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Finnland beendet Experiment mit bedingungslosem Grundeinkommen

| Quelle: GoldSilberShop.de | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok für die GoldSilberShop.de GmbH

Zwei Jahre lang hatte die finnische Regierung die sozialistische Utopie eines bedingungslosen Grundeinkommens in die Realität umgesetzt. Dabei wurde 2.000 Versuchspersonen steuerfrei genügend Geld gegeben, um die Versorgung ihrer Familien sicherzustellen, ohne etwas als Gegenleistung erbringen zu müssen. Darüber hinaus durften sie so viel arbeiten, wie sie. Anstatt das Experiment auszuweiten, hat man es nun vorzeitig nach zwei Jahren eingestellt.

In Deutschland wird ein Grundeinkommen von 1.000 Euro für jeden Erwachsenen und 500 Euro pro Kind gefordert. 3.000 Euro netto für eine vierköpfige Familie entsprechen einem Bruttogehalt von fast 6.000 €, was weit jenseits dem deutschen Durchschnittsgehalt eines Vollbeschäftigten liegen würde.

Nach der Vorstellung der Sozialromantiker soll das Grundeinkommen „eine Grundsicherung sein, die Sicherheit geben und so erst einmal den Kopf frei machen soll, damit die Menschen wieder Ideen haben und Problemlösungen erschaffen können.“ Keiner soll sich mehr um seine Existenz sorgen müssen und ganz selbstverständlich das Geld zum Leben bekommen, was er braucht. Wer darüber hinaus mehr haben wolle, könnte ja zusätzlich arbeiten gehen, was nach der Vorstellung der Befürworter des Grundeinkommens, natürlich jeder machen würde. Dem Projekt ging jedoch das Geld aus, was beweist, dass es selbst im kleinen Rahmen gescheitert ist.

Das hat vor allem auch noch einen weiteren Grund: Der unternehmerische Prozess und der freie Markt sorgen dafür, dass nur die besten Ideen erfolgreich sind und Bestand haben – die natürliche Selektion ist dabei erbarmungslos und sichert eine möglichst effiziente Verwendung von Kapital und Ersparnissen, welche Wachstum und Wohlstand erst ermöglichen. Das Risiko, seine Ersparnisse zu verlieren, trägt der Unternehmer, was ihm einen unglaublichen Anreiz gibt, viel und erfolgreich zu arbeiten. Wird das Risiko jedoch über ein bedingungsloses Grundeinkommen gemindert, so wird auch dieser Anreiz deutlich geschmälert bzw. völlig eliminiert, da ein Misserfolg die Existenz nicht mehr vernichten kann. Diese Sicherheit im Einkommen sorgt dafür, dass oftmals völlig am Markt vorbei produziert wird. Mehr noch: Sie sorgt auch dafür, dass Zeit und somit Geld anderer Leute – das der Nettozahler – genutzt wird, um fantastische und unrealistische Unternehmungen, die nicht rentabel sind, künstlich am Leben zu halten oder diese in erster Linie überhaupt erst entstehen zu lassen. Dies gleicht einer ungeheuren Vernichtung von Kapital und Wohlstand, womit die gesamte Gesellschaft ärmer wird.

Statt einer produktiven, den Wohlstand fördernden, Arbeit nachzugehen – ganz gleich wie schlecht diese bezahlt sein mag – haben die Bezieher des Grundeinkommens ihre Freizeit bzw. das Geld anderer Leute genutzt, um unrentablen Fantasien zu folgen. Die Verlagerung der Verantwortung und der Risiken (Moral Hazard) einer Unternehmensgründung auf die Schultern Dritter, ist letztlich immer zum Scheitern verurteilt.

So hat auch der natürliche Zins, der in einem Goldstandard bei etwa 5% liegen würde, den Effekt, dass nur jene mit den besten und vielversprechendsten Ideen sowie den besten Fähigkeiten das Risiko einer Unternehmung eingehen und ggf. Kredit aufnehmen werden bzw. überhaupt erhalten. Jene, die schlechter qualifiziert sind bzw. schlechtere Ideen haben und eine Kapitalrendite von unter 5% besitzen, werden erst gar nicht dazu ermutigt, eine unrentable Unternehmung zu beginnen bzw. nicht in der Lage sein, einen Kredit dafür zu erhalten.

Deshalb sind auch die künstlich niedrigen Zinsen für die europäische Wirtschaft katastrophal. Unrentable Unternehmen unter normalen Marktzinsen, können so weiter existieren und – auf Kosten rentabler Unternehmen – künstlich bestehen. Künstlich niedrige Zinsen sorgen dafür, dass Unternehmer aufgrund einer verfälschten Rentabilitätsrechnung in Branchen und Produkte investieren, die nicht nachhaltig sind und für die real keine Güter vorhanden sind. Nach dieser künstlichen Niedrigzinsphase wird es eine zwingend folgende Hochzinsphase geben, die all jene Unternehmen, die in der Zeit der künstlich niedrigen Zinsen entstanden sind oder sich aufgrund der niedrigen Zinsen am Leben erhalten konnten, in den Konkurs treiben wird. Dies ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die nächste Depression steht bereits in den Startlöchern und die Notenbanken bereit, um Staat und Bankensystem mit dem Drucken von Geld zu retten. Der Euro wird weiter abwerten, wobei der Goldpreis in dem stagflationären Umfeld gedeihen wird. Das bedingungslose Grundeinkommen ist umgesetzter Sozialismus und ebenso wie das sozialistische Geldsystem zum Scheitern verurteilt. Der Euro wird langfristig all jenen, die auf ihn setzen, Armut bringen. Gold und Silber bieten in diesen Zeiten historisch belegt Stabilität und Schutz vor Inflation.

 
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Tim Schieferstein

Tim Schieferstein Seit 2004 privater Edelmetallinvestor und seit 2012 Geschäftsführer der GoldSilberShop.de GmbH – Tim Schieferstein kennt die unterschiedlichen Facetten der Edelmetalle. Nicht alles was glänzt ist Gold – auch Silber und Diamanten sollte seiner Meinung jeder Anleger besitzen. Schließlich gibt es keine andere Geldanlage, die seit Jahrtausenden ihre Brillanz behalten hat. Anlegern bei der goldrichten Anlageentscheidung zu begleiten ist Ziel seiner Publikationen.

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