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Für die Lufthansa kommt's dicke

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mitten in der Feriensaison drohen Reisenden Flugausfälle und lange Warteschlangen an den Flughäfen: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat Streiks bei der Lufthansa und ihren Töchtern Eurowings und Germanwings angekündigt. "Der Chaos-Sommer, der uns letztes Jahr beglückt hat, wird dieses Jahr wahrscheinlich nochmal größer", sagte Daniel Flohr, stellvertretender Ufo-Vorsitzender. Die Streiks der Kabinenmitarbeiter in Deutschland sollten im Juli beginnen. Die Lufthansa reagiert mit Unverständnis und beschwichtigt.

Zu spüren sein werden die Auswirkungen des Arbeitskampfs laut Ufo zuerst bei Eurowings und Germanwings. Dort werde es so schnell wie möglich eine Urabstimmung geben. Bei der Lufthansa werde sich dies "um ein paar Wochen" verzögern. "Am Ende dieser Urabstimmungen werden wir konkret verkünden, wann, wo und wie lange Arbeitskämpfe stattfinden werden", sagte Flohr. Er warf der Lufthansa vor, die Eskalation zu suchen. "Die Strategie des Konzerns steht in Frage."

Die Lufthansa teilte hingegen mit: "Einen Streik kann es nicht geben, da es derzeit weder offene Tarifverträge noch konkrete Forderungen gibt." Im Hintergrund steht ein seit Monaten währender Streit: Ufo hatte Tarifverträge mit der Lufthansa bereits im März gekündigt, das Unternehmen hat diese Kündigungen jedoch nicht anerkannt.

Am Finanzmarkt war die Reaktion auf die Streikdrohung klar negativ. Lufthansa-Aktien +2,75% gehörten schon am Donnerstag zu den Verlierern im ansonsten freundlichen Dax +0,34%. Am Freitag setzt sich die Talfahrt fort. Bei 14,76 Euro markierten die Lufthansa-Papiere den tiefsten Stand seit Frühjahr 2017 (siehe Chart unten). Im laufenden Jahr sind sie mit einem Minus von 24 Prozent der schwächste Wert im Dax.

Auch die Gewinnwarnung vom vergangenen Wochenende wirkt nach. Die Lufthansa steht aktuell unter einem enormen Wettbewerbsdruck durch Billigflieger wie Ryanair -0,04% und Easyjet -0,69%, die versuchen dem Dax-Konzern Marktanteile abzuringen. Dieser Wettbewerb drückt auf die Ticketpreise. Vor diesem Hintergrund dürfte der Kostendruck noch zunehmen.

Am Freitag kommt eine Kurszielsenkung durch die Deutsche Bank hinzu. Statt bislang 24,90 Euro erwarten die Analysten nun auf Sicht von zwölf Monaten nur noch 15,50 Euro. Die Einstufung beließen sie auf "Hold". Die deutliche Gewinnwarnung der deutschen Airline sei symptomatisch für die Überkapazitäten und den harten Preiskampf in Deutschland und Österreich, schrieb Analyst Jaime Rowbotham in einer Branchenstudie.

Zudem seien die Ziele des Dax-Konzerns nach dem ersten Quartal zu optimistisch gewesen. Für die Lufthansa nehme der Wettbewerb in ihren Heimatmärkten zu. Wenngleich sich die Situation für die großen Netzwerk-Fluggesellschaften insgesamt etwas verschlechtert und er seine Erwartungen für 2019 nach unten geschraubt habe, sieht der Experte dennoch keinen Anlass zur Panik.

Das Analysehaus RBC hat die Aktie der Lufthansa +2,75% derweil auf "Outperform" belassen. In Befragungen der britischen Unternehmensberatung Skytrax zur subjektiven Qualität internationaler Fluggesellschaften und Flughäfen hätten die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften sich zwar verschlechtert, könnten aber im Vergleich zu europäischen Konkurrenten immer noch eine relativ hohe Kundenzufriedenheit vorweisen, schrieb Analyst Damian Brewer am Freitag.

Mit Material von dpa-AFX

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