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Favoriten Europa – Auch die stabilsten Banken kommen aus Benelux

| Quelle: INV

Bei einer Betrachtung der europäischen Überflieger aus den Benelux-Ländern dürfen auch die dortigen Finanztitel nicht fehlen. Neben der im Euro Stoxx 50 geführten ING Groep zählt dazu auch das kleinere belgische Haus KBC, die beide zu den Analystenfavoriten im Bankensektor gehören. Die ING Group – der Mutterkonzern der auch hierzulande sehr populären ING-Diba – kann dabei mit einer starken Performance und einer trotzdem weiterhin moderaten Bewertung punkten. In der Finanzkrise wurde der niederländische Finanzkonzern noch mit der Gesamtbranche nach unten gerissen, seit 2014 hat sich die Aktie aber vom Rest der Branche abgekoppelt und strebt seither wieder nach oben.

Entscheidend war dabei die gelungene Abkopplung des Versicherungsgeschäfts, das unter dem neuen Namen „Nationale Nederlanden“ an die Börse geführt wurde. Per Ende 2016 hat ING schließlich auch die letzten Positionen verkauft und damit den seinerzeit in Folge der erhaltenen Staatshilfe während der Finanzkrise geforderten Trennungsprozess abgeschlossen.

Und auch sonst gehört die ING zu den wenigen Großbanken, die den Krisenmodus inzwischen verlassen haben und sich damit wieder auf das eigentliche Geschäft und die Ausrichtung auf die Zukunft konzentrieren können. Und die ist nach Einschätzung der ING-Verantwortlichen digital, sodass in dieser Richtung viele Aktivitäten und Investitionen laufen. Und dies offenbar mit Erfolg, wie auch die gerade veröffentlichten Zahlen zum ersten Quartal wieder bestätigt haben.

Mit einem Netto-Gewinn von 1,14 Milliarden Euro hat die Bank die Erwartungen (wieder einmal) deutlich übertroffen und wurde dafür von Analysten mit einer Reihe von Kurszielanhebungen belohnt. Am weitesten gehen dabei die Analysten bei Barclays, für die ING die „richtige Kombination aus Wachstum, Kapitaldisziplin, Investitionen und Restrukturierung“ findet. Der neue Zielwert wurde deshalb auf 18 Euro hochgesetzt.

Alles zusammen genommen bietet ING somit eine gute Möglichkeit, um den gebeutelten Finanzsektor nun langsam wieder in die persönliche Depotstruktur einzubinden. Mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von gut 4,5 Prozent pro Jahr auf Basis der Schätzungen für die kommenden Jahre ist das Wagnis jedenfalls denkbar.

Dies natürlich auch deshalb, weil dank der hohen Dividendenerwartungen bei ING auch reizvolle Bonus-Konditionen möglich sind. Interessant ist etwa ein bis Ende 2018 laufender Capped-Bonus der Citigroup, bei dem das 18-Euro-Ziel automatisch erreicht wird, wenn die Aktie nicht um mehr als 28 Prozent einbricht (CX99CN). Bleibt die ING-Aktie immer über 11 Euro, dann werden die 18 Euro sicher ausgezahlt – woraus sich aktuell eine Anlagerendite von 11,4 Prozent pro Jahr errechnet (Gewinn absolut: 19,2%).

Wem eine Rendite entsprechend der Dividendenschätzungen – also rund 5% p.a. – genügt, der kann den Sicherheitspuffer auch auf mehr als 40 Prozent ausweiten. Bei gleicher Laufzeit bis Ende 2018 und einer Barriere bei 9 Euro bieten ein Zertifikat von BNP Paribas eine Zielrendite von 5,35% Prozent p.a. Angenehmer Nebeneffekt ist dabei, dass das Zertifikat derzeit deutlich günstiger ist als die Aktie selbst. Somit würde auch im unerwarteten Katastrophenfall mit einem drastischen Absturz der Aktie, der Kapitalverlust entsprechend geringer ausfallen, als mit der Aktie (PR4YFX).

 

Ralf Andreß

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