DAX ®13.282,72+0,46%TecDAX ®3.049,40+0,31%Dow Jones28.135,38+0,01%NASDAQ 1008.487,71+0,25%
finanztreff.de

Esma-Chef Maijoor: Preise von Finanzprodukten sollen nicht steigen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Der Chef der europäischen Marktaufsichtsbehörde Esma, Steven Maijoor, hat die Banken in der EU davor gewarnt, die Kosten einer stärkeren Marktregulierung auf ihre Kunden überzuwälzen. "Ich verstehe die Sorgen der Banken wegen des Rückgangs der Margen, aber das darf nicht dazu führen, dass die Preise angehoben werden, denn die sind in der EU ohnehin relativ hoch." Maijoor wies darauf hin, dass vor allem die Kosten von Finanzprodukten für Retail-Kunden nicht zu hoch sein dürften, weil diese Kunden Anreize bekommen sollten, sich stärker in Aktien und Fondsprodukten zu engagieren.

Maijoor sagte, auf Kostendruck könnten Banken mit einer Ausweitung ihres Marktanteils reagieren oder indem sie die Kosten auf technologischen Wege senken oder eben über eine Weitergabe der Kosten an die Kunden. "Aber Europa ist verglichen mit den USA schon jetzt relativ teuer, selbst wenn man berücksichtigt, dass die USA ein homogenerer Markt sind", sagte der Esma-Chef.

Maijoor räumte ein, dass die in Deutschland heftig kritisierte Marktrichtlinie Mifid 2 zwar für mehr Transparenz gesorgt, aber nicht zu einer Kostensenkung geführt habe. Er verwies auf eine Umfrage der deutschen Finanzaufsicht Bafin, derzufolge die Unternehmen ihre Preise unverändert gelassen hätten. "Mifid hat dazu geführt, dass Retail-Investoren mehr Informationen bekommen, aber sie können oft nichts damit anfangen", sagte Maijoor.

Auf der anderen Seite sei der Esma wohl bewusst, wie wichtig die Gebühreneinnahmen für die Banken seien. "Die Kosten und Gebühren von Finanzprodukten stehen für rund 25 Prozent der Bruttoerträge", sagte er. Die Esma habe gerade Konsultationen durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über die Auswirkungen von Mifid 2 für die Marktteilnehmer zu bekommen. Sie beträfen Gebühren und die Möglichkeiten zur Produktintervention.

Mein persönliche Meinung zu einem der Aspekte der Kostentransparenz ist, dass wir überprüfen sollten, ob Nicht-Retail-Kunden tatsächlich das gleiche Ausmaß an Kosteninformationen bekommen müssen wie Retail-Kunden", sagte er.

Die EU-Kommission will Mifid 2 im Frühjahr 2020 einer Prüfung unterziehen. Nach Vorstellungen des Bundesfinanzministeriums sollen professionelle Anleger freiwillig auf bisherige Informationspflichten verzichten können. Einschränkungen sollen auch bei Telefonaufzeichnungen möglich sein. So sollen bei Wertpapiergeschäften per Telefon Kosteninformationen auch nachträglich übermittelt werden.

Die generelle Telefonaufzeichnungspflicht bei Wertpapiergeschäften soll entfallen können, falls die Kunden darauf verzichten. Außerdem soll es Regulierungserleichterungen für den Zugang von Privatanlegern zu Standardanleihen geben, etwa zu Unternehmensanleihen.

Die Esma prüft laut Maijoor außerdem die Priips-Richtlinie zu Investment- und Versicherungsprodukten. "Gegenwärtig basieren die formalen Szenarios dort auf der Performance der vergangenen fünf Jahre, und weil der Markt in den vergangenen fünf Jahren sehr gut gelaufen ist, gibt es die Befürchtung, dass diese Szenarios zur künftigen Performance ein zu rosiges Bild zeichnen", sagte Maijoor.

Mitarbeit: Andreas Kißler)

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

END) Dow Jones Newswires

November 19, 2019 04:52 ET ( 09:52 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Nachrichten

Quelle: Dow Jones Newswire Web
14.12. HINWEIS/Abkürzungen bei Dow Jones Newswires Deutschland
14.12. Impressum
14.12. Bundesbankchef Weidmann fordert von Regierung höhere Investitionen
13.12. IRW-PRESS: Mota Ventures Corp. : Mota Ventures schließt mit Sativida, einem führenden europäischen zertifizierten Bio- und Öko-CBD-Unternehmen, eine Absichtserklärung ab MOTA VENTURES CORP. 0,310 +6,164%
13.12. pressetext.de: Rosinger Index auf neuem Höchststand - Mehr als 170 % Plus seit Indexstart vor knapp 5 Jahren.
13.12. Rosinger Index auf neuem Höchststand - Mehr als 170 % Plus seit Indexstart vor knapp 5 Jahren.
13.12. DGAP-PVR: ENCAVIS AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. DGAP-PVR: ENCAVIS AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. DGAP-PVR: ENCAVIS AG: Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. S&P erhöht Bonitätsnote Serbiens auf BB+ von BB
Rubrik: Finanzmarkt
13.12. IRW-News: Mota Ventures Corp. : Mota Ventures schließt mit Sativida, einem führenden europäischen zertifizierten Bio- und Öko-CBD-Unternehmen, eine Absichtserklärung ab MOTA VENTURES CORP. 0,310 +6,164%
13.12. DGAP-Stimmrechte: ENCAVIS AG (deutsch) ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. DGAP-Stimmrechte: ENCAVIS AG (deutsch) ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. DGAP-Stimmrechte: ENCAVIS AG (deutsch) ENCAVIS AG INH. O.N. 9,59 +3,45%
13.12. ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Handelsdeal mit China verpufft größtenteils Dow Jones 28.135,38 +0,01%
13.12. Aktien New York Schluss: Teil-Einigung im Handelskonflikt verpufft größtenteils Dow Jones 28.135,38 +0,01%
13.12. US-Anleihen: Gewinne - Teil-Einigung im Handelskonflikt lässt Fragen offen
13.12. Bericht: Infantino will weitrechenden Investoreneinfluss bei Club-WM
13.12. BUSINESS WIRE: Janssen erhält befürwortende Stellungnahme des CHMP für die erweiterte Anwendung von Erleada® (Apalutamid) bei Patienten mit metastasierendem hormonsensitivem Prostatakarzinom
13.12. Devisen: Eurokurs weiter unter Druck - Britisches Pfund zieht an EUR/USD 1,1119 -0,5803%

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 51 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen