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Familienunternehmen (4) – Globale Lösung mit schwerem Start

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Tja. Börse ist es eben manchmal ziemlich undankbar. Denn auch wenn die in den vergangenen Tagen betrachteten rein-deutschen Anlagekonzepte für ein gezieltes Investment in familiengeführte Unternehmen letztlich nicht ganz überzeugen konnten, ist deren Performance in den letzten Jahren eben doch sehr stark gewesen. Dem gegenüber steht eine einigermaßen ernüchternde Entwicklung bei dem einzigen global aufgesetzten Konzept, das ich bei der Suche nach Anlagemöglichkeiten für die reizvolle Familienstrategie bislang identifizieren konnte.

Angeboten wird das Indexzertifikat auf den Solactive Global Family Owned Companies Indes von der UBS, ist aber erst seit Juni 2016 handelbar (UBS1FA). Damit reicht es unter Real-Bedingungen bislang nur für eine 2-Jahres-Performance, die mit einem Plus von rund 13 Prozent deutlich hinter der von den rein-deutschen Indexkonzepten zurückbleibt. Und auch bei den zumeist wenigstens europäisch aufgestellten klassischen Investmentfonds mit dem Familienkonzept sieht es in der kurzen Betrachtung deutlich besser aus. 

Etwas besser sieht es in einem 5-Jahres-Vergleich auf Grundlage des zurückgerechneten Index aus. Da schafft es das Global-Family-Konzept auf Euro-Ebene immerhin auf knapp 60 Prozent. Um den Dax zu schlagen reicht das locker, für den Dax-Family-30 ist es indes zu wenig. Aber bei der ganz langen Sicht auf 10 Jahre – auch wieder nur in der Rückrechnung – sind es dann aber doch imposante 211 Prozent, womit auch die guten Zuwachszahlen von zwei schon so lange angebotenen Themen-Fonds übertroffen worden wären. Bei dem Frankfurt-Trust Unternehmerwerte PT (A0KFFW) sind es gut 120 Prozent und auch der Carmignac Euro-Enterpreneurs (A0DP5Z) kommt auf mehr als 100 Prozent, wobei sich beide aber auf europäische Unternehmen beschränken und dabei nicht nur den Dax, sondern auch den Euro Stoxx 50 Return deutlich übertrumpft haben.

Das Indexkonzept des Solactive Global Family ist aber auch in anderer Hinsicht interessant. Denn zum einen setzt der Index eine Gewichtungsobergrenze von maximal fünf Prozent je Aktie an und zum anderen wird bei Auswahl und Gewichtung nicht nur die reine Größe der Unternehmen betrachtet wie dies sonst üblich ist. Stattdessen werden aus dem insgesamt in Frage kommenden Pool (mindestens 32% Familienbesitz) zunächst die 50 Werte mit den geringsten Kursschwankungen herausgesucht und auch die Gewichtung erfolgt dann anhand dieser Kennzahl.

Ob und was diese zusätzliche Eigenheit bewirkt, kann letztlich aber nicht richtig beurteilt, da schlicht und einfach eine Vergleichsgröße nach „normalen“ Gewichtungskriterien fehlt. Fakt ist aber, dass aufgrund dieses Verfahrens derzeit kanadische Unternehmen mit rund 18 Prozent den größten Indexanteil aufweisen. Dahinter folgt mit gut 14 Prozent die Schweiz. Erst danach kommen mit Franzosen und US-Werten die ersten „üblichen“ Verdächtigen.

Die wichtigsten Kurstreiber der deutschen Indexkonzepte und mancher europäischen Konzepte wie Delivery Hero oder Rocket Internet fehlen hingegen.

Ein abschließendes Urteil zur Qualität der Strategie fällt deshalb schwer. Denn die „Volatilität der letzten 12 Monate“ wie sie hier angewendet wird, schließt ja letztlich auch Unternehmen mit sehr starker Kursentwicklung aus, weil „Volatilität“ in der Finanzwelt üblicherweise nichts über die  Richtung der Kursschwankung aussagt. Und so ein bisschen Schwankung nach oben, hat man ja als Investor auch ganz gerne.

Dabei bleibt leider auch hier das Fazit zunächst verhalten, auch wenn die Anlageidee einer Fokussierung auf familiengeführte Unternehmen insgesamt durchaus reizvoll scheint. Vielleicht ist in diesem Segment ein klassischer Ansatz mit einem aktiven Fondsmanager aber doch die überzeugendere Variante. Und sei es nur, weil auch bei großen von Familien dominierten Unternehmen nicht immer alles rund läuft, wie nicht zuletzt Volkswagen in den letzten Jahren gezeigt hat…

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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