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Freude im Dax über Handelsstreit-Annäherung schwindet

| Quelle: dpa-afx topthemen | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Frankfurt/Main (dpa) - Die Euphorie vom Wochenbeginn am deutschen Aktienmarkt ist am Dienstag einer sichtbaren Ernüchterung gewichen.

Ungeachtet des «Waffenstillstands», auf den sich die USA und China in ihrem Handelsstreit geeinigt haben, belastet die politische Unsicherheit laut Analyst David Madden von CMC Markets UK weiter die Stimmung.

Der Leitindex Dax weitete im Handelsverlauf seine Verluste aus und schloss mit einem Minus von 1,14 Prozent bei 11.335,32 Punkten. Für den MDax, in dem sich die mittelgroßen deutschen Unternehmen versammeln, ging es am Dienstag letztlich um 1,58 Prozent auf 23.392,14 Punkte nach unten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,80 Prozent auf 3189,25 Punkte. Auch für die nationalen Indizes in Paris und London ging es nach unten. In New York notierte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss rund 0,8 Prozent im Minus.

Am Montag hatte der Dax noch fast zwei Prozent gewonnen, nachdem sich US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping geeinigt hatten, in neuen Verhandlungen nach Lösungen im Zollkonflikt beider Länder zu suchen. Damit sei das Problem aber nur auf das kommende Jahr verschoben worden, merkte Experte Madden an.

«Ein Waffenstillstand ist besser für das Marktvertrauen als eine weitere Eskalation», räumte er ein. Doch die ausstehende Lösung des Konflikts beschäftige die Anleger weiter. Gleiches gelte für den Haushaltsstreit zwischen Italien und der Eurozone, in dem beide Seiten bisher keine Bereitschaft zum Nachgeben zeigten. Zuletzt zeigte sich Trump immerhin offen für eine Fristverlängerung bei den Verhandlungen mit China.

Am Markt überwog - auch angesichts schwacher deutscher Auto-Absatzzahlen im November - die Vorsicht: VW-Titel verloren rund drei Prozent, und für Daimler und BMW ging es um fast drei beziehungsweise mehr als anderthalb Prozent bergab.

Die Autozulieferer standen ebenfalls unter Druck, wofür auch eine negative Studie verantwortlich war. Anteilsscheine von Continental und Hella büßten fast fünf und rund sechseinhalb Prozent ein.

Bei der Lufthansa drückten die wieder höheren Ölpreise auf den Kurs: Die Aktien verloren am Dax-Ende mehr als sechs Prozent. Dank der Fusion von Linde und Praxair wird die Aktie des deutschen Gaseherstellers und Anlagenbauers nun auch in den Stoxx-Europe-50-Index aufgenommen. Die Änderung wird zum Handelsstart am 24. Dezember wirksam. Linde-Aktien gewannen an der Dax-Spitze rund zwei Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 141,60 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,34 Prozent auf 162,21 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1333 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1409 (Montag: 1,1332) Dollar festgesetzt.

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