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FMC: Warum die Aktie am DAX-Ende steht

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wegen Schmiergeld-Zahlungen in zahlreichen Ländern müssen sich Verantwortliche des Medizintechnik-Herstellers Fresenius Medical Care (FMC) strafrechtlichen Ermittlungen stellen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte, dass sie gegen mehrere Mitarbeiter des DAX +0,47%-Konzerns wie auch gegen Personen aus dem Umfeld ermittelt. Zu den genauen Vorwürfen wollte sich die deutsche Justiz nicht äußern. Auch aus den USA kommen keine guten Nachrichten.

Grundlage ist ein Bericht der US-Börsenaufsicht, der zahlreiche Bestechungsfälle bei der Einrichtung von Behandlungszentren für Nierenkranke dokumentiert. Zuvor hatten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR darüber berichtet.

Zwischen 2007 und 2016 sollen Ärzte und Klinikverantwortliche in 17 Ländern systematisch bestochen worden sein. Es ging um die Einrichtungen von Nierenstationen ebenso wie um die Anschaffung von Dialyse-Produkten. FMC ist auf diesem Gebiet weltweit aktiv und mit fast 4.000 Behandlungszentren einer der größten Anbieter. Die Schmiergelder wurden häufig als Provisionen oder Beraterhonorare getarnt.

In den USA hat FMC sich mit den Behörden außergerichtlich geeinigt und 231,7 Millionen US-Dollar gezahlt. In Deutschland arbeite man ebenfalls mit der Justiz zusammen, sagte ein Unternehmenssprecher in Bad Homburg bei Frankfurt. Bereits im März hatte FMC-Chef Rice Powell erklärt, dass man die Vorgänge aufgearbeitet und die internen Regeln verschärft habe.

Die Aktien von FMC +0,46% und auch die der Mutter Fresenius +0,54% sind am Dienstag weiter unter Druck geraten. FMC weiteten die Verluste kontinuierlich aus und lagen zuletzt mit einem Minus von 5,6 Prozent auf 58,10 Euro am Ende des DAX +0,47%. Hält die technische Unterstützung bei 58 Euro nicht, ist mit einem weiteren Rutsch unter 56 Euro zu rechnen, wo FMC Anfang 2019 ein Mehrjahres-Tief markierte (siehe Chart).

Die Berenberg Bank befürchtet, dass es dem Dialyse-Spezialisten schwer fallen dürfte, die Jahresziele zu erreichen. Berenberg-Analyst Tom Jones argumentierte, dass ein Behandlungs- und Kostenerstattungs-Programm (CEC) in den USA wie schon im zweiten Quartal die Ergebnisse von FMC belasten dürfte. Er rechne daher mit einem Rückgang des Nettoergebnisses 2019 um drei Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das wiederum sei "nicht hilfreich für die Stimmung" für die Aktien. Er vermutete aber, dass diese Aussichten im Aktienkurs bereits enthalten seien. Jones hat die Einstufung für FMC +0,46% auf "Buy" mit einem Kursziel von 89,95 Euro belassen.  (Mit Material von dpa-AFX)

12-Monats-Chart Fresenius Medical Care (in Euro)
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