht, was in naher Zukunft Schwierigkeiten verursachen könnte. Genau dann, wenn die Leute keine großen Probleme sehen, ist das Risiko am höchsten. Denn in dem Moment ist kein Risiko im Markt eingepreist. Das beweisen die historischen Tiefststände der Volatilitätsindizes VIX oder VDAX.    

 

Ohne einen greifbaren negativen Auslöser und die Rendite auf Sichteinlagen teilweise im negativen Bereich, sorgen sich die Leute mehr unterinvestiert zu sein oder zu wenig Risiko zu tragen (und somit zu wenig Rendite in einem doch gut laufenden Markt zu erwirtschaften), als eventuell Geld zu verlieren.

 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/brieftasche-kreditkarte-bargeld-2292428/

 

 

Ein, vielleicht entscheidender, Punkt trifft aber eben noch nicht zu. Dass es niemand oder kaum jemanden geben würde, der die Lage skeptischer sieht. Oben haben wir einige Beispiele von durchaus gewichtigen warnenden Stimmen aufgezählt. Außerdem ist den meisten Marktteilnehmern bekannt, dass es kaum noch vernünftige Renditen zu erwirtschaften gibt und das die Bewertungen bereits sehr hoch sind.

 

Verpassen Sie daher nicht die Depotabsicherung für eventuell unruhige Zeiten. Dies ist mit dem Absicherungsrechner sehr einfach möglich:

 

 

Dazu finden Sie HIER weitere Informationen ->

 

 

Ansonsten ist nur dies sicher: Im Nachhinein ist man immer schlauer!

 

Nachdenkliche Grüße von Ihrem finanztreff.de-Team

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