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EZB stellt Kaufprogramme ein – und bleibt trotzdem Dovish

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit der EZB-Sitzung am heutigen Donnerstag ist es nun offiziell: Die EZB wird ihre Anleihenkäufe im Dezember einstellen. Das ist keine Überraschung und wurde so vom Markt erwartet. Allerdings wurde gleichzeitig angefügt, dass die Annuitäten (Tigung plus Zinszahlung) aus auslaufenden Anleihen voll reinvestiert werden. Und zwar für einen Zeitraum, der noch nach dem Zeitpunkt liegen soll, nachdem die EZB irgendwann mal wieder die Zinsen anheben sollte.

Daneben wurde angekündigt, dass die Zinsen noch mindestens durch den Sommer 2019 hindurch auf ihrem derzeitigen Niveau (also bei Null) verbleiben werden.  

So kann man konstatieren, dass die EZB trotz des auslaufenden Kaufprogrammes weiterhin „Dovish“ eingestellt ist. Zur Erinnerung: Dovish steht im Zentralbankjargon für eine lockere Geldpolitik, also niedrige Zinsen und viel Liquidität. Das Gegenteil ist „Hawkish“, gleichbedeutend mit eher steigenden Zinsen und Liquiditätsverknappung. Somit werden die Geldpolitiker in Doves und Hawks (Tauben und Falken) eingeteilt, je nach ihrer Ausrichtung.

Bloomberg Economics hat für die Mitglieder des EZB-Rates eine Übersicht erstellt, wer eher zu den Möven und wer eher zu den Falken zählt. Einigen vielleicht bekannt, gehört Bundesbankpräsident Jens Weidmann zu den Falken innerhalb des EZB-Rates, während der Chef der EZB, Mario Draghi, zu den Tauben zu rechnen ist.

 

Der wohl wichtigste Teilsatz von Mario Draghi am heutigen Donnerstag war die Formulierung „the balance of risks is moving to the downside“. Soll heißen, dass die ökonomischen Risiken eher steigen und damit eine weiter eher lockere Geldpolitik gerechtfertigt sei im EU-Währungsraum. Dieser Satz sorgte auch unmittelbar für einen schwächeren Euro gegenüber dem US-Dollar.

Im Zuge dieser Einschätzung wurden auch die Wachstums- sowie Inflationsschätzungen für 2018 und 2019 leicht angepasst. Das BIP-Wachstum für die Eurozone wurde jeweils um ein Zehntel Prozent in 2018 und 2019 herab gesetzt, bei der Inflation gab es eine Erhöhung der Schätzung um 0,1 Prozentpunkte für 2018 und eine Reduktion um 0,1 Prozentpunkte für 2019:

 

Was bedeutet das nun für die Märkte oder den Sparer? Für Assetpreise (Aktien, Immobilien etc.) ist also weiterhin mit Unterstützung von der EZB zu rechnen. Sparer, die sich schon lange mit äußerst mageren Renditen zufrieden geben müssen, welche kaum die Inflationsrate ausgleichen, müssen wohl noch einige Zeit mit diesem Problem leben.

Freundliche Grüße

 

Ihr finanztreff.de Team

 

 

 

 

 

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