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"Et kütt wie et kütt" und "Et bliev nix wie et wor", aber "Et hätt noch immer jot jejange"

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das vor allem während der Karnevalszeit im Rheinland gerne zitierte „Kölsche Grundgesetz“ besteht aus insgesamt elf Artikeln, welche hervorragend die Lebenseinstellung vieler Kölner beschreiben und als „vorformulierte Überlebensstrategie“ bezeichnet werden. Von daher finden sich hier natürlich auch für Menschen außerhalb der Närrischen Metropole einige einfache, in der Praxis zahlreich erprobte Ansätze, wie man mit einer positiven Einstellung das Leben erfolgreich meistern kann. So heißt es zum Beispiel „Et es wie et es“, „Et kütt, wie et kütt“ und „Et bliev nix wie et wor“. Übersetzt heißt das so viel wie „Sieh den Tatsachen ins Auge, habe keine Angst vor der Zukunft und sei offen für Neuerungen. Mit Neuerungen müssen sich ab dem kommenden Jahr auch die Leser der Investmentecke anfreunden. Nach nunmehr 15 Jahren wird unsere Kolumne zum Ende dieser Woche nämlich das letzte Mal erscheinen.

Vor diesem Hintergrund bietet es sich an, einige hier regelmäßig aufgezeigte Anlageideen noch mal abschließend zu durchleuchten. Zum Beispiel das auf Basis des LBBW-Dividenden-Scoring-Modells zusammengestellte Musterdepot. Dessen Bilanz fällt nach insgesamt 14 Monaten eher ernüchternd aus. Nach einem Monatsverlust von rund sieben Prozent liegt das monatlich aktualisierte Portfolio aktuell mit 18 Prozent im Minus. Die gerade in schwierigen Phasen erhoffte relative Stärke der Dividenden-Stars am deutschen und europäischen Aktienmarkt ist damit nicht eingetroffen. Die aus dem Dax, dem Mdax und dem Euro Stoxx 50 bestehende Benchmark liegt „nur“ rund 15 Prozent unter dem Startwert im Oktober 2017. Ein Schlussstrich bietet sich hier aber auch deshalb an, weil die LBBW ihre als Basis für die Zusammensetzung genutzte Publikation ab sofort nur noch alle drei Monate veröffentlicht.

Auch unser Anfang Oktober aufgebautes Musterdepot aus Inline-Optionsscheinen hat die Erwartungen nicht erfüllen können. Wir hatten damals generell darauf hingewiesen, dass „die Chancen auf eine monatelange Fortsetzung der bewegungsarmen Seitwärtsphase eher gering erscheinen, weil irgendwann die nächste stärkere Bewegung starten dürfte“. Genau so kam es dann auch. Im Zuge des immer noch laufenden Kursrückgangs an den Märkten sind auch die von uns auserkorenen Aktien unter Druck geraten, die schon zuvor überdurchschnittlich stark verloren hatten und deren Charts „zarte Hoffnung auf eine künftige Bodenbildung“ machten. Bei den Scheinen auf die Deutsche Bank und Osram Licht kam es jeweils zum Bruch der unteren Barriere und damit zum Totalverlust. Bei Continental könnte genau das auch in Kürze eintreffen (HX3YC0). Vergleichsweise gut sieht es nur bei dem Schein auf Bayer aus, wo die Aktie noch 13 Prozent Luft nach unten hat (HX3X28). Insgesamt sollte sich der Schaden hier aber in Grenzen halten, da wir aufgrund der enormen Risiken von Anfang an empfohlen hatten, „nur kleines Geld zu investieren“.

Einen echten Volltreffer haben wir mit unserer kurz danach vorgestellten Short-Spekulation auf den Nasdaq 100 gelandet, der seitdem um mehr als 10 Prozent gefallen ist. Der als passendes Vehikel beispielhaft genannte Put-Optionsschein der UBS liegt aktuell mit über 80 Prozent im Plus. Unsere nur wenige Tage später aufgestellte Prognose, dass der Schein auch nach den ersten schnellen Kursgewinnen von 35 Prozent noch viel Potenzial habe, ist damit voll eingetroffen. Und daran hat sich zumindest mittelfristig aus unserer Sicht auch jetzt noch nichts geändert. Bei einer Zielmarke von rund 5.800 Punkten (50 Prozent-Korrektur der 2015 gestarteten Rallye) könnte der Index noch einmal rund 12 Prozent an Wert verlieren, was dem Schein weitere dicke Kursgewinne bescheren würde (UX69GC).

Schließen wollen wir diesen kleinen Rückblick so wie wir ihn begonnen haben, nämlich mit zwei weiteren Artikeln aus dem „Kölschen Grundgesetz“. „Wat fott es, es fott“ und das viel zitierte „Et hätt noch immer jot jejange“. Passend zu dem bevorstehenden Ende unserer Kolumne heißt das übersetzt „Jammere den Dingen nicht nach, es gibt eine Vorsehung und gegen die kann man eh nichts machen. Also immer mit der Ruhe“. In diesem Sinne wünsche ich persönlich allen unseren Lesern schon jetzt „Alles Jode“ für die Zukunft!

Thomas Koch

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Flops
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