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Geld und Brief, NAV, iNAV und PreNAV – Worin liegt der Unterschied?

| Quelle: THOMAS_MEYER_ZU... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Grundsätzlich existieren im Wertpapierhandel immer voneinander abweichende Kurse für den An- bzw. Verkauf von Wertpapieren. Der Briefkurs (Verkaufskurs) ist dabei der Kurs, zu dem der Anleger Stücke des entsprechenden Wertpapiers am ausgewählten Handelsplatz erwerben kann. Analog dazu stellt der Geldkurs den Ankaufskurs dar, zu dem der Anleger Wertpapiere aus seinem Bestand veräußern kann. Der Geldkurs notiert immer niedriger als der Briefkurs; die sich hieraus ergebende Differenz wird als Geld-Brief-Spanne bzw. Spread bezeichnet. Aber wie ergeben sich nun die vom Handelspartner (beispielsweise der Commerzbank oder einem Market Maker) quotierten Kurse für die ETF-Anteile?

ETFs unterscheiden sich von klassischen Fonds vor allem darin, dass sie über die Börse und nicht über die Fondsgesellschaft gehandelt werden. Da ein ETF immer einen bestimmten Index abbildet, orientiert sich die entsprechende Wertentwicklung sehr stark an der Kursentwicklung dieses zugrundeliegenden Index. Dabei wird über die Zusammensetzung sowie Berechnungsmethodik des Index ein Wert errechnet, der die Marktpreise der zugrunde liegenden Bestandteile widerspiegelt. In der Regel bewegt sich der Preis sehr nahe am fairen Wert des Fonds.

Der Nettoinventarwert (NAV) eines ETF
Wie bestimmt sich nun der Wert eines einzelnen Fondsanteils? Diese Information verbirgt sich hinter dem Begriff Nettoinventarwert, auch NAV (Net Asset Value) genannt. Um den NAV eines ETF zu berechnen, werden zunächst alle im Fondsvermögen vorhandenen Vermögenswerte, beispielweise Aktien und Barmittel, summiert. Dabei erfolgt die Bewertung der Vermögensgegenstände mit dem jeweiligen Tagesschlusskurs. Anschließend erfolgt der Abzug aller Verbindlichkeiten gegenüber dem Fonds. Das resultierende Nettoergebnis wird durch die Anzahl aller ausstehenden Fondsanteile geteilt, um so auf den aktuellen Nettoinventarwert je Fondsanteil zu kommen. Die Berechnung des NAV wird einmal pro Tag von der Depotbank des Fonds berechnet. Für alle ComStage ETFs wird der NAV börsentäglich auf Basis des jeweiligen Indexschlusskurses unter www.comstage.de veröffentlicht.

Kann es vorkommen, dass an bestimmten Tagen kein Nettoinventarwert berechnet wird? Dies kann in der Tat der Fall sein und zwar dann, wenn es sich – unabhängig von Feiertagen in Deutschland – um sogenannte Fondsfeiertage handelt. Fondsfeiertage können beispielsweise Tage sein, an denen im Heimatland der Fondsgesellschaft (bei ComStage ETFs ist dies Luxemburg) ein Feiertag ist. Aber auch Feiertage, die sich aus den regionalen Anlageschwerpunkten der Fonds ergeben, können dazu führen, dass an bestimmten Tagen kein NAV ermittelt werden kann.

PreNAV und iNAV
Ein weiteres Kürzel, mit dem der interessierte Anleger häufig konfrontiert wird, lautet »PreNAV«. Dabei handelt es sich letztlich ebenfalls um den Wert pro Fondsanteil auf Basis der Schlusskursdaten. Anders als beim NAV wird der PreNAV jedoch nicht von der Depotbank des Fonds berechnet, sondern basiert auf Daten, die die Fondsgesellschaft für verlässlich hält. Somit handelt es sich beim PreNAV, anders als beim NAV, nicht um einen verbindlichen, mit der Depotbank abgestimmten Anteilspreis. Der PreNAV wird in der Praxis häufig genutzt, um bereits morgens vor Veröffentlichung des offiziellen NAV eine Grundlage für weiterführende Berechnungen zu haben. Da es sich beim PreNAV um keine offiziellen Daten handelt, übernimmt die Fondsgesellschaft hier hinsichtlich Richtigkeit und Vollständigkeit üblicherweise keine Gewähr.

Wie bereits erwähnt, werden ETFs börsentäglich fortwährend gehandelt. Somit müssen durchgehend handelbare An- und Verkaufspreise quotiert werden. Hier kommt nun der sogenannte indikative Nettoinventarwert (iNAV) ins Spiel: Auf Basis der durch die Marktentwicklungen laufend aktualisierten Kurse der Einzelpositionen im Fondsportfolio errechnet die Fondsgesellschaft (unter Berücksichtigung eines eventuell vorhandenen Kassenbestands) den aktuellen Wert des Fondsvermögens. Auch hier wird der berechnete Wert durch die Zahl der im Umlauf befindlichen Fondsanteile geteilt, um so den indikativen Wert pro Fondsanteil zu bestimmen. Ändert sich nun der Kurs eines Bestandteils des Fondsvermögens, so führt dies auch zu einer Veränderung des iNAV. Der indikative Nettoinventarwert stellt für Anleger also eine wichtige Kenngröße dar, denn durch ihn erhalten Marktteilnehmer eine detaillierte Momentaufnahme ihres Fondsvermögens, was grundsätzlich für Transparenz und faire Preise beim Handel von ETFs sorgt.

Rechtliche Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise.  

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Thomas Meyer zu Drewer

Thomas Meyer zu Drewer Thomas Meyer zu Drewer ist Geschäftsführer von Comstage, der ETF-Marke der Commerzbank. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit ETFs und Investmentfonds aus verschiedenen beruflichen Stationen sowohl im aktiven wie auch passiven Fondsmanagement.

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