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Großes Kino in der Streamingindustrie

| Quelle: Marcus Landau | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Filme und Serien bequem übers Internet in den eigenen vier Wänden anzusehen wird immer beliebter – zur Freude der Streaming-Anbieter. Zugleich wird für den Platzhirsch Netflix die Konkurrenz größer. Mit Disney und Apple drängen zwei neue Schwergewichte auf den Markt.

Lange ist es her, die Älteren unter uns werden sich erinnern: Früher gab es hierzulande nur drei (öffentlich-rechtliche) TV-Programme. Als sich dann in den 1980er-Jahren das Privatfernsehen etablierte, wurde es vielfältiger, wofür insbesondere die Blockbuster, also kommerziell sehr erfolgreiche Kinoproduktionen, sorgten. Und heute? Das Videostreaming per Internet stellt die klassische Fernsehwelt auf den Kopf. Geschaut wird auf dem Fernseher, Notebook, Tablet oder dem Smartphone – und das im Gegensatz zum herkömmlichen Fernsehen ohne Werbeunterbrechungen. Und dabei muss sich zeitlich niemand mehr nach dem TV-Programm richten, sondern kann Filme und Serien jederzeit übers Netz streamen. Die Inhalte werden dabei nicht dauerhaft auf den Endgeräten der Nutzer gespeichert, sondern stehen auf den Servern der jeweiligen Inhalte- oder Plattformanbieter zum Abruf zur Verfügung. Viele aus der Film- und Fernsehbranche halten das Videostreaming für eine Revolution und sprechen vom größten Umbruch seit der Erfindung des Tonfilms in den 1930er-Jahren.

 

Anzahl der Streaming-Nutzer steigt

Immer mehr Menschen gehen dazu über, Filme, Serien und Videoclips im Netz abzurufen und sind auch bereit dafür zu bezahlen. Führende Anbieter wie Netflix, Sky, Maxdome und Amazon Prime haben tausende Filme und zunehmend auch selbstproduzierte Serien im Angebot. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr 19,4 Millionen Videostreaming-Nutzer. 2019 sollen es 20,2 Millionen und 2020 20,8 Millionen werden. In den USA ist die Anzahl der Haushalte, die ihre Verträge bei Kabel-TV-Anbietern gekündigt haben, in den vergangenen acht Jahren um rund 50 Prozent gestiegen.

 

Netflix ist der weltgrößte Streaming-Anbieter. 2018 erzielte das US-Unternehmen mit etwa 150 Millionen Abonnenten einen Umsatz von 15,8 Milliarden US-Dollar – 7,7 Milliarden davon in den USA; der Gewinn belief sich auf 1,2 Milliarden Dollar. Jedoch schwächte sich das Abo-Wachstum bei Netflix im bisherigen Jahresverlauf gegenüber den Vorjahren ab. Wesentlicher Grund dafür ist der steigende Druck durch die wachsende Konkurrenz und eine Erhöhung der Abogebühren. Durch den jüngsten Einstieg von etablierten Markenunternehmen wie Walt Disney, das im März die Filmproduktionsgesellschaft Century Fox gekauft hat, und Apple mit Apple TV+, ist die Vormachtstellung des Branchenprimus gefährdet. Zudem rütteln Unternehmen wie Alphabet (Google) mit dem Videoportal YouTube und Amazon mit Prime-Video ebenfalls am Thron von Netflix.

 

Disney und Apple als neue Konkurrenz zu Netflix

Da die technischen Voraussetzungen (Internet-Breitbandanschluss) nahezu identisch sind, kann sich Netflix von den Wettbewerbern im Grunde nur durch sehr niedrige Preise und einem Angebot mit exklusiven aber teuer zu produzierenden Inhalten abgrenzen. Bald dürfte das Motto „Content and Cash is King“ gelten, wobei sich ein harter und kostspieliger Kampf um angesagte Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren anbahnt. Zur Erinnerung: Apple gehört seit Jahren zu den Unternehmen mit dem weltweit höchsten Börsenwert. Der Konzern verfügt über eine Nettoliquidität von über 100 Milliarden US-Dollar und dürfte damit in der Lage sein, bekannte Gesichter aus dem Filmgeschäft für sich zu gewinnen.

Entsprechend könnte die stärkere Konkurrenzsituation auch als Erklärung für die schwache Performance der Netflix Aktie der letzten Monate herangezogen werden. Inzwischen scheint sich der Kurs zu erholen - wie nachhaltig der aktuelle Aufwärtstrend ist, bleibt jedoch abzuwarten.

 

Optionsscheine auf Netflix

Die Netflix-Aktie notiert aktuell bei rund 288 US-Dollar. Für Anleger, die davon ausgehen, dass sich der Platzhirsch an der Spitze behaupten und entsprechend gute Geschäftszahlen liefern wird, könnten Call-Optionsscheine auf Netflix interessant sein. Beispielsweise der Schein der DZ BANK (WKN: DF7PC0), der Mitte Juni 2020 ausläuft. Der Basispreis beträgt 280 Dollar und der Hebel liegt aktuell bei ungefähr 5. Wer hingegen schwächere Netflix-Kurse erwartet, der kann sich entsprechende Put-Optionsscheine genauer ansehen. Etwa den Put-Schein der DZ BANK (WKN: DF741R), der ebenfalls bis Mitte Juni 2020 läuft. Der Basispreis liegt bei 325 US-Dollar; der Hebel beträgt rund 8. Wie bei allen Optionsscheinen wirkt der Hebel bei den genannten Produkten in beide Richtungen. Erfüllt sich die Markterwartung der Anleger nicht, können Verluste des eingesetzten Kapitals möglich sein, bis hin zum Totalverlust.

Es bleibt spannend, wie sich der Streaming-Markt im Einzelnen entwickeln wird: Angesichts des weiterhin großen Marktpotenzials und der wachsenden Konkurrenz dürfte es im Sektor reichlich Bewegung geben und damit auch für Anleger interessant bleiben.

Stand: 25.11.2019       Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte der DZ BANK

 

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Marcus Landau

Marcus Landau Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf.

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