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Einfacher Börsenindikator ist weiterhin besser als der Dax

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Auch wenn nicht eindeutig geklärt ist, wem dieser Bonmot zuzuschreiben ist, bietet es doch die perfekte Einleitung zu einer Geschichte rund um den Börsenhandel. Kaum woanders gibt es so viele vermeintliche Experten, die ständig vorhersagen wollen, wie sich die Kurse an den Kapitalmärkten entwickeln. Und kaum woanders liegen genau diese Leute dabei so oft daneben. Da ist es ganz egal, ob es sich um den kleinen Privatanleger, den findigen Finanzjournalisten oder den Analysten einer renommierten Investmentbank handelt. Am Ende des Tages kommt es meistens anders als die Marktteilnehmer es erwartet haben. Ein gutes Beispiel dafür ist das hier immer wieder gerne angeführte Euwax-Sentiment, ein Stimmungsindikator, für den als Basis die Dax-Trades der Anleger an der Börse Stuttgart fungieren und der sich seit vielen Jahren gut als Kontra-Indikator eignet. Auch in dieser Woche hätte das prima funktioniert. Während die Anleger in den vergangenen Tagen massiv auf fallende Kurse spekuliert haben, ist der Dax mal eben um 200 Punkte gestiegen und hat seine charttechnische Ausgangslage dadurch weiter verbessert.

Dass es an der Börse auch ohne den Blick in die berühmte Glaskugel, also ohne konkrete Zukunftsprognosen möglich ist, eine überdurchschnittlich gute Performance zu erzielen, ist für professionelle Trader schon lange kein Geheimnis mehr. Die meisten nachhaltig erfolgreichen Akteure agieren nämlich nach dem „KISS“-Prinzip („keep it simple, stupid“), wo es darum geht, zu einem Problem eine möglichst einfache Lösung anzustreben. Eine wahrlich einfache Strategie ist zum Beispiel das Handeln nach dem so genannten „Gebert-Indikator“, der seit seiner Entstehung Mitte der 90er-Jahre mit sehr überschaubarem Aufwand eine deutliche Outperformance gegenüber dem Dax ermöglicht hätte. Dafür müssen Anleger lediglich einmal im Monat folgende vier Fragen klären, deren Antworten wieder ganz einfach im Internet abrufbar sind: War der letzte Zinsschritt der EZB eine Zinssenkung? Liegt die Inflation in Euroland unter dem Stand vor einem Jahr? Notiert der US-Dollar gegenüber dem Euro höher als vor zwölf Monaten? Befinden wir uns in der für die Aktienmärkte „guten“ Jahreszeit zwischen November und April? Für jede dieser Fragen die mit „ja“ beantwortet wird, gibt es einen Punkt, so dass der Indikator immer zwischen null und vier Zählern pendelt. Bei drei oder vier Punkten wird das Kapital in den Dax investiert, bei null oder einem Punkt am Geldmarkt angelegt. Ein Stand von zwei Punkten bedeutet eine „neutrale“ Positionierung, was zur Folge hat, dass sich an der bisherigen Investment-Form nichts verändert.

Aktuell steht der Indikator bei eben diesen zwei Punkten (EZB und Inflation), was für darauf basierende Handelsstrategien einen Fortbestand des im März angezeigten Dax-Investments bedeuten würde. Zuvor war neun Monate lang eine Auszeit „empfohlen“ worden, was sich zumindest nicht nachteilig ausgewirkt hätte. Der Dax hat sich von Anfang Juni 2017 bis Anfang März dieses Jahres unter dem Strich nämlich leicht negativ entwickelt. In den Crash-Jahren 2008 und 2011 hatten die frühzeitigen „Warnsignale“ des Indikators Anlegern einen erheblichen Mehrwert beschert, was auch der Hauptgrund für die langfristig deutliche Outperformance ist.

Die vor vielen Jahren mal von Merrill Lynch aufgelegten Zertifikate auf einen entsprechenden „Gebert-Index“ gibt es mittlerweile leider nicht mehr. Als wir das letzte Mal im November 2015 über diesen Indikator geschrieben haben, hatten wir alternativ ein wikifolio-Zertifikat vorgestellt, dass der Idee zumindest relativ nahe kommt. Dabei geht es um das seit nunmehr fünf Jahren an der Börse gelistete Zertifikat auf das wikifolio „Gehebelte Strategie nach Gebert“, das von einem Trader namens André Janisch bereut wird. Statt in klassische Dax-Produkte investiert dieser aber in den LevDax, der die tägliche Entwicklung des Index mit einem Hebeleffekt abbildet. Die daraus resultierenden Kursschwankungen sind entsprechend groß, wie der 2015/16 entstandene Drawdown von über 55 Prozent verdeutlicht. Unter dem Strich liegt das Zertifikat aber dennoch mit über 100 Prozent im Plus, während der Dax im selben Zeitraum „nur“ um 57 Prozent gestiegen ist (WKN: LS9AXX; Emittent: Lang & Schwarz).

Thomas Koch

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DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 12.210,55 -0,22%
PKT -26,62
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
BAYER 78,40 +1,75%
E.ON 9,52 +0,93%
DT. POST 30,75 +0,59%
Henkel VZ 107,95 +0,37%
DT. BÖRSE 111,80 +0,22%
Flops
COMMERZBANK 8,13 -1,12%
INFINEON 21,22 -1,26%
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