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Goldpreis setzt Aufschwung beschleunigt fort

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Goldpreis kann im neuen Jahr an die deutlichen Gewinne vom Dezember anknüpfen. Marktbeobachter begründeten den aktuellen Kursanstieg unter anderem mit geopolitischen Risiken, die an den Finanzmärkten wieder stärker in den Vordergrund rückten. Bereits zum Jahreswechsel hatten sich unter anderem die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verstärkt. Der tödliche US-Raketenangriff auf einen hochrangigen Iran-General verschärft die Lage in der Region massiv.

Zum Jahreswechsel hatten militante Demonstranten die US-Botschaft im Irak angegriffen. Die Vereinigten Staaten machen den Iran für die jüngsten Ausschreitungen in Bagdad verantwortlich. Die Führung in Teheran wies den Vorwurf jedoch vehement zurück. Außerdem stehen im Streit um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas die Zeichen erneut auf Konfrontation. Die kommunistische Diktatur sieht sich grundsätzlich nicht mehr an ihr Moratorium für Tests von Atombomben und Interkontinentalraketen gebunden.

Update: In der Nacht zum Freitag nun der US-Schlag. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad hat die oberste Führung in Teheran den USA "schwere Rache" angedroht.

Gold auf Dreieinhalb-Monats-Hoch

Am ersten Handelstag des neuen Jahres zog der Goldpreis auf den höchsten Stand seit über drei Monaten an, am Freitag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise auf über 1.550 US-Dollar (bzw. 1.390 Euro) an. Damit war das gelbe Edelmetall auf Dollar-Basis so wertvoll wie seit September nicht mehr (siehe Chart).

Seit den Weihnachtsfeiertagen hat der Goldpreis um gut drei Prozent zugelegt. Eine Ursache für den Preisanstieg sind auch jüngste Kursverluste des US-Dollar. Weil Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere amerikanischen Währung das Edelmetall in Ländern außerhalb des Dollarraum günstiger und stützt somit die Nachfrage. Am Donnerstag ist jedoch eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten: Der US-Dollar legt parallel zum Goldpreis zu.

Russland, China und Türkei größte Käufer

Als größter Goldkäufer in diesem Jahr gilt die russische Zentralbank, gefolgt von der Notenbank in China. Nach Angaben des Branchenverbands WGC zählte auch die Zentralbank der Türkei zu den führenden Käufern am Goldmarkt. Die mit Abstand größten Goldreserven der Welt lagern jedoch in den Tresoren der US-Notenbank Fed, gefolgt von den Beständen der Deutschen Bundesbank.

Auch wenn die Gefahr eines ungeregelten Brexits mittlerweile als vorerst gebannt gilt und obwohl sich die USA und China auf ein Abkommen zur Entschärfung des Handelskonflikts einigen konnten, gibt es nach wie vor Risiken für die Finanzmärkte. Für Gabor Vogel, Analyst bei der DZ-Bank, Grund genug, dass "die strukturelle Goldnachfrage hoch bleiben dürfte".

Experte Vogel rechnet bis Ende 2020 mit einem Anstieg des Goldpreises bis 1.600 Dollar. Rohstoff-Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank erwartet einen etwas geringeren Anstieg auf 1.550 Dollar. Experte Thorsten Polleit von Degussa Goldhandel geht etwas weiter als beide und hält einen Preis "bei ungefähr 1.700 Dollar oder höher" für realistisch.

12-Monats-Chart Gold (Feinunze in US-Dollar)


Erstmals mehr als 200 Tonnen Xetra-Gold

Die zuletzt verstärkte Nachfrage nach Gold hat auch den Bestand des Edelmetalls bei der Deutschen Börse kräftig angetrieben. Gut 203 Tonnen Gold lagerten zum Jahreswechsel in den firmeneigenen Tresoren in Frankfurt, teilte die Deutsche Börse -2,90% am Donnerstag mit. Anfang Januar 2019 waren es noch 181,5 Tonnen gewesen.

Neues Gold kommt immer dann hinzu, wenn Anleger die sogenannte Xetra-Gold-Anleihe erwerben. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Derzeit hat der Goldbestand einen Wert von 8,8 Milliarden Euro - ebenfalls ein Höchststand.

Gold-Investment teilweise als Absicherung für Aktien

Gold gilt in turbulenten Zeiten für Anleger als sicherer Hafen. Zudem werfen Sparbuch oder Tagesgeld wegen der extrem niedrigen Zinsen kaum noch etwas ab. Investments in Gold, das weder Zins noch Dividende abwirft, sind daher trotzdem attraktiv für Sparer. Zugleich verunsichern geopolitische Risiken wie Handelskonflikte die Anleger. 2019 hat Gold in US-Dollar gerechnet rund 18 Prozent zugelegt.

Der Deutsche Aktienindex DAX -3,19% stieg im vergangenen Jahr um mehr als 25 Prozent. "Mit dem deutlichen Plus an den Aktienmärkten haben institutionelle und private Investoren auch ihren Goldbestand zur Absicherung aufgestockt", sagte Michael König, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities, der Emittentin von Xetra-Gold.

Mancher Anleger lässt sich sein Gold auch nach Hause liefern: Seit der Einführung von "Xetra-Gold" 2007 haben Anleger davon 1.065 Mal Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden dabei nach Angaben der Deutschen Börse 5,2 Tonnen Gold ausgeliefert. Auch die Börse Stuttgart bietet ein börsengehandeltes Wertpapier auf Gold-Basis an ("Euwax Gold"). (Mit Material von dpa-AFX)

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