DAX ®13.681,19-0,75%TecDAX ®3.234,62-0,82%Dow Jones29.232,19-0,56%NASDAQ 1009.629,80+0,06%
finanztreff.de

Forscher: Brexit Argument gegen Finanztransaktionssteuer

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Der Frankfurter Ökonom Sascha Steffen hat wegen des bevorstehenden EU-Austritts Großbritanniens vor der Einführung einer Finanztransaktionssteuer gewarnt. "Was wir gar nicht gebrauchen können, ist eine Finanztransaktionssteuer, denn die würde die Illiquidität der Märkte noch verstärken", sagte Steffen unter Verweis auf den Brexit, der den Unternehmen der EU ein Drittel ihres bisherigen Kapitalmarktvolumens entziehen dürfte.

Wie gravierend die Auswirkungen für die Unternehmen auf dem europäischen Festland werden, hängt laut Steffen davon ab, wie "hart" der Brexit auf der Finanzmarktseite ausfällt. "Je härter, desto schlimmer und desto stärker müssen wir bei der europäischen Kapitalmarktunion vorangehen", sagte er bei einer Veranstaltung der Frankfurt School of Finance, in der er als Professor für Finance arbeitet.

Ein Risiko eines harten Brexits besteht aus EU-Sicht laut Steffen darin, dass es zu einer Kapitalunterversorgung der Unternehmen kommt, dass die Kapitalkosten langfristig steigen und dass Festlandseuropa noch abhängiger von Banken wird. Europas Bankensystem sei verglichen mit dem der USA immer noch vergleichsweise schwach, und auch ein stärker kapitalmarktorientiertes Europa brauche starke Banken als Intermediäre in den Sekundärmärkten für Aktien und Anleihen, sagte er.

Die Voraussetzungen für tiefere Kapitalmärkte müssen laut Steffen von den Staaten selbst geschaffen werden, aber für deren stärkere Integration sei die EU verantwortlich, die gegen die Fragmentierung von Aufsicht und Insolvenzrecht vorgehen müsse.

Steffen will aber noch nicht so weit gehen, den Finanzstandort London für die EU völlig abzuschreiben, denn beide ergänzten einander gut. "Großbritannien hat das Kapital, die EU hat die Kunden, und deshalb hat auch Großbritannien ein großes Interesse daran, den Zugang zum EU-Kapitalmarkt zu behalten", sagte er. Umgekehrt hätten z.B. die deutschen Autohersteller Interesse am britischen Markt.

Am 1. Februar beginnt eine einjährige Übergangsphase, innerhalb derer die EU und Großbritannien ihre Handelsbeziehungen klären müssen. Eine Fristverlängerung, die prinzipiell möglich wäre, schließt der britische Premierminister Boris Johnson bisher aus.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

END) Dow Jones Newswires

January 22, 2020 09:19 ET ( 14:19 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Nachrichten

Quelle: Dow Jones Newswire Web
18.02. NACHBÖRSE/XDAX +0,2% auf 13.702 Pkt - Adva unter Druck ADVA OPT.NETW.SE O.N. 7,60 -7,09%
18.02. MÄRKTE USA/Apple nach Umsatzwarnung unter Druck - Gold gesucht APPLE 294,35 +2,20%
18.02. PTA-DD: PIERER Mobility AG: Mitteilung über Eigengeschäfte von Führungskräften gem. Art. 19 MAR PIERER MOBILITY AG 49,00 +0,82%
18.02. PTA-Adhoc: Pacifico Renewables Yield AG: Außerordentlicher Hauptversammlung wird Ausgabe von bis zu 915.000 Aktien zum Preis von jeweils EUR 22,00 vorgeschlagen PACIFICO RENEW.YLD INH ON 34,35 ±0,00%
18.02. DGAP-Adhoc: ADVA Optical Networking SE erwartet Gewinnreduzierung aufgrund von Lieferengpässen durch COVID-19 und stellt Prognosezeiträume um ADVA OPT.NETW.SE O.N. 7,60 -7,09%
18.02. DGAP-Adhoc: ADVA Optical Networking SE expects profit reduction due to delivery shortages caused by COVID-19 and changes guidance periods ADVA OPT.NETW.SE O.N. 7,60 -7,09%
18.02. Metro schließt Kaufvertrag über Real mit SCP Group METRO AG ST O.N. 12,20 -0,77%
18.02. Sistema PJSFC: Ad-Hoc Notice SISTEMA GDR REGS 1/50 5,56 +2,02%
18.02. DGAP-Adhoc: METRO AG hat mit SCP Group Kaufvertrag über Real geschlossen METRO AG ST O.N. 12,20 -0,77%
18.02. DGAP-Adhoc: METRO AG concluded purchase agreement regarding Real with SCP Group METRO AG ST O.N. 12,20 -0,77%
Rubrik: Finanzmarkt
18.02. BUSINESS WIRE: Andersen Global expandiert nach Marokko und baut Präsenz in Afrika aus
18.02. BUSINESS WIRE: Die Lösung von Tigo für rasches Abschalten: Über eine Million ausgelieferte Einheiten
18.02. BVB besiegt Tuchel dank Doppelpack von Wunderstürmer Haaland BORUSSIA DORTMUND 9,00 +1,01%
18.02. Trump: Bloomberg will Kandidatur der Demokraten 'illegal' kaufen
18.02. Metro verkauft Supermarkttochter Real an Finanzinvestor METRO AG ST O.N. 12,20 -0,77%
18.02. ROUNDUP/Aktien New York Schuss: Dow zeigt Schwäche mit Apple wegen Virussorgen Dow Jones 29.232,19 -0,56%
18.02. Aktien New York Schluss: Dow zeigt Schwäche mit Apple - Virussorgen zurück Dow Jones 29.232,19 -0,56%
18.02. VIRUS/ROUNDUP: Adva rechnet nun mit negativer Ergebnismarge - Kurs sackt ab ADVA OPT.NETW.SE O.N. 7,60 -7,09%
18.02. BUSINESS WIRE: Franchise Partners Outlines Opportunities for Value Creation at Kirin Holdings
18.02. VIRUS: Adva rechnet nun mit negativer Ergebnismarge - Aktienkurs sackt ab ADVA OPT.NETW.SE O.N. 7,60 -7,09%

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Glauben Sie, dass sich die TV-Giganten ProSiebenSat.1 und RTL zusammenschließen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen