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Fresenius: zurück zur Normalität?

| Quelle: Marcus Landau | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach einem rabenschwarzen Jahr konnte der Dialysespezialist Fresenius SE zuletzt wieder etwas Vertrauen zurückgewinnen. Große Sprünge dürften zunächst zwar nicht drin sein, nach unten scheint der Aktienkurs des Gesundheitskonzerns aber mittlerweile gut abgesichert zu sein. Für chancenorientierte Anleger könnten Discount Optionsscheine deshalb eine interessante Produktwahl darstellen.

Was für ein Desaster! Jahrelang galt die Fresenius SE als einer der Musterknaben im Deutschen Aktienindex. Verlässliche Aussagen sowie kontinuierlich steigende Gewinne und Dividendenzahlungen des diversifizierten globalen Healthcare-Unternehmens sorgten für hohes Vertrauen in die Fähigkeiten des Managements und nicht zuletzt auch für steigende Aktienkurse.

Nichts ist schlimmer als enttäuschte Erwartungen

Im vergangenen Jahr hat der Nimbus allerdings erheblich gelitten. Gleich zweimal mussten Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten revidiert werden. Aufgrund von Problemen im Krankenhaus- sowie im Dialysegeschäft wurden zunächst die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2018 kassiert. Kurz darauf kam es dann auch noch zu einer Reduzierung der durchaus ambitionierten Ziele bis 2020. Gleiches gilt auch für die ebenfalls im DAX enthaltene Tochter Fresenius Medical Care. Hinzu kommt der schlechte Eindruck, den das Management bei der geplanten Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn hinterlassen hat. Der milliardenschwere Zukauf, der ursprünglich Anfang 2018 abgeschlossen werden sollte, wurde wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests im vergangenen Frühjahr überraschend abgeblasen. Und das nachdem sich Fresenius-Chef Stephan Sturm kurz zuvor noch sehr positiv geäußert hatte. Der US-Konzern bestritt die Anschuldigungen und klagte auf die Durchführung der Übernahme, womit er Anfang Dezember allerdings in letzter Instanz gescheitert ist. Dennoch kostete die missglückte Transaktion viel Anlegervertrauen und hatte einen nicht unerheblichen Anteil an der schwachen Kursentwicklung von -35% im Jahr 2018.

„Back to normal“?

Inzwischen hat sich die Nachrichtenlage bei Mutter und Tochter allerdings wieder etwas verbessert. Trotz der angesprochenen Probleme konnten Umsatz und Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2018 gesteigert werden. Der Gesundheitskonzern aus der Nähe von Frankfurt erzielte damit das 15. Rekordergebnis in Folge. Nach Einschätzung von Analysten sollten in den kommenden Jahren weitere folgen. Einige rechnen für 2019 und 2020 mit bereinigten IFRS-Ergebnissen von über 2,80 Euro und über 3,00 Euro je Fresenius-Aktie, was einem KGV von 17,5 (2019e) entspricht. Sowohl für FMC (Dialyse), wie auch für die Töchter KABI (Ernährungs- und Infusionstherapie) und HELIOS (Trägerschaft von Krankenhäusern) betrachten sie 2019 dabei als Übergangsjahr.

Auf der anderen Seite sollte die hohe Dividendenkontinuität für eine solide Absicherung gegen weitere Kursrückgänge sorgen. So schlägt das Management für das vergangene Geschäftsjahr eine Ausschüttung in Höhe von 80 Cent vor. Die Absegnung durch die Aktionäre vorausgesetzt, ist dies die 26. Erhöhung in Folge. Trotz der eher bescheidenen Dividendenrendite von nur 1,6% (DAX-Durchschnitt: 3,6%) ist der Titel damit ein echter Dividendenaristokrat.

Hohe Kurschance bei unverändertem Aktienkurs

Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte billigen einige Analysten der Fresenius SE-Aktie aktuell einen fairen Wert von 44 Euro zu. Für chancenorientierte Anleger, die zu einer ähnlichen Einschätzung kommen, könnten Discount Optionsscheine Long mit einem Basispreis von 36 Euro sowie einem Cap bei 41 Euro mit Fälligkeit Ende Juni (WKN DF1AMY) deshalb interessant sein. Sollten die Aktien des Gesundheitskonzerns am Bewertungstag (21.06.2019) bei mindestens 41 Euro notieren, erfolgt die Rückzahlung der Discount Calls zu exakt fünf Euro, woraus sich beim aktuellen Kurs von 4,67 Euro eine Rendite von 7,1% auf Sicht von weniger als vier Monaten (23,9% p.a.) ergäbe. In die Verlustzone geraten Anleger erst, wenn der Basiswert zum besagten Zeitpunkt unter 40,67 Euro notiert. Zum Totalverlust kommt es bei Kursen von 36 Euro und tiefer.

Bei etwas positiverer Einschätzung kann bei identischer Fälligkeit auch auf Discount Calls mit Cap bei 46 Euro (WKN DF1AMZ) zurückgegriffen werden. Hier betragen Seitwärts- und Maximalrendite sogar 28,9%. Zu positiven Erträgen kommt es, sofern Fresenius SE-Aktien am 21. Juni mehr als 44,88 Euro kosten. Dabei ist der voraussichtliche Dividendenabschlag in Höhe von 80 Cent am 20. Mai natürlich jeweils in die Investitionsüberlegung mit einzubeziehen.

Stand:  05.03.2019

Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte bei der DZ BANK

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Marcus Landau

Marcus Landau Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf.

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