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Grünen-Chef Habeck: Regierung sollte Nord Stream 2 beerdigen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, über ihre Drohungen hinauszugehen und den Ausstieg aus der umstrittenen Pipeline Nord Stream 2 zu besiegeln. Angesichts des Anschlags auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny könne kein "business as usual" erfolgen, erklärte Grünen-Parteichef Robert Habeck.

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über ihren Sprecher ausrichten lassen, dass sie wegen des Anschlags auf Nawalny Konsequenzen für das vornehmlich russisch-deutsche Gaspipelineprojekt nicht länger ausschließe. In den vergangenen Tagen hatte sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ähnlich geäußert. Allerdings seien diese Äußerungen lediglich "halbseiden", so Habeck.

Sie eröffnen einen Ahnungsraum an einer Stelle, wo Klartext gesprochen werden muss. Deswegen erwarte ich von der Bundesregierung, dass sie Nord Stream 2 beerdigt", erklärte Habeck. "Diese Pipeline spaltet Europa, sie ist ökologisch unsinnig und überdimensioniert und sie ist sicherheitspolitisch falsch. Sie jetzt durchzuziehen, den Bau abzuschließen und den Betrieb zu genehmigen, hieße dass Russland machen kann was es will. Dieses Signal darf nicht gesendet werden."


Linke gegen Ende von Nord Stream 2

Die Linkspartei betonte hingegen erneut, dass sie gegen ein Baustopp der Gasröhre sei. Damit würde ein ganzes Land oder die ganze Bevölkerung "in Geiselhaft" genommen für etwas, das einige wenige begangen hätten, sagte Linken-Chef Bernd Riexinger am Montag. "Aus guten Gründen haben wir Energiepartnerschaft und Energiebeziehungen zu Russland aufgebaut. Wir brauchen auch für die Übergangszeit sauberes Gas", so Riexinger. Auch sei es "kein Geheimnis", dass die USA "billiges Fracking-Gas" an Deutschland verkaufen wollten und Druck für eine Beendigung der Gaspipeline machten.

Ein Stopp von Nord Stream 2 könnte zu wirtschaftlichen Schaden bei mehr als 100 Unternehmen aus zwölf europäischen Ländern führen, von denen laut Bundesregierung etwa die Hälfte aus Deutschland stammt. Die etwa 2.100 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll Gas direkt von Russland nach Deutschland bringen und ist nahezu fertig gestellt. Das Nord-Stream-2-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5 Milliarden Euro schweren Projekts aufbringt. Zu den Beteiligten gehören die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

END) Dow Jones Newswires

September 07, 2020 08:50 ET ( 12:50 GMT)

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