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Euro Stoxx 50 – Abstieg von E.On schon fast besiegelt

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Des einen Freud, des anderen Leid. Wenn so viele Neulinge in den Euro Stoxx 50 drängen (siehe IE vom 26.01., vom 29.01. und vom 31.01.), dann müssen natürlich auch ein paar der heutigen Indexmitglieder weichen. Der sicherste Absteiger ist dabei der deutsche Versorger E.On. Obgleich mehrere Vorstandsmitglieder zuletzt in Interviews betont haben, dass es bei E.On gut läuft, will derzeit offenbar niemand etwas von der Aktie. Dax-Rekorde hin oder her – E.On dümpelt im Niemandsland der Performance-Ranglisten vor sich hin und hält weiterhin eher Kontakt zu den Allzeittiefs als das hier eine Wende zum Guten erkennbar wäre.

Auf Euroland-Ebene ist die Aktie im Ranking der Großkonzerne mittlerweile bis auf Platz 71 zurückgefallen und passt schon von daher kaum noch in die „Börsenelite“ der 50 größten Werte der Eurozone. Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, wäre bei E.On sogar ein vorgezogener „Fast Exit“ denkbar. Dazu müsste die Aktie bei der Marktkapitalisierung aber bis auf Platz 75 abrutschen, wobei dann aber nur die Aktien der Stoxx-Kandidatenliste betrachtet werden. Wegen der in den vergangenen Tagen aufgezeigten Sonderregeln ist dies aber (noch?) nicht zu befürchten, da eine ganze Reihe der größeren Werte eben nicht die Vorauswahl des Indexbetreibers auf Sektorenebene überstehen. Grob geschätzt, dürfte E.On im von Stoxx genutzten Ranking etwa zehn Ränge weiter oben liegen, sodass ein schnelles Ausscheiden nicht zu erwarten ist. Dennoch: Die Aktie dürfte jetzt ziemlich sicher ihre Abschiedstournee durchlaufen, um dann ordnungsgemäß im September aus dem Index herauszufallen.

Die nächsten stark gefährdeten Unternehmen sind der französische Immobilien-Konzern Unibail-Rodamco, der niederländische Handelskonzern Ahold-Delhaize und der einstmals bedeutende Handy-Hersteller Nokia. Sie sind – nach E.On – die derzeit kleinsten Unternehmen im Euro Stoxx 50 und müssten damit Platz für die möglichen Aufsteiger machen. In der Abrechnung per Ende Januar wären das Linde und Kering, während der größte der drei Aufstiegskandidaten – UniCredit – abermals daran scheitern würde, dass er nicht an der Société Générale vorbeigekommen ist.

Stand heute würden also nur E.On und Unibail-Rodamco aus dem Index gestrichen. Aber auch Ahold-Delhaize und Nokia bleiben hochgradig gefährdet. Bei Nokia kommt erschwerend hinzu, dass die Aktie mittlerweile nur noch deswegen in der Kandidatenliste bleibt, weil das Unternehmen noch zum Euro Stoxx 50 gehört. Über die Branchenauswahl würde es Nokia hingegen nicht mehr in die Liste der Anwärter schaffen.

Da hat sich nämlich Infineon in den letzten Monaten vorbeigeschoben und könnte es sozusagen auf der Überholspur auch direkt in den Euro Stoxx 50 schaffen! Zusammen mit der spanischen Amadeus IT und Continental gehört der deutsche Chip-Wert zu den potenziellen Überraschungskandidaten. Alle drei rangieren derzeit zwischen den Rängen 45 und 50, haben mithin bis zur Abrechnung Ende August durchaus Chancen die sichere Zielmarke von Platz 40 noch zu erreichen.

Streng genommen sind diese drei vielleicht sogar die interessantesten Werte für einen Indexkandidaten-Basket, eben weil hier anders als bei Linde oder Kering die bevorstehende Aufnahme (noch!) nicht so offensichtlich ist.

Damit also auch für diese drei Anwärter eine Vorselektion mit möglicherweise reizvollen Bonuszertifikaten, um die Spekulation ein bisschen abzusichern. Maßgabe, wie bei den Bonussen für die drei anderen Aufstiegskandidaten:  geringes Aufgeld, Puffer von mindestens 20 Prozent und Fälligkeit im ersten Halbjahr 2019 – und dies idealerweise ohne Gewinngrenze nach oben:

Infineon (CQ2ZW7, Barriere 18,50, Bonuslevel 24,50, Laufzeit bis 20.06.19, kein Cap)

Continental (CV58YN, Barriere 185, Bonuslevel 242, Laufzeit bis 28.06.19, kein Cap)

Bei Amadeus IT herrscht völlige Leere. Die Aktie hat zumindest in Deutschland offenbar niemand auf dem Zettel. Überraschend insofern, weil sie sich in den letzten 5 Jahren immerhin verdreifacht hat. Aber zumindest einige Wikifolio-Manager haben Amadeus auf der Uhr. Darunter auch das vielversprechende Real-Money-Portfolio der „Europa Finest Selection“ vom Trader „Value Hunter“ (LS9CPX).

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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