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Energiekosten steigen nicht viel stärker als andere Preise

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Quelle: dpa-AFX

Von Eckhard Gienke und Claus Haffert, dpa

Viele Verbraucher haben das Gefühl, dass sie für Energie immer mehr Geld ausgeben müssen. Doch ein genauerer Blick zeigt: Die Kostenbelastung für Energie sieht im langfristigen Vergleich wenig spektakulär aus.

Berlin (dpa) - Heizen, Kochen und Tanken sind in den vergangenen zehn Jahren in der Summe nur wenig teurer geworden - im Vergleich zur allgemeinen Preissteigerung.

Die Energiekosten der privaten Haushalte haben sich nach einer Analyse des Internet-Portals Verivox seit April 2009 um rund 16 Prozent erhöht, während die allgemeine Inflationsrate bei 14 Prozent lag. Statistiken des Bundeswirtschaftsministeriums sagen ferner aus, dass der Anteil der Energiekosten an den Gesamtausgaben der privaten Haushalte zuletzt rückläufig war.

Aktuell heizen die privaten Energiekosten aber die Inflation in Deutschland an. Im Mai verteuerte sich Energie im Jahresvergleich um 4,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Verbraucherpreise insgesamt lagen dagegen nur um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Mai nur 1,2 Prozent betragen. Auch in den vorangegangenen beiden Monaten hatte der Anstieg der Energiepreise deutlich über der Inflationsrate gelegen.

Hinter dem Energiepreisanstieg seit 2009 um 16 Prozent stecken unterschiedliche Entwicklungen bei den Energieträgern. So seien die Stromkosten eines Durchschnittshaushalts mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Zehn-Jahres-Zeitraum von 896 auf 1182 Euro gestiegen, heißt es bei Verivox. Das ist ein Plus von 32 Prozent.

In Deutschland gelten für Privatverbraucher mit die höchsten Strompreise in Europa; eine Folge der Energiewende. Nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zahlte ein Durchschnittshaushalt im Jahr 2009 etwa 23,2 Cent pro Kilowattstunde Strom, im vergangenen Jahr waren es knapp 29,5 Cent.

Noch größer ist der Preissprung beim Heizöl mit 39 Prozent. Für 2000 Liter müssen die Verbraucher 1357 Euro bezahlen statt 979 Euro vor zehn Jahren. Zwischenzeitlich waren die Heizölpreise noch höher. Demgegenüber stehe jedoch ein deutlicher Rückgang der Gaspreise von 11 Prozent auf 1223 Euro für 20 Megawattstunden. In Deutschland heizen deutlich mehr Haushalte mit Gas als mit Öl, sodass die Heizkosten laut Verivox im Durchschnitt um 2 Prozent gestiegen sind.

Benzin und Diesel sind 17 und 22 Prozent teurer geworden in den vergangenen zehn Jahren. Die Verivox-Experten errechnen daraus einen mittleren Preisanstieg von rund 19 Prozent für das Tanken. «Da die Verbraucher ihren Bedarf nur teilweise beeinflussen können, lasten die Energiekosten schwer auf der Haushaltskasse», sagte der Verivox-Energie-Experte Valerian Vogel.

Das bestätigen die Daten aus dem Wirtschaftsministerium nur zum Teil. Danach gaben die Haushalte 2017 - neuere Daten liegen noch nicht vor - mehr als 111 Milliarden Euro für Energie aus und damit 6,4 Prozent ihrer privaten Konsumausgaben. Zehn Jahre zuvor waren es 6,8 Prozent. Über die vergangenen 20 Jahre schwankte der Energie-Anteil an den privaten Ausgaben zwischen sechs und acht Prozent und lag zuletzt bei 2782 Euro pro Jahr oder 232 Euro pro Monat.

Auch die Preisentwicklung schwankte in dieser Zeit stark. Besonders kräftig stiegen die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe 2011 mit einem Plus von 10,1 Prozent. Über sinkende Preise konnten sich die Verbraucher dagegen von 2014 bis 2016 freuen, als das Minus bis zu 7,1 Prozent betrug.

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