DAX ®12.579,72+0,54%TecDAX ®2.799,05+0,01%S&P FUTURE2.759,50+0,20%Nasdaq 100 Future7.222,75-0,26%
finanztreff.de
WM Tippspiel
teilnehmen und gewinnen
finanztreff.de

Foodwatch fordert «Signal» von Verbraucherschutzministern

| Quelle: dpa-afx topthemen | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Viele Deutsche sind zu dick. Einer der Hauptgründe ist eine ungesunde Ernährung. Wie man vor allem Kinder von Dickmacher besser schützen kann, darüber diskutieren die Verbraucherschutzminister.

Saarbrücken (dpa) - Im Kampf gegen Übergewicht und Fehlernährung fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch dringend Maßnahmen auch gegen die Lebensmittelwirtschaft.

Dazu gehörten eine Herstellerabgabe für zuckergesüßte Getränke und Werbeeinschränkungen für ungesunde Lebensmittel, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch, Martin Rücker, der Deutschen Presse-Agentur. Von den Verbraucherschutzministern, die bis Freitag in Saarbrücken tagen, müsse ein «Signal» ausgehen: «Das Signal, das verstanden wurde, freiwillige Maßnahmen helfen nichts. Die Maxime muss jetzt heißen: handeln statt kuschen.»

Seit 15 Jahren gebe es auf verschiedenen politischen Ebenen Gespräche darüber, was gegen Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen getan werden könne. «Und seit 15 Jahren ist eigentlich nichts passiert», sagte Rücker. Notwendig sei jetzt «ein Bündel» an Maßnahmen: Dazu zähle auch die Einführung einer sogenannten Lebensmittel-Ampel, die je nach Gehalt an Zucker, Fetten und Salz «verbindlich» Produkte mit den Farben Rot, Gelb und Grün gekennzeichnet. «Wir erwarten, dass das jetzt voran geht, auch unter dem Druck der Länder», sagte Rücker.

Saarlands Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD), der die Konferenz seiner Ressortkollegen aus Bund und Ländern derzeit leitet, hat das Thema Werbung auf die Agenda gesetzt. Gerade bei ungesunden Lebensmitteln für Kinder und Jugendliche müsse es «Haltelinien» geben, sagte er. Eine Möglichkeit könne ein gesetzliches Verbot von an Kinder gerichteter Werbung für Dickmacher & Co sein. Denn Kindern fehle die Fähigkeit zu kritischer Distanz, sagte Jost. Er hoffe, dass die Minister am Freitag einen Beschluss zur Eindämmung von «Lockwerbung» für Kinder auf den Weg bringen.

Dass es einen Beschluss zur Zuckersteuer geben werde, glaubte Jost nicht. «Da ist die entsprechenden Unterschiedslinie doch sehr klar erkennbar.» Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich bereits sowohl gegen eine Zuckersteuer als auch gegen eine Lebensmittelampel ausgesprochen. Für eine Beschluss brauchen die Verbraucherschutzminister die Zustimmung von mindestens 13 der 16 Bundesländer. Die Ergebnisse der Konferenz werden am Freitagnachmittag bekanntgegeben.

Rücker sagte, Ziel einer Abgabe auf süße Limonaden sei, die Hersteller dazu zu bewegen, die Zuckerrezepturen zu verändern. Dass dies gehe, habe sich bereits in Großbritannien gezeigt, wo Fanta nun nur noch etwa halb so viel Zucker habe wie in Deutschland. «Schon ein Glas eines Zuckergetränks am Tag erhöht signifikant das Risiko für Übergewicht und Folgeerkrankungen.» Eine Abgabe sollte mit einer Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse kombiniert werden.

Auch wenn es keine einheitliche Linie bei den Ministern gebe: «Ein parteiübergreifendes Signal der Verbraucherschutzminister in Richtung dieser Maßnahmen» wäre «ein deutliches Signal an die Bundesregierung», sagte Rücker. «Sie wird es damit nicht mehr so leicht haben, das einfach zu ignorieren.»

Aber: Beim Thema Ernährung in Schulen und Kitas müssten die Länder nicht auf den Bund warten. «Es ist niemandem zu erklären, dass wir in den staatlichen Schulen häufig Kinder mit einem völlig unausgewogenen Essen versorgen», sagte Rücker. Es brauche ein «klares Bekenntnis aller Länder», die offiziellen Standards für eine ausgewogene Ernährung in Kitas und Schulen verpflichtend umzusetzen. «Das könnte ab morgen passieren.»

Schlagworte:
, , ,
Werbung

Weitere Nachrichten

Rubrik: Topthemen Banken
13.06. Hamburg billigt HSH-Nordbank-Verkauf: «Kleinere Katastrophe»
08.06. US-Kanzlei strebt Anleger-Sammelklage gegen Deutsche Bank an
05.06. BGH stärkt Rechte von Kreditnehmern bei Zinscap-Prämien
Rubrik: Topthemen Börsen
22.06. Drohende US-Autoimportzölle lassen den Dax relativ kalt
21.06. Ölpreise gefallen - Iran lenkt offenbar bei Fördermenge ein
20.06. General Electric steigt aus US-Leitindex Dow Jones ab
Rubrik: Topthemen Finanzen
22.06. Griechenland-Rettung vor dem Abschluss
21.06. Zähes Ringen um letztes Hilfspaket für Griechenland
20.06. EU-Kommissar: Griechenland kann auf eigenen Füßen stehen
Rubrik: Topthemen Konjunktur
22.06. Teures Deutschland? Hohe Preisunterschiede in Europa
21.06. IfW-Forscher erwarten nur kurzen Dämpfer für die Konjunktur
19.06. Forscher erwarten schwächeres Wirtschaftswachstum
Rubrik: Topthemen Unternehmen
12.06. Louboutin gewinnt vor EuGH im Streit um rote Sohlen
12.06. Wirtschaftskriminalität auf höchstem Stand seit fünf Jahren
11.06. Deutschland für ausländische Investoren top
Rubrik: Topthemen Wirtschaft
09:20 Experten: Nachrüstungen alter Diesel «grundsätzlich möglich»
22.06. Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
22.06. EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Rubrik: Topthemen Zentralbanken
14.06. EZB will Anleihenkäufe beenden - Zinserhöhung aber erst 2019
14.06. US-Notenbank hebt Zinsen weiter an - was macht die EZB?
13.06. Fed erhöht Zinsen - 2018 könnten noch zwei Schritte folgen
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung
Werbung
Börsenseminare: Investieren Sie in Ihre Bildung!
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Top-Wachstumsaktien

Wo bieten sich Anlegern weltweit die besten Wachstumschancen? Wir stellen im neuen Anlegermagazin vier Titel mit viel Potenzial vor.

Jetzt kostenlos anmelden!
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 26 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen