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EZB stellt geldpolitische Lockerung für Dezember in Aussicht

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat seine Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen, zugleich aber eine Lockerung für Dezember in Aussicht gestellt. "Im aktuellen Umfeld klar nach unten gerichteter Risiken wird der Rat die hereinkommenden Informationen, einschließlich der Dynamik der Pandemie, der Aussichten für die Verfügbarmachung eines Impfstoffs und des Wechselkurses, sorgfältig prüfen", hieß es in der Erklärung. Eine neue Runde makroökonomischer Projektionen des Eurosystems werde im Dezember eine gründliche Neubeurteilung des wirtschaftlichen Ausblicks und der Balance der Risiken erlauben.

Auf Basis dieser aktualisierten Einschätzung wird der Rat seine Instrumente wie erforderlich rekalibrieren, auf die sich entwickelnde Situation reagieren und dafür sorgen, dass die finanziellen Rahmenbedingungen gut bleiben, sie die Konjunkturerholung unterstützen und dem negativen Einfluss der Pandemie auf den Inflationspfad entgegenwirken", hieß es im EZB-Statement. Damit werde die EZB für eine Annäherung des Inflationspfads an den Zielbereich sorgen - im Einklang mit ihrem Bekenntnis zur Symmetrie ihres Ziels.


Geldpolitik bleibt vorerst unverändert

Nach Mitteilung der EZB bleiben vorerst sowohl die Leitzinsen als auch die Wertpapierkaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance konstant. Der Hauptfinanzierungssatz beträgt 0,00 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz 0,25 Prozent und der Bankeinlagensatz minus 0,50 Prozent.

Der EZB-Rat erwartet wie bisher, dass die Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 Prozent liegt. Diese Annäherung soll sich außerdem durchgängig in der Dynamik der Kerninflation widerspiegeln.

Die Nettoanleihekäufe im Rahmen des APP-Programms betragen monatlich 20 Milliarden Euro zuzüglich 120 Milliarden Euro bis Jahresende, die der Rat im März beschlossen hatte. Der EZB-Rat erwartet, dass diese Nettokäufe so lange fortgesetzt werden, wie es für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung der Leitzinsen erforderlich ist. Die Käufe sollen erst kurz vor der ersten Leitzinserhöhung beendet werden.

Die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere werden für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus voll wieder angelegt, zu dem der EZB-Rat mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt. Diese Wiederanlage erfolgt in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.


EZB betont flexible Umsetzung des PEPP

Die Käufe im Rahmen des Pandemiekaufprogramms PEPP haben ein Volumen von 1.350 Milliarden Euro und laufen mindestens bis Mitte 2021, auf jeden Fall aber so lange, bis der EZB-Rat der Ansicht ist, dass die Corona-Krisenphase vorbei ist. Der EZB-Rat will die Käufe wie bisher flexibel umsetzen, und zwar im Hinblick auf Zeitverlauf, Wertpapierklassen und Herkunft der Papiere. Die Tilgungsbeträge fälliger Anleihen werden bis mindestens Ende 2022 voll wieder angelegt.

Die EZB erklärte in ihrem Statement außerdem, dass sie weiterhin über Refinanzierungsgeschäfte für reichlich Liquidität sorgen wolle.

Gegen 14.30 Uhr beginnt eine Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde, bei der Journalisten vor allem die Präferenzen der EZB im Bezug auf die in Aussicht gestellte Lockerung zu ergründen versuchen werden. Auch die Prüfung der geldpolitischen Strategie und die Rolle des Klimaschutzes dürften eine Rolle spielen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

END) Dow Jones Newswires

October 29, 2020 09:08 ET ( 13:08 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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