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EZB: Länder sollten Stützungsmaßnahmen nicht gleichzeitig beenden

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Länder des Euroraums davor gewarnt, ihre zur Bekämpfung der Corona-Krise erlassenen Stützungsmaßnahmen gleichzeitig zu beenden. Dies könne mit Blick auf Haushalte und Unternehmen zu Kliffeffekten führen und die Wirtschaftsaktivität 2021 beeinträchtigen, heißt es in einem Aufsatz des aktuellen Finanzstabilitätsberichts.

Laut EZB würden sich solche Effekte auf die erste Hälfte des nächsten Jahres konzentrieren und die Stützungswirkung um rund 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der fünf größten Länder mindern. Wichtigste potenzielle Quellen solcher Kliffeffekte sind laut EZB Kurzarbeitsprogramme, direkte Beihilfen und Steuervergünstigungen, wobei ihre Bedeutung je nach Land variiere.

Besonders gefährdet von Kliffeffekten sind laut EZB Länder, die sich bei ihrer Krisenpolitik stark auf Moratorien, direkte Beihilfen und Steuererleichterungen stützen. "Unter den großen Ländern wären nach Simulationsrechnungen die Niederlande am stärksten betroffen", heißt es in dem Bericht. Dort drohten große Teile von Direktbeihilfen und Steuererleichterungen sowie der Kurzarbeitsprogramme gleichzeitig auszulaufen.

Ähnliches gelte für Italien wegen des Endes von Kreditmoratorien, Kurzarbeitsprogrammen und Direktbeihilfen. "In Deutschland würde die Verlängerung der Kurzarbeitsprogramme bis Ende 2021 nur teilweise den Ausstieg aus den großzügigen Direktbeihilfen und Steuererleichterungen ausgleichen", merkt die EZB an.

Solche Kliffeffekte können laut EZB auch die Bilanzen und die Kapitalausstattung von Banken negativ beeinflussen. Dies wiederum würde deren Fähigkeit zur Kreditvergabe an die Realwirtschaft beeinträchtigen.

In ihrem Bericht warnt die EZB zwar davor, kurzfristig alle Hilfsprogramme gleichzeitig einzustellen, mittelfristig sieht sie allerdings das umgekehrte Risiko, dass Hilfen zu lange aufrecht erhalten werden könnten. "Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen dürfte bei anhaltendem Stress abnehmen. Außerdem könnte die Aufrechterhaltung der Unterstützung zu einer Fehlallokation von Kapital führen und dazu beitragen, nicht lebensfähige Unternehmen am Leben zu erhalten", heißt es in dem Bericht.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

END) Dow Jones Newswires

November 24, 2020 04:00 ET ( 09:00 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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