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Familienunternehmen (3) – Family-30 hängt Dax und Mdax ab

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die konzeptionelle Schwäche des Gex (IE vom 12.9.) hat offenbar auch die Deutsche Börse selbst bemerkt und hat daher einige Jahre später zwei „echte“ Indizes für Familienunternehmen nachgeschoben. Der DaxPlus Family und die kleinere Abordnung dieses Index im DaxPlus Family 30 passen dann auch deutlich besser zu dem Denkansatz der Studie zu den Vorteilen von familiengeführten Unternehmen, die letztlich der Ausgangspunkt für die jetzt angestellte Suche nach geeigneten Anlageinstrumenten gab (siehe IE vom 11.9.). 

Der Daxplus Family enthält alle derzeit gelisteten Unternehmen, bei denen die Gründerfamilie entweder 25 Prozent (oder mehr) der Stimmrechte hält oder aber mindestens fünf Prozent Stimmrechtsanteil besitzt und gleichzeitig einen Vertreter im Vorstand oder Aufsichtsrat stellt. Insgesamt sind das mehr als 110, von denen die 30 größten und liquidesten in den Daxplus Family 30 aufgenommen werden. Die Gewichtung erfolgt wie üblich nach der Börsenkapitalisierung der „frei handelbaren“ Aktien, wobei der Anteil eines einzelnen Unternehmens auf maximal zehn Prozent beschränkt ist.

Und tatsächlich bewegen sich derzeit gleich fünf der 30 Indexmitglieder nahe an dieser 10-Prozent-Marke. Neben den vier Dax-Werten SAP, Fresenius, Merck und Henkel gilt dies auch für die derzeit noch im Mdax geführte Symrise. Diese fünf Titel bestimmen damit zu 50 Prozent das Wohl und Wehe des Index, womit sich dann auch schon die erste systematische Schwäche des Family-30 offenbart. Auch ein Ausweichen auf den breiteren DaxPlus-Family-Gesamtindex würde daran nur wenig ändern. Denn auch hier kommen die fünf Großen nahe an die 50-Prozent-Marke heran.

Die Wertentwicklung des Index kann sich trotzdem sehen lassen und bei einem Vergleich mit dem Dax hat die Family-Auswahl über alle längeren Betrachtungszeiträume die Nase sehr deutlich vorne. Das wiederum ist aber mit Blick auf den Nebenwerte-Boom der letzten Jahre noch keine besondere Leistung, weswegen der Mdax hier die bessere Messlatte ist. Aber auch hier kann sich der Family-30 sehen lassen und entscheidet den 5-Jahres-Rückblick mit 104 zu 78 (Prozent) für sich. Und auch in der Einzelwertung der letzten 5 Kalenderjahre geht der Sieg mit 3:2 knapp an die Familien.

All dies gilt aber nur für die „Return-Variante“ des Family-30, bei der wie in den Dax-Indizes, auch die Dividenden berücksichtigt werden, womit wir dann auch schon bei den verfügbaren Anlageprodukten wären. Da zeigt sich nämlich, dass eben jene Dividenden nur bei einem der beiden verfügbaren Indexzertifikate auch den Anlegern zu Gute kommen. Denn während die HypoVereinsbank bei ihrem Zertifikat stimmig und sinnvoll auf den Performanceindex bezieht (HV1DB4), orientiert sich Vontobel nur am Kursindex (VT0DL4).

Das vermeintliche Vontobel-Schnäppchen (bei dem keine Gebühren erhoben) erweist sich dadurch nämlich als teures Vergnügen. Denn auch wenn die HVB mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,25% optisch teurer aussieht, haben Investoren mit diesem Zertifikat in den besagten fünf Jahren dank der Dividendenanrechnung satte 16 Prozent mehr verdient: Statt eines Wertzuwachses von 87 Prozent bei Vontobel, hat es bei der HVB mit 103 Prozent sogar zu einer Kapitalverdopplung gereicht!

(Anmerkung: um den Mdax mit 78% und den Dax mit 41% zu toppen hat beides gereicht).  

Fazit: Zumindest mit dem HVB-Papier liegt also schon mal eine ernstzunehmende Option für ein Family-Investment vor. Störend bleibt aber die enge Zuspitzung des Index auf nur fünf dominierende  Aktien und natürlich die ohnehin fragwürdige Beschränkung auf deutsche Unternehmen. Für eine leidenschaftliche Investmentempfehlung reicht das noch nicht aus…

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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