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Freenet: Analyst senkt den Daumen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Eine Verkaufsempfehlung der Schweizer Bank UBS hat am Freitag den Kurs von Freenet -2,52% schwer belastet. Sie büßten zeitweise mehr als sieben Prozent auf 19,74 Euro ein und lagen damit am Ende des MDax der mittelgroßen Börsentitel. Die jüngsten Kurstreiber für die Papiere seien mittlerweile eingepreist, argumentierte Analyst Polo Tang. Er senkte das Votum von "Halten" auf "Verkaufen" und nannte ein Kursziel von 16 Euro.

Von den Veränderungen in der Mobilfunk-Branche gingen längerfristig Risiken aus für die Aktivitäten von Freenet, schrieb Tang. Auch habe sich das TV-Geschäft in den vergangenen Quartalen nicht positiv entwickelt.

Die jüngste Kursstärke der Aktien dürfte auch der traditionell außerordentlich hohen Dividendenrendite von 7,9 Prozent geschuldet gewesen sein. In diesem Jahr wird der Dividenden-Aristokrat seine Ausschüttung erstmals seit acht Jahren nicht erhöhen. Mitte Mai überweist das Unternehmen die Dividende an die Aktionäre.

Fusion mit Sunrise soll überarbeitet werden

Derweil arbeitet Freenet nach wie vor an besseren Bedingungen für die geplante Fusion seiner Schweizer Beteiligung Sunrise. "Ich glaube weiterhin, es muss sich was tun", sagte der seit Jahresbeginn amtierende Finanzchef Ingo Arnold im Gespräch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Ich bin auch nach all den Gesprächen, die ich zuletzt geführt habe, nicht zu der Überzeugung gelangt, dass die gewählte Deal-Struktur richtig ist."

Freenet kritisiert zum einen, dass die erzielbaren Synergien nicht im Unternehmen bleiben sollen, und zum anderen die geplante Bezahlung der Übernahme in bar.

Freenet hält knapp 25 Prozent an Sunrise und kassiert jährlich eine ordentliche Dividende von den Schweizern. Der MDax-Konzern sieht den Anteil als eine Finanzbeteiligung. Sunrise hatte Ende Februar angekündigt, die im Internet- und TV-Geschäft starke UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Schweizer Franken inklusive Schulden übernehmen zu wollen.

Kapitalerhöhung verwässert

Um den Deal zu stemmen, will Sunrise mit einer Kapitalerhöhung 4,1 Milliarden Franken aufnehmen - das würde Freenets Beteiligung deutlich verwässern. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei einer Kapitalerhöhung mitmachen, halte ich weiterhin für gering", sagte Arnold. "Ich halte es weiter für ungewöhnlich, dass man einen Deal ankündigt, der nicht vom größten Aktionär unterstützt wird." Die Entscheidung, wie Freenet bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung abstimmt, lässt sich das Unternehmen daher offen.

Freenet verspricht sich auch von seiner Beteiligung an der Media-Saturn-Mutter Ceconomy einiges. Im vergangenen Juli beteiligte sich Freenet mit rund 9 Prozent an dem Konzern, bezahlte dafür aber mit 8,50 Euro deutlich mehr als die Aktie wert war und fuhr einen Bewertungsverlust ein. "Wir sehen deutlich mehr Gesprächsbereitschaft mit dem Unternehmen auf verschiedensten Ebenen", sagte Arnold.

Die Norddeutschen sehen den Einstieg strategisch und wollen mit mehr Mitspracherecht den seit langem bestehenden Verkaufskanal in den Elektronikmärkten noch ausbauen. Mit der Ankündigung der Holding, in Deutschland ein straffes Sparprogramm vor allem in der Verwaltung aufzulegen, konnte sich zuletzt auch der Aktienkurs wieder etwas erholen. Mit zuletzt rund 6 Euro liegt er aber weiter deutlich unter dem Kaufkurs von Freenet.

Chartsignal deutet weiter steigende Kurse an

Freenets eigener Aktienkurs -2,52% hat sich in diesem Jahr von der deutlichen Schwäche im Vorjahr mit einem Plus von rund einem Viertel erholen können . Vor einem Jahr war das Papier aber trotzdem noch rund ein Fünftel mehr wert als derzeit (siehe Chart unten).

Seit Jahrzehnten verkauft die Freenet-Tochter Debitel Mobilfunkverträge in den Elektronikmärkten. Der Einstieg von Freenet in das Fernsehstreaming übers Internet eröffnet nun zusätzliche Verkaufschancen. "Wir sehen viele Möglichkeiten, wie man zum Beispiel Waipu in den Märkten von Media-Saturn noch besser vermarkten kann", sagte Arnold. Beim TV-Angebot Waipu können Nutzer über das Internet reguläre Fernsehsender empfangen und etwa weitere Sender in hoher Auflösung oder zusätzlichen Speicherplatz für Aufzeichnungen dazu buchen.

Die Freenet-Aktie -2,52% hat mit dem aktuellen Kursabschlag die 200-Tage-Linie erreicht. Eigentlich deutete sich gerade ein "Golden Cross" an. Dieses charttechnische Signal, bei dem die 50-Tage-Linie die 200er von unten nach oben schneidet, gilt oft als Zeichen für einen beginnenden längerfristigen Kursaufschwung.

Mit Material von dpa-AFX

Drei-Jahres-Chart Freenet (in Euro)
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