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Gold und Silber: Geht der Höhenflug noch weiter?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Goldpreis legte in den vergangenen Tagen einen Höhenflug hin. Am Mittwoch hat der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) am Terminmarkt erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 1.500 US-Dollar geknackt. In der Nacht zum Donnerstag stieg der Preis für das Edelmetall zeitweise bis auf 1506 Dollar (siehe Chart unten) und damit auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2013. Auf Euro-Basis ging es bis auf 1.340 Euro nach oben. 

Die Dynamik der Preisentwicklung ist beachtlich und zeigt Ähnlichkeiten mit dem Rekordanstieg im Jahr 2011. Allein seit Anfang Juni hat Gold in US-Dollar etwa 17 Prozent an Wert gewonnen. Auch der Silber-Preis zog kräftig an und überschritt erstmals seit Sommer 2018 die Marke von 17 Dollar. 

Ähnlich schnell wie in den vergangenen Wochen ist der Goldpreis bisher nur einmal in der langen Handelsgeschichte des begehrten Edelmetalls gestiegen. Vor etwa acht Jahren war das. Damals trieb die Folge der schweren Finanzkrise den Goldpreis auf ein Rekordhoch von 1.921 Dollar je Feinunze. 

Handelsstreit und sinkende Zinsen treiben Edelmetalle

Stärkster Preistreiber bleibt die Sorge vor den Folgen des eskalierenden Handelskonflikts zwischen China und den USA. Diese treibt die Anleger in sichere Anlagehäfen, zu denen auch Gold gezählt wird. "Gold ist auf dem Weg in neue Sphären", beschrieb Rohstoff-Experte Daniel Briesemann von der Commerzbank die Lage. Wie stark das Edelmetall als sicherer Anlegehafen gefragt ist, zeigten die "andauernden ETF-Zuflüsse". Dabei handelt es sich um Wertpapiere, die es ermöglichen, in Gold zu investieren, ohne es lagern zu müssen. Auch viele Goldminen-Aktien zogen an.

Die starke Nachfrage nach Gold wird aber auch mit sinkenden Zinsen erklärt. Nachdem die US-Notenbank Fed den Leitzins Ende Juli erstmals seit mehr als zehn Jahren gesenkt hatte und weitere Senkungen in Aussicht stellte, folgten am Mittwoch verschiedene Notenbanken aus dem asiatisch-pazifischen Raum dem Beispiel, darunter die Zentralbank von Indien. Am Donnerstag senkte auch Thailand die Leitzinsen - ebenfalls ein Land, in dem gerne Gold gekauft wird. Da Gold keine Zinsen bringt, wird das Edelmetall bei den aktuellen Mini-Zinsen für Anleger attraktiver. 

Bis Juni noch Gewinnmitnahmen beobachtet 

Edelmetall-Händler Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus berichtete von einer zuletzt steigenden Nachfrage vor dem Hintergrund der jüngsten Turbulenzen. Seiner Einschätzung nach hatten Investoren den Beginn des jüngsten Höhenflugs des Preises im Juni noch für Gewinnmitnahmen genutzt, also Gold verkauft. 

Eine Beschreibung, die auch vom Rohstoff-Händler Oliver Heuschuch von Degussa Goldhandel geteilt wurde, der auch von vermehrten Gewinnmitnahmen im Juni und teilweise auch im Juli sprach. "Erst gegen Ende Juli kamen die Goldkäufer wieder verstärkt in den Markt", sagte Heuschuch.

Im andauernden Höhenflug brauchte der Goldpreis etwas mehr als zwei Monate, um die Spanne von 1.300 Dollar bis 1.500 Dollar zu bewältigen. Bei der Rekordjagd im Jahr 2011 hatte es etwa sieben Monate gedauert, bis diese Wegstrecke überwunden war. Dann dauerte es noch einmal etwa vier Monate, bis der Goldpreis sein bisheriges Allzeithoch im September 2011 erreicht hatte. 

Allerdings standen die Finanzmärkte damals unter dem Eindruck der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg und der sich zuspitzenden Euro-Schuldenkrise. Augenblicklich herrscht an den Finanzmärkten zwar die Sorge vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China, auf eine schwere Wirtschaftskrise deutet aber bisher nichts.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Gold (Feinunze in US-Dollar, Terminmarkt)
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