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„GDL-Strategien“: Eine kleine Anpassung sorgt für den entscheidenden Impuls

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wie gestern an dieser Stelle erläutert, können Anleger mit einer sehr simplen Strategie langfristig ähnliche Ergebnisse wie der Dax erzielen und gleichzeitig die Risiken in Form von massiven temporären Kursverlusten deutlich reduzieren. Möglich ist das zum Beispiel mit einer „GDL-Strategie“, wo eine langfristige Durchschnittslinie vorgibt, ob Anleger ihr Kapital in den Dax investieren oder Cash halten. Wir haben das anhand der 200-Tage-Linie gezeigt und zunächst die Regel aufgestellt, dass man immer nur dann im Markt ist, wenn der Dax oberhalb dieses Gleitenden Durchschnitts notiert. Unter Berücksichtigung der mit 0,1 Prozent pro Umschichtung angesetzten Transaktionskosten wären wir so nach 30 Jahren auf eine Jahresrendite von 7,4 Prozent (DAX: 7,5 Prozent) gekommen und hätten zwischendurch einen maximalen Drawdown von „nur“ 40 Prozent (DAX: 73 Prozent) verkraften müssen. Dieser deutlich geringere Maximalverlust resultiert aus dem genannten Regelwerk, das bei einem starken und lang anhaltenden Crash relativ früh den Ausstieg aus dem Markt vorgibt.

Ein großes Problem solcher Strategien ist aber, dass es in langen Seitwärtsphasen ständig zu neuen Signalen kommt, weil die Durchschnittslinie irgendwann fast horizontal verläuft und der Dax mal darüber und mal darunter notiert. Das kostet unter dem Strich viel Geld und oftmals auch Performance. In unserem Beispiel gestern wären innerhalb der letzten 30 Jahre zum Beispiel 155 Transaktionen notwendig gewesen. Um die negativen Auswirkungen zu begrenzen, sollte man das Regelwerk hier etwas anpassen. Statt bei jedem Über- und Unterschreiten der 200-Tage-Linie aktiv zu werden, wird auf beiden Seiten ein kleiner Puffer eingebaut.

So wird das Investment im Dax zum Beispiel erst dann aufgelöst, wenn der Index zwei Prozent unter den Durchschnitt gefallen ist. Im Anschluss werden neue Positionen erst dann eingegangen, wenn der Dax zwei Prozent über den Durchschnitt gestiegen ist. Allein durch diese kleine Anpassung reduziert sich die Anzahl der Transaktionen von 155 auf nur noch 57, was nicht nur Kosten sondern auch Arbeitsaufwand spart. Gleichzeitig wäre die Jahresrendite von 7,4 Prozent auf 8,1 Prozent gestiegen, womit bereits eine Outperformance gegenüber dem DAX (7,5 Prozent p.a.) gelungen wäre. Und der maximale Drawdown hätte nur noch bei gut 31 (statt 40) Prozent gelegen, womit Anleger wahrscheinlich deutlich entspannter leben könnten als mit den 73 Prozent beim DAX selbst.

Nun ist der Puffer von zwei Prozent in beide Richtungen völlig willkürlich ausgewählt worden, weil es uns zunächst nur darum ging, ob sich aus solch einer - mit Blick auf die Seitwärtsphasen-Problematik sinnvoll erscheinenden – Anpassung tatsächlich Vorteile ergeben. Danach sieht es tatsächlich aus. Ganz wichtig bei solchen Backtests ist aber, dass man hier keine Zufallstreffer landet. Deshalb haben wir es auch mit anderen Werten getestet. Bei 2,5 Prozent Puffer wäre die p.a.-Rendite auf 8,3 Prozent und bei 3 Prozent Puffer auf 8,6 Prozent gestiegen. Bei einem beidseitigen Puffer von 4,5 Prozent kämen wir sogar auf eine Jahresrendite von 9,4 Prozent (bei nur 25 Transaktionen in 30 Jahren; der maximaler Drawdown wäre mit 34 Prozent aber etwas höher ausgefallen). Danach schwächt sich der positive Effekt in Sachen Rendite wieder etwas ab.

Der vermeintlich „optimale“ Wert hätte also bei etwa 4,5 Prozent gelegen. Ganz bis ins letzte Detail haben wir es aber nicht getestet, weil eine Überoptimierung solcher Strategien nicht zielführend ist. Schließlich wird sich der Dax in Zukunft nicht exakt so entwickeln wie in der Vergangenheit. Von daher wird in den nächsten 30 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit ein anderer Puffer das letztlich optimale Ergebnis liefern. Wichtig ist alleine die Erkenntnis, dass man mit einer solch simplen „GDL-Strategie“ zunächst einmal die Risiken deutlich reduzieren und mit Hilfe einer kleinen Anpassung dann sogar eine bessere Rendite als der Dax erzielen konnte. Ob das in Zukunft auch so sein wird, weiß man natürlich nicht. Auf- und Abwärtstrends mit den jeweiligen Übertreibungen wird es an den Börsen aber wahrscheinlich immer geben. Und genau darauf baut eine solche Strategie ja auf.

Im letzten Teil dieser kleinen Serie testen wir die „GDL-Strategie“ noch auf andere Aktienindizes, um ausschließen zu können, dass wir hier mit dem Dax zufällig einen optimal dazu passenden Index gewählt haben.

 

Thomas Koch

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