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Ex-Präsident des BVerfG hält Forderung nach Enteignung für unzulässig

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 1 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), Hans-Jürgen Papier, hält das Berliner Volksbegehren für Enteignungen großer Wohnungsunternehmen für aussichtslos. "Um es klar zu sagen: Enteignungen hielte ich in diesem Fall für verfassungsrechtlich eindeutig unzulässig", sagte Papier im WELT-Interview. Zwar sei es zweifellos eine Frage des Gemeinwohls im Sinne von Artikel 14 Grundgesetz, dass Wohnen auch für den Durchschnittsbürger bezahlbar sein müsse. "Aber dieses Ziel kann mit viel milderen Mitteln verfolgt werden als dem Schwert des totalen Entzugs von Eigentum. Zum Beispiel über die Sozialbindung des Grundeigentums und durch mehr Wohnungsbau", so der Staatsrechtslehrer.

Auch Artikel 15 Grundgesetz sieht Papier nicht als tragfähige Grundlage für Enteignungen. "Der Artikel 15 ist 1949 vom Parlamentarischen Rat als Ausdruck der Offenheit in Bezug auf die künftige Wirtschaftsverfassung Deutschlands eingeführt worden. Damals wollte man auch planwirtschaftliche Entwicklungen nicht ausschließen", so der frühere Verfassungsgerichtspräsident. Die Initiative in Berlin ziele im Übrigen nicht auf eine allgemeine Änderung der Eigentumsordnung von Grund und Boden im Sinne von Artikel 15 ab, sondern "auf den Entzug von Eigentum bestimmter Unternehmen".

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl

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April 20, 2019 03:24 ET ( 07:24 GMT)

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