DAX®13.252,86-0,45%TecDAX®3.085,33-0,30%Dow Jones 3029.969,52+0,29%Nasdaq 10012.467,13+0,09%
finanztreff.de

Einfachere Fahrerlaubnis und Corona sorgen für Kraftrad-Boom

| Quelle: dpa-afx topthem... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Autohersteller hat die Corona-Krise hart getroffen. Die Nachfrage nach Wohnmobilen und Fahrrädern boomt hingegen. Und auch bestimmte Motorräder und Roller sind stark nachgefragt. Corona ist nur ein Grund.

Berlin (dpa) - Neue Führerscheinregeln sowie die Corona-Pandemie sind nach Einschätzung der Motorrad-Branche Gründe für eine Rekord-Steigerung bei der Nachfrage nach kleineren Rollern und Motorrädern.

Mindestens seit Anfang der 90er Jahre sei die Zahl der neu zugelassenen Krafträder in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht mehr so stark gestiegen, sagte Achim Marten vom Industrie-Verband Motorrad (IVM). Grund sei nicht nur, dass Ende 2019 eine Verordnung den Zugang zu kleineren Maschinen erleichtert habe. «Aus unserer Sicht kommt da ein gewisser Lockdown-, Covid-19-Effekt dazu.» Mit dem Motorrad oder Roller zu fahren, sei «neben dem Radfahren die pandemiesicherste Fortbewegungsart».

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) verzeichnete zwischen Januar und September rund 185.000 neu zugelassene Krafträder - ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Lediglich während der weitreichenden Corona-Beschränkungen im März und April gab es weniger Neuzulassungen als in den jeweiligen Vorjahresmonaten.

Bei Motorrädern mit bis zu 125 Kubikzentimetern Hubraum stieg die Zahl der Neuzulassungen laut IVM um rund 67 Prozent auf knapp 30.000. Bei Rollern bis 125 Kubikzentimeter sogar um mehr als 90 Prozent auf rund 26.000. Seit Ende des vergangenen Jahres dürfen Besitzer eines Auto-Führerscheins auch ohne zusätzliche Führerscheinprüfung Maschinen mit bis zu 125 Kubikzentimetern Hubraum und 15 PS fahren - unter bestimmten Voraussetzungen und nach einer theoretischen und praktischen Schulung mit mindestens neun Einheiten von 90 Minuten. «Da scheinen eine ganze Menge Menschen darauf gewartet zu haben», sagte Marten.

«Fahrlehrer melden, dass die Führerscheinreform gut angenommen wird», sagte auch Felix Lindhorst vom Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk. Hinzu komme, dass Menschen wegen der Pandemie im eigenen Land auf dem Motorrad Urlaub machten oder vom öffentlichen Nahverkehr auf Krafträder umstiegen. Da seien die relativ günstigen 125er-Maschinen besonders attraktiv. Lindhorst nannte noch zwei weitere Gründe für die hohen Zahlen: Zum einen ließen Hersteller und Händler Maschinen vorsorglich neu zu, bevor eine anstehende Abgasnorm-Verschärfung dies erschwere. Einige Hersteller wollten zudem mit eigenen Zulassungen die Statistik aufhübschen.

Schon in den vergangenen Jahren gab es laut Achim Marten einen Trend zum Roller- und Motorradfahren. Ganzjährig war die Zahl der Neuzulassungen bei Krafträdern 2019 laut KBA um rund 6 Prozent und 2018 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Zum diesjährigen Zuwachs sagte Marten: «Es steht zu vermuten, dass es sich um einen relativ kurzzeitigen Effekt in dieser Höhe handelt.» Die Händler konnten laut seiner Aussage die große Nachfrage bedienen: «Soweit ich weiß, gibt es keine Engpässe im Handel. Das schließt nicht aus, dass einzelne Modelle mal gerade nicht zur Verfügung stehen.»

Schlagworte:
, , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie hat sich Ihr Wertpapierdepot seit Jahresbeginn entwickelt?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen