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Elevator-Börse

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Börsenkurse unterliegen bekanntlich vielen Eindrücken mit wenigen Fakten. In der Übertreibungsphase nennt man dies die Fahnenstange und in der negativen Fassung ist es dann das Kellergeschoss. Die Kurse der betroffenen Aktien sitzen dann im Elevator. Dessen Geschwindigkeit kann gut gesteuert werden oder ist zumindest nachvollziehbar. Vor dieser Situation des Herbstes 2019 steht die deutsche Börse neben einigen anderen Eurobörsen, aber nicht in diesem sehr krassen Zustand. Warum?

 

Die deutsche Autoindustrie hat bis 2016/2017 einen überbordenden Optimismus gezeigt. Dann krachte es bei VW mit dem bekannten Dieselskandal in allen Facetten und im größten Umfang dieser Art, den es für diese Industrie jemals gegeben hatte, selbst unter Bezug auf den kurzfristigen massiven Einbruch 2009. Ein ganzes Land von 82 Mio. Menschen berauschte sich am Dieselskandal in allen Varianten. Das muss nicht wiederholt werden. 80 % aller Informationen und Fakten beruhen auf Meinungen und nur sehr, sehr wenig exakten Belegen und Daten. Denn jeder hatte etwas über oder zu den Dieseln zu sagen. Das Ende vom Lied waren die massiven Kursverluste aller betroffenen Aktien im Verlauf dieses Frühjahrs. Der Renommierkonzern Daimler musste sogar infolge von gedachten Rückstellungen rote Zahlen ankündigen.

 

Jetzt steht das Gegenteil bevor, worauf bestenfalls 10 % aller Börsianer wetten, aber zu Weihnachten dürften es schon über 50 % sein. Denn: Im Auto-Elevator sitzen alle - die großen Konzerne, die große Zahl von Zulieferern, hunderte von kleinsten Firmen, die als Randerscheinung zum Automarkt gehören, bis zur Reparaturwerkstatt und der Tankstelle. Keiner weiß im Moment, wie E-Mobility wirklich funktioniert, abgesehen vom Fahren. Es geht um den Glauben daran, um die Machbarkeit und was die großen Konzerne an Technologie vorgeben. Daran hängen wieder alle anderen als Zulieferer etc. Wie weit dies trägt, ist gut erkennbar: Das E-Auto wird den Verbrenner nicht ersetzen, aber der Anteil des E-Autos wird glaubwürdig bei 30 – 35 % veranschlagt. Nur China wird die Quote auf über 60 % hochdrehen, weil es der einzige brauchbare Weg für China ist, einen ausreichenden Individualverkehr sicherzustellen, ohne die Risiken des Verbrenners mitzutragen und die Infrastruktur dieser Old Technology flächendeckend zu garantieren. Das Stichwort heißt „Tankstellen“. Wie auch immer:

 

Die ablehnende Haltung gegenüber Autos im Allgemeinen, insbesondere CO2-lastig und allen anderen Variationen, dürfte sich in den nächsten zwei bis drei Jahren ins Gegenteil drehen. Und zwar im gleichen Umfange, wie die Machbarkeit der CO2-Reduktion tatsächlich auch erreicht wird. Es dürfte reichen, wenn geringe Erfolge dieser Art in den Medien erscheinen und die Politiker sich auf die Brust schlagen, dies erreicht zu haben.

 

In Autos zu investieren, ist stets ein zyklisches Investment. Völlig anders als eine Investition in Chemie oder Elektrotechnik, weil das Auto eines der wichtigsten Beförderungsmittel ist, auf das nicht verzichtet werden kann.

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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