DAX ®13.105,61-0,46%TecDAX ®3.053,18-0,06%Dow Jones27.909,60-0,38%NASDAQ 1008.362,74-0,41%
finanztreff.de

Eon in "kritischer und untragbarer Situation"

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Quartalszahlen von Eon waren unspektakulär – viel spannender dagegen ist, wie Eon die Probleme in Großbritannien anpacken will. CEO Johannes Teyssen will aufgrund dieser "kritischen und untragbaren wirtschaftlichen Situation" jetzt die "notwendige Maßnahmen ergreifen, um das Geschäft nachhaltig wieder in die Gewinnzone zu führen".

Unter anderem will das Management die Haushalts- und kleineren Gewerbekunden von NPower künftig über Eon UK auf einer gemeinsamen Plattform betreuen. Außerdem wolle Eon in Großbritannien weiter die Kosten senken. Die Restrukturierungen sollen dazu führen, dass E.on mit dem kombinierten Großbritannien-Geschäft bis 2022 ein deutlich positives Ergebnis erreicht.

Die britische Vertriebstochter von Innogy  +0,34% befinde sich in einer "kritischen und untragbaren wirtschaftlichen Situation", teilte Innogy am Freitag kurz nach der Bekanntgabe der Zahlen von Eon mit. Auch für Eon läuft es in Großbritannien schon länger schlecht. Insgesamt 400.000 Kunden hatte der Konzern dort in den ersten sechs Monaten des Jahres verloren. Teyssen kündigte an, in Großbritannien in erheblichem Umfang Arbeitsplätze zu streichen. Es geht um einen Großteil der derzeit 5.800 Stellen bei der neuen Tochter NPower.

Der Markt auf der Insel sei stark reguliert, erklärte Eon-Finanzchef Marc Spieker im August. Die im vergangenen Jahr eingeführten Preisobergrenzen führten zu deutlichen Einbußen. Das bereinigte operative Ergebnis in dieser Sparte sei in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken.

Innogy-Integration planmäßig

Unterdessen laufe die Integration von Innogy planmäßig. Im Zuge der Übernahme hat Eon auch seine Jahresprognose erhöht und erwartet nun ein bereinigtes Ebit von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss soll jetzt auf 1,45 bis 1,65 Milliarden Euro steigen. Ohne Innogy hat Eon bisher ein bereinigtes Ebit von 2,9 bis 3,1 Milliarden erwartet und einen Konzernüberschuss von 1,4 bis 1,6 Milliarden. Den Dividendenvorschlag von 0,46 Euro je Aktie bestätigte das Management.

Nach der Übernahme von Innogy steigen bei Eon erst mal die Schulden. Diese Entwicklung sei auf die Erstkonsolidierung zurückzuführen, hieß es vom Konzern, und gleiche sich zum großen Teil wieder aus, sobald der Teil der erneuerbaren Energien an RWE abgegeben werde. Der Nettoschuldenstand stieg im Vergleich zum Jahresanfang um 23 auf 39,6 Milliarden Euro, womit Analysten aber bereits vorab gerechnet hatten. Der Zusammenschluss soll bis 2022 dann Synergien bringen: Das Management sei fest entschlossen, bis dahin 600 bis 800 Millionen Euro einzusparen, erklärte Finanzvorstand Spieker.

Zahlen schwer vergleichbar

Das bereinigte Ebit lag in den ersten neun Monaten bei 2,2 Milliarden Euro, der Umsatz bei 23,6 Milliarden Euro. Der Konzern erreichte einen bereinigten Überschuss von 1,2 Milliarden Euro. Ein Vergleich zum Vorjahr ist schwierig, weil die Zahlen vom Vorjahr nach der Innogy-Übernahme nicht angepasst wurden. In den aktuellen Zahlen ist Innogy seit der Übernahme Mitte September komplett mit eingerechnet, inklusive der erneuerbaren Energien, die im kommenden Jahr wie vereinbart an RWE gehen.

Allerdings sind die Zahlen für Innogy alleine nachvollziehbar: Der Beitrag von Innogy zum bereinigten Ebit der Neunmonatszahlen lag bei vier Millionen Euro, beim Umsatz waren es 940 Millionen Euro.

Aktie reagiert positiv

Die E.on-Aktie -1,41% reagierte am Freitag positiv, zeitweise legte das Papier um mehr als drei Prozent zu. Zuletzt stand sie mit plus 1,7 Prozent immer noch an der DAX-Spitze. Die Neunmonatszahlen seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, schrieb Jefferies-Analyst Ahmed Farman.

12-Monats-Chart E.on (in Euro)
Schlagworte:
, , , ,
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
Long  DS9KYS E.ON WaveUnlimited L 7.8959 (DBK) 7,075
Short  DC54H7 E.ON WaveXXL S 9.8 (DBK) 7,302
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Die Zahl der Börsengänge ist 2019 so niedrig wie seit der Finanzkrise vor zehn Jahren. Nächstes Jahr soll aber besser werden, meint das Beratungsunternehmen Kirchhoff. Glauben Sie das?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen