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Fear-Exchange!

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein Land/Volk, das keine Börsenkultur oder sie verloren hat, steht vor Problemen, die Preise richtig einzuordnen. Deshalb müsste die Frankfurter Börse ihren Namen ändern: „Angst-Börse“ wäre richtiger, wie in dieser Woche gut nachvollziehbar war. Einige Themen sind älter, einige sind neu.

 

Der berühmteste Fall ist die Deutsche Bank. In welcher Art und Weise Herr Sewing die Sanierung der Deutschen Bank angeht, ist wirklich beeindruckend. Auf Zahlen ist im Einzelnen nicht einzugehen, sondern: Mit nachvollziehbaren, aber radikalen Schnitten wird die einstmals größte deutsche Bank, das Paradeinstitut der Deutschen, zusammengeschnitten wie ein Rosenbusch. Gärtner kennen das: Je weiter man zurückschneidet, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser überlebt und anschließend umso schöner blüht. Bei Industriebtrieben ist das in der Regel schwieriger. Gleichwohl:

 

Diese Strategie belohnte der Markt mit einem klaren Nein und zeitweise 9 % Tagesverlust. Am Ende waren es um 5 bis 6 %. Bezeichnend ist die Kommentierung. Keiner glaubt, dass so etwas möglich ist, sieht natürlich die negative Variante und so gut wie niemand die positive.

 

24 Stunden später mussten einige große Konzerne ihre Prognosen ebenfalls reduzieren. Aus ursprünglich bis zu + 10 % beim bereinigten Ebit wurden bei der BASF bis zu minus 30 %, was den Marktwert der BASF um rund 1,6 Mrd. € schrumpfen ließ. Sechs oder sieben Beispiele kleinerer Art lassen sich hier anhängen. Das Interessante daran ist:

 

Alle haben bereits in den letzten Monaten umfangreich an Wert verloren, meist zwischen 25 bis 35 %, worin stets die Einpreisung schlechterer Wirtschaftsdaten enthalten ist. Das ist normales Marktverhalten. Wenn die Zahlen nunmehr bestätigt werden, gleichgültig, ob aus dem laufenden Geschäft oder als Sanierungsfall, entsteht in einem normalen Markt ein Erwartungshorizont und der weist stets in die andere Richtung, nämlich einer positiven Entscheidung, wie das Management es ja auch beabsichtigt. An diesem Fehlverhalten kann man nachvollziehen, wie ein durchaus erfolgreiches Land und Volk schlicht das Gefühl dafür verloren hat, was Unternehmen wert sind, wie sie arbeiten und leben und wie man diesem folgen kann. Auf diese Weise wurde die Frankfurter Börse inzwischen im internationalen Vergleich zu einer Provinzbörse. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung kann man dies gar nicht mehr ausdrücken. Im Vergleich zu New York verschlägt es einem den Atem. Dennoch gerieren sich die Deutschen gern als große Industrienation mit umfangreichem Sozialstatus und sonstigen Werten. Offensichtlich wissen sie nicht mehr, worauf sie stehen. „Angst frisst nun mal die Seele auf."

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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