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Gold auf Allzeit-Hoch, Zinsklima im Keller

| Quelle: Dirk Hess | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das aktuelle Citi-Investmentbarometer liefert einige beachtenswerte Ergebnisse. Denn noch nie seit Beginn der Umfrage war die Quote der Goldbullen so hoch. Gleichzeitig erreichte auch der Anteil der Zinspessimisten neue Höchstwerte. Bei Aktien herrscht weiterhin Vorsicht.

Die vergangenen Wochen und Monate waren für die Finanzmärkte eine bewegte Zeit – und das spiegelt sich auch im aktuellen Citi-Investmentbarometer wider.  Bemerkenswert sind vor allem zwei Stimmungstrends. Da ist zum einen die Renaissance von Gold. Wie die jüngste Erhebung zeigt, ist die mittelfristige Stimmung für das gelbe Edelmetall weiter gestiegen und hat nunmehr einen neuen Höchstwert erreicht. Rund 61 Prozent der befragten Anleger gehen davon aus, dass der Goldpreis auf Sicht von zwölf Monaten zulegen wird. Das ist im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 12 Prozentpunkten und der höchste je ermittelte Wert seit der erstmaligen Erhebung des Citi-Investmentbarometers vor mittlerweile knapp neun Jahren.

 

Sehnsucht nach einem „sicheren Hafen“

Nach Erklärungen für die Renaissance von Gold muss nicht lange gesucht werden. Immerhin haben die geopolitischen Risiken zuletzt deutlich zugenommen. Man denke nur an den Angriff auf saudische Ölraffinerien. Aber auch ein harter Brexit schwebt nach wie vor wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Hinzu kommt der Handelsstreit zwischen den USA und China, der mittlerweile das globale Geschäftsklima erfasst hat und nunmehr die Weltwirtschaft auszubremsen droht. Schließlich haben auch die Notenbanken mit ihren jüngsten Lockerungsbeschlüssen zum Stimmungsaufschwung bei Gold beigetragen. Die EZB senkte den Einlagenzins von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent und hat darüber hinaus ein neues, unbefristetes Anleihekaufprogramm angekündigt. Und auch die US-Notenbank Fed befindet sich mit ihrer jüngsten Leitzinssenkung um 0,25 Basispunkte auf einem Lockerungskurs.

 

Stimmungscrash bei den Zinsen

Mit verzinslichen Anlagen dürfte also auf absehbare Zeit weiterhin keine Rendite zu erzielen sein. Zumindest nicht in der Eurozone. Das führt zum zweiten großen Stimmungstrend beim aktuellen Citi-Investmentbarometer. Denn wie die Umfrageergebnisse zeigen, rechnen mittlerweile 35 Prozent der Anleger auf Sicht von zwölf Monaten und sogar 38 Prozent auf Sicht von drei Monaten mit weiter fallenden Zinsen in Europa. Bemerkenswert ist das deshalb, weil sich damit der Anteil der Zinspessimisten im Vergleich zum Vorquartal verdoppelt hat. Noch nie seit Start der Stimmungsumfrage war deren kurzfristige als auch mittelfriste Quote so hoch. Erwähnenswert ist, dass die Zinssenkung durch die Fed am 18. September 2019 außerhalb des Erhebungszeitraums (2. bis 15. September 2019) lag. Die Anleger haben also ein gutes Näschen bewiesen und den Zinsschritt korrekt vorhergesehen.

 

Aktiensentiment bleibt gedrückt

Und was erwarten die Investoren von den europäischen Aktienmärkten? Hier ist der Anteil der Bullen nach wie vor relativ gering. Kurzfristig, also auf Sicht von drei Monaten, rechnen lediglich 23 Prozent mit steigenden Kursen. Das ist immerhin eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorquartal (17 Prozent). Gleichwohl geht der große Rest von stagnierenden (47 Prozent) oder gar fallenden Notierungen (30 Prozent) aus. Die Mehrheit der Anleger scheint der jüngsten Kurserholung also nicht zu trauen. Auf mittlere Sicht ist das Sentiment mit einer Bullenquote von 30 Prozent zwar etwas besser. Im Vorquartal lag der Anteil hier aber noch bei 39 Prozent. Ein ähnliches gedrücktes Stimmungsbild weisen US-Aktien auf. Auch in dieser Kategorie haben sich die kurzfristigen Einschätzungen zwar etwas verbessert, die mittelfristigen Erwartungen waren jedoch auch hier leicht rückläufig.

 

Als Fazit aus der jüngsten Erhebung lässt sich festhalten: Der Optimismus für Gold hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Zinsentwicklung wird dagegen zunehmend pessimistisch eingeschätzt. Somit sind auch die Erwartungen hinsichtlich der Opportunitätskosten für Gold weiterhin niedrig, was den Optimismus zusätzlich befeuern könnte.

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Dirk Heß

Dirk Heß Dirk Heß, Finanzexperte der Citi, schreibt regelmäßig zu aktuellen Markt- und Derivate-Themen. Als Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei Citigroup Global Markets Europe besitzt er langjährige Expertise in allen Fragen rund um Börse und Investments. In seinem regelmäßigen Kommentar gibt Dirk Heß fundiertes Fachwissen weiter.

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