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Gold: Neuer Rekord in Deutschland

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Goldschatz der Bürger in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Privatleute in Deutschland besitzen mittlerweile die Rekordmenge von 8.918 Tonnen des Edelmetalls – davon gut die Hälfte (4.925 Tonnen) in Form von Barren und Münzen, knapp 4.000 Tonnen sind Gold-Schmuck.

Diese Zahlen haben Forscher der Steinbeis-Hochschule für die Reisebank auf Basis einer repräsentativen Befragung von 2.000 Erwachsenen errechnet. Seit der vorigen Erhebung dieser Art aus dem Jahr 2016 wuchs der Goldschatz der Privathaushalte in Deutschland um 246 Tonnen.

Rechnet man die Goldreserven der Bundesbank hinzu (Ende 2018: 3.370 Tonnen), sind 6,5 Prozent der weltweiten Goldvorräte in deutschem Besitz. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie Anfang April hatte dieser Goldschatz einen Wert von gut 458 Milliarden Euro. Auf der Welt wurden bis heute insgesamt rund 12.288 Tonnen Gold aus der Erde geholt. 

"Im europäischen Vergleich haben die Deutschen beim Goldbesitz eine führende Position inne. Vergangene Studien haben gezeigt, dass Deutschland bei der Gesamtmenge vorne liegt, der Pro-Kopf-Besitz jedoch in Italien etwas stärker ausgeprägt ist", erklärt Studienautor Jens Kleine vom Steinbeis Research Center for Financial Services.

Neuer Höchststand bei Xetra-Gold

Drei Viertel der Bundesbürger (74 Prozent) besitzen der neuen Studie zufolge Gold in Form von Schmuck, physisch in Form von Barren oder Münzen oder mittelbar über ein spezielles Gold-hinterlegtes Wertpapier wie Xetra-Gold +1,37% (von der Deutschen Börse AG +1,53%) oder Euwax Gold +1,42% (Börse Stuttgart).

Die Deutsche Börse verzeichnete zum Jahresende 2018 einen neuen Höchststand bei der Gold-Nachfrage: Fast 181,5 Tonnen des Edelmetalls lagerten seinerzeit in den Tresoren des Konzerns in Frankfurt und damit gut sieben Tonnen mehr als ein Jahr zuvor. Für jede Xetra-Gold-Anleihe, die Anleger zeichnen, wird ein Gramm des Edelmetalls im Tresor der Deutschen Börse hinterlegt. Zumeist lassen Anleger das Gold bei der Börse hinter dicken Mauern lagern. 4,95 Tonnen ließen sich Xetra-Gold-Zeichner seit Einführung dieser börsengehandelten Schuldverschreibung 2007 ausliefern.

"Im Bereich der Geldanlage ist Gold eines der wenigen Produkte, die dem Kunden ein haptisches Erlebnis vermitteln", sagt Studienautor Kleine. "Insgesamt lässt sich feststellen, dass aus Sicht der Anleger physische Goldanlagen wesentlich attraktiver sind als wertpapierbasierte Goldanlagen und dass die Nachfrage in den vergangenen Jahren unverändert hoch ist."

Jeder Deutsche hält Gold für 2.600 Dollar – ohne Schmuck

Im Schnitt nennt jeder Bundesbürger über 18 Jahre der Studie zufolge 58 Gramm Goldschmuck und 71 Gramm des glänzenden Edelmetalls in Form von Barren oder Münzen sein Eigen. Bei einem aktuellen Goldpreis von 36,50 Euro pro Gramm halten Deutschlands Bürger im Schnitt also Barren- und Münz-Gold im Wert von knapp 2.600 Euro. Die regionalen Unterschiede sind groß: In Süddeutschland liegen im Schnitt pro Anleger 89 Gramm Gold als Anlage in den Tresoren, in Ostdeutschland sind es 55 Gramm.

Jeder vierte Befragte (25 Prozent) gab an, er habe in den vergangenen zwei Jahren Gold gekauft. Im Schnitt wurden 4.730 Euro investiert. Gut die Hälfte der Anleger hat sich dabei für Barren erwärmt (46,5 Prozent klassische Goldbarren und 4,7 Prozent Tafelbarren), ein gutes Drittel setzt auf die optisch meist schöneren Goldmünzen. Der Zahl der Goldkäufer steht eine deutlich geringere Zahl gegenüber, die ihr Gold veräußert haben. Das waren in diesem Zeitraum nur elf Prozent

Gut 78 Prozent der Goldbesitzer wollen ihre Bestände weiter aufstocken. Wer in Gold investiert, schätzt daran, dass das Edelmetall trotz Preisschwankungen seinen Wert auch in Krisenzeiten nie ganz verliert.

Marktbeobachter sahen in den vergangenen Monaten gute Chancen für einen steigenden Goldpreis im laufenden Jahr. "Es gibt mehrere Indikatoren dafür, dass der Goldpreis 2019 steigen könnte", hatte der nach eigenen Angaben weltweit größte Edelmetalldienstleister Heraeus Precious Metals Anfang Februar prognostiziert. Unter anderem die Wirren um den Brexit und Handelskonflikte sorgen für Unsicherheit und könnten die Nachfrage nach Gold als "sicherem Hafen" ankurbeln.

Gold künftig weiter im Aufwind

Der Rekordwert von 1.921 US-Dollar je Feinunze (31 Gramm) – erreicht im Jahr 2011 – ist derzeit außer Reichweite. Nach der Flaute auf dem Goldmarkt im vergangenen Jahr rechnen die Heraeus-Experten für 2019 mit einem Goldpreis in einer Bandbreite von 1.225 und 1.450 Dollar. Am Dienstag wurde eine Feinunze Gold +1,30% bei 1.285 Dollar (etwa 1.135 Euro) gehandelt (vergleiche Chart unten). Bei 1.280 Dollar trifft der Goldpreis auf technische Unterstützung, nach oben behinderte zuletzt die 50-Tage-Linie bei 1.305 Dollar einen weiteren Aufschwung.

Der Wert des deutschen Goldschatzes dürfte weiter steigen. Allerdings gibt es auf Gold weder Zinsen noch Dividenden. In der Summe legen Privathaushalte in Deutschland daher doch nur ein Bruchteil ihres Vermögens in Edelmetall an. Zum Vergleich: Allein das Geldvermögen der Menschen hierzulande kletterte nach Zahlen der Bundesbank im dritten Quartal 2018 erstmals über die Marke von sechs Billionen Euro. Immobilien sind in dieser Zahl nicht einmal berücksichtigt.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Goldpreis (Feinunze in US-Dollar)
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Long  DC6S5Y Gold Wave L 1410 2019/09 (DBK) 12,397
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