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Erhöhte Risikoaversion lässt Gold weiterhin kalt – das sollten Anleger jetzt wissen!

| Quelle: Commerzbank_TagesInfo_Rohstoffe | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
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Energie: Die von den OPEC-Ländern und Russland für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellte deutliche Produktionsanhebung um 1 Mio. Barrel pro Tag hat die Ölpreise bislang nicht unter Druck gesetzt. Einem Rücksetzer im frühen Handel gestern folgte eine Preiserholung, die den Brentölpreis heute wieder auf 75 USD je Barrel steigen lässt. Eine Rolle spielt dabei die undurchsichtige Situation in Libyen. Der einflussreiche Militärkommandeur Haftar hat die Ölhäfen im Osten des Landes nach der erfolgreichen Rückeroberung von bewaffneten Milizen der in Bengasi ansässigen lokalen Ölgesellschaft übergeben. Dort befinden sich die meisten Ölhäfen des Landes. Die staatliche libysche Ölgesellschaft NOC, die von der Zentralregierung in Tripolis kontrolliert wird, sieht aber nur sich für die Vermarktung des libyschen Öls legitimiert. Sie erachtet die Übertragung der Vermarktungsrechte an eine andere Gesellschaft als illegal und warnte die Abnehmer, mit der anderen Ölgesellschaft Lieferverträge abzuschließen. Die Unsicherheit dürfte internationale Käufer davon abhalten, libysches Öl zu kaufen. Im Jahr 2015 scheiterte bereits ein Versuch, die NOC beim Verkauf von libyschem Öl zu umgehen, weil sich keine bereitwilligen Käufer fanden. Solange die Lage in Libyen nicht geklärt ist und dadurch weniger libysches Öl an den Markt gelangt, dürften die Ölpreise nicht nennenswert sinken. Denn der wegen der Ausfälle in Venezuela bereits angespannte Markt dürfte kurzfristig noch knapper werden, bevor die Fördermengenanhebung der OPEC und Russland im Juli wirksam wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Obwohl der drohende Handelskrieg das dominierende Thema an den Finanzmärkten bleibt, steht Gold weiter unter Abgabedruck. Ein starker Euro führte gestern dazu, dass der EUR-USD-Wechselkurs wieder über 1,17 gestiegen ist. Gold in Euro gerechnet fiel daraufhin unter 1.080 EUR je Feinunze. Neben dem Rückzug der spekulativen Finanzanleger (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) trennen sich auch die ETF-Investoren weiter von Gold. Gestern gab es bei den Gold-ETFs wieder Abflüsse von 4,3 Tonnen. Nach wie vor ist Gold trotz der zahlreichen Risiken nicht als sicherer Hafen gefragt. Allerdings nimmt die Nervosität der Marktteilnehmer zu. So ist der VIX-Index, das Schwankungsbarometer für den S&P 500-Aktienindex in den USA, gestern zeitweise deutlich gestiegen und auch unser intern entwickeltes Risikomaß – der ARPI-Index – zeigt eine etwas geringere Risikobereitschaft der Marktteilnehmer. Noch hat sich dies aber nicht im Goldpreis niedergeschlagen. Es könnte aber ein Vorbote für ein bevorstehendes Umdenken der Marktteilnehmer sein. Dann endlich sollte auch Gold profitieren. Wie die aktuelle CFTC-Statistik zeigt, haben sich die spekulativen Finanzinvestoren nicht nur bei Gold, sondern auch bei Silber und Platin zurückgezogen. Im Falle von Platin wurden umfangreiche Netto-Short-Positionen aufgebaut, so dass diese mittlerweile auf einem Rekordniveau liegen. Platin kann daher gegenüber Gold keinen Boden gut machen und notiert zu Gold weiter mit einem Abschlag von rund 400 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Den Industriemetallen gelingt es im aktuellen Umfeld erhöhter Risikoaversion nicht sich zu erholen. Gestern verzeichneten alle Metalle Verluste – der LME-Industriemetallindex gab um 1% nach. Auch heute Morgen stehen die meisten Metalle weiter unter Druck. Zu den größten Verlierern gehört nach wie vor Zink. Der Zinkpreis ist heute Morgen zeitweise auf 2.815 USD je Tonne gefallen. Wie erwartet hat die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) für die ersten vier Monate des Jahres am globalen Zinkmarkt einen Angebotsüberschuss berichtet. Dieser fiel mit 18 Tsd. Tonnen zwar gering aus, zur gleichen Zeit im Vorjahr gab es aber noch ein Defizit von 127 Tsd. Tonnen. Während die Produktion im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgeweitet wurde, war die Nachfrage sogar leicht rückläufig. Entsprechend gab es an der LME einen deutlichen Lageraufbau. Die entspanntere Marktsituation trägt wohl mit dazu bei, dass der Zinkpreis seit seinem Mehrjahreshoch im Februar korrigiert. Etwas besser hält sich Blei, auch wenn der Preis von Zink zum Teil mit nach unten gezogen wird. Die Preisdifferenz zwischen Zink und Blei ist daher auf gut 400 USD je Tonne geschrumpft. Im Gegensatz zu Zink hat sich die Lage am Bleimarkt in den letzten Monaten angespannt. Bislang blieb in jedem Monat in diesem Jahr das Angebot hinter der Nachfrage zurück, so dass von Januar bis April gemäß Daten der ILZSG ein Angebotsdefizit von 42 Tsd. Tonnen bestand. Dieses hat sich in einem moderaten Lagerabbau an der LME bemerkbar gemacht.

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