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Gewinnmitnahmen nach Rekordhoch, aber Aktien bleiben aussichtsreich!

| Quelle: INV

Mit gut 12830 Punkten hat der Dax gestern schon wieder ein neues Allzeithoch markiert. Gute Vorgaben aus den USA am Freitagabend sowie der Ausgang der NRW-Wahlen sorgten direkt zum Handelsstart für steigende Kurse. Anschlusskäufe blieben dann zunächst allerdings aus. Stattdessen folgten Gewinnmitnahmen, die wahrscheinlich von den Terminbörsen ausgelöst wurden. Der dort gehandelte Dax-Future drehte nämlich fast genau auf Höhe seines bisherigen Rekordstands wieder nach unten. Begleitet wurde die Korrektur passenderweise von diesmal sehr optimistischen Privatanlegern, die an der Börse Stuttgart den ganzen Morgen lang massiv auf steigende Kurse spekuliert haben (ablesbar am Euwax-Sentiment). Aufwärts ging es dann aber erst wieder mit dem Start des US-Handels am Nachmittag,

Unabhängig davon scheinen die fundamentalen Aussichten für den deutschen Aktienmarkt weiter sehr positiv zu sein. So sehen es zumindest die Analysten von M.M. Warburg, die ihr Kursziel für den Dax in der vergangenen Woche auf 13400 Punkte angehoben haben. Damit hatte die bisherige Zielmarke gerade mal sechs Wochen Bestand. Ende März erst hatten die Strategen ihr Dax-Ziel von 12000 auf 12800 Punkte erhöht. Nun wurden also noch mal 600 Zähler draufgesattelt, was vor allem mit den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet wird, die anstelle der Politik nun wieder mehr in den Fokus der Marktteilnehmer rücken sollten.

Für die weltweite Konjunktur zeigen sich die Analysten aufgrund einer Vielzahl von positiven Frühindikatoren extrem zuversichtlich. Der über viele Jahre bewährte „Warburg-Konjunkturzyklusmodell“ empfiehlt derzeit eine Aktienquote von fast 100 Prozent signalisiert damit nach Aussage der Experten, „dass die Konjunkturampel immer noch auf grün steht“. Hinzu kommt, dass die im DAX notierten Unternehmen die Markterwartungen mit ihren Zahlen zum Startquartal in 80 bis 90 Prozent der Fälle übertroffen haben, weshalb die für die Zukunft prognostizierten Gewinne weiter angehoben wurden. In Folge dessen wurde auch das Dax-Ziel angepasst.

Ob sich Anleger auf der Marke von 13400 Punkten als potenzieller Jahresendstand nun festlegen sollten, wird allerdings selbst von den Analysten in Frage gestellt. Schließlich basiert diese Zahl auf Gewinnschätzungen, die exakt so wahrscheinlich nicht zustande kommen werden. Als weitere Grundlage dient ein als fair erachtetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14, was aber nicht jeder Marktteilnehmer so unterschreiben würde. In der Historie des Dax kam es beim historischen KGV außerdem zu erheblichen Schwankungen.

Letztendlich hilft die Studie bei Suche nach potenziellen Zielmarken also nur bedingt weiter. Sie zeigt aber, dass trotz neuer Rekordstände das fundamentale Umfeld für die Aktienmärkte weiter positiv ist und die in solchen Phase nicht untypische Angst vor deutlichen Korrekturen wahrscheinlich unbegründet ist. Passend dazu hier ein Auszug aus dem abschließenden Statement der Analysten: „Auch wenn eine Verschnaufpause am Aktienmarkt eigentlich mehr als überfällig ist, raten wir von einem Rückzug ab, weil es aus unserer Sicht keine wirklich guten Argumente gibt, die für einen nachhaltigen Rücksetzer sprechen. Auch der bekannten Börsenregel „Sell in May“ wollen wir nicht folgen, weil der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Regel nicht erfolgreicher ist als ein Münzwurf“. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Investieren!

Thomas Koch

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