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E.on: Wo der Energieversorger schwächelt

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Sinkende Erträge im Kunden- sowie im Netzgeschäft haben das Ergebnis des Energieversorgers E.on im ersten Quartal belastet. Schwach entwickelte sich dabei insbesondere der Vertrieb in Großbritannien, der unter einem scharfen Wettbewerb sowie durch Preisdruck infolge einer im vergangenen Spätherbst eingeführten Preisobergrenze leidet. Bessere Ergebnisse im Geschäft mit erneuerbaren Energien konnten den Rückgang nicht ausgleichen. Dennoch bekräftigte E.on die Prognose. Die E.on-Aktie +0,86% zeigte sich am Montagvormittag behauptet.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns sank in den Monaten Januar bis März um 8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Millionen mehr als halbiert. So wirkten sich eine höhere Steuerquote sowie Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um fünf Prozent auf 9,16 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis im Kundengeschäft sank dabei deutlich von 392 Millionen auf 219 Millionen Euro. Vor allem in Großbritannien stehen die Gewinne unter Druck und nahmen um 90 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Großbritannien gehört schon seit längerem zu den Sorgenkindern der Energieversorger.

Auch Innogy klagt dort über schlechte Geschäfte. Aber auch im deutschen Markt verzeichnete E.on einen Ergebnisrückgang. Dieser, so E.on, sei jedoch nur von zeitweiliger Dauer, da gestiegene Netzentgelte erst mit Zeitverzögerung an die Kunden weitergereicht werden könnten. Der Rückgang soll im Jahresverlauf voraussichtlich vollständig ausgeglichen werden. E.on konnte in Deutschland 100.000 Kunden dazu gewinnen.

Das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt, verzeichnete leichte Rückgänge. Dagegen konnten die erneuerbaren Energien dank höherer Strommengen ihre Ergebnisse steigern.

Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. E.on erwartet dabei ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau in der Mitte der prognostizierten Spanne. So geht der Konzern für 2019 von einem bereinigten Ebit von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro aus, der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro liegen. Zudem will E.on eine fixe Dividende von 0,46 Euro zahlen.

Die geplante Übernahme des Konkurrenten Innogy +0,18% sieht E.on im Zeitplan und zeigte sich zuversichtlich, die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte zu erhalten. Die EU-Kommission prüft die Übernahme vertieft und will bis Ende August darüber entscheiden.

Die Innogy-Übernahme gehört zu einem groß angelegten Geschäftetausch zwischen der Innogy-Mutter RWE und Eon. Nach der Innogy-Übernahme soll das gesamte Geschäft mit erneuerbaren Energien der beiden Konzerne an RWE gehen, Eon selbst konzentriert sich künftig auf Netz und Vertrieb. Dazu wird RWE mit knapp 17 Prozent an E.on beteiligt. Den RWE betreffenden Teil des Geschäfts haben die EU-Kommission und das Bundeskartellamt bereits ohne Auflagen genehmigt.

Die Aktien von E.on +0,86% haben am Montagmorgen zunächst keine eindeutige Richtung gefunden, orientierten sich dann jedoch in den grünen Bereich. Analysten hatten die vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal unisono als erwartungsgemäß bezeichnet.

Der Trend, dass die Stärke bei Erneuerbaren Energien die Schwäche im Vertriebsgeschäft aufwiegt, habe sich bei dem Energiekonzern im ersten Quartal fortgesetzt, schrieb etwa JPMorgan-Analyst Christopher Laybutt in einem ersten Kommentar. Im Kundenvertrieb hatte zu Jahresbeginn vor allem das britische Geschäft merklich gebremst. Der Ausblick wurde jedoch von Eon bestätigt, was Laybutt als beruhigend wertete.

Mit Material von dpa-AFX

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