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Hans A. Bernecker: Der Umkehrschluss

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Bis vor drei Tagen war die Mehrzahl aller Analysten und Kommentatoren der Meinung, dass alle Kursgewinne seit Anfang Januar eine Bärenmarkt-Rally darstellen. Mit dem Verlauf der letzten drei Tage ist dies infrage gestellt. Alles etwas zu schnell, aber ein sichtbares Zeichen dafür, wie viel Geld in Reserve steht, um investiert zu werden. Der Umkehrschluss liegt in einem anderen Sachverhalt: Das alle Kurse sprunghaft steigen, nachdem sie alle im gleichen Tempo gefallen sind, ist ein alter Hut. Das war im Frühjahr 2003 exakt das Gleiche und noch deutlicher im Frühjahr 2009 in der damaligen Untergangsstimmung, an die sich die meisten noch erinnern. Doch diesmal war der vorausgehende Verlauf wohl etwas komplizierter, aber er beruhte auf Erkenntnissen, die einer der berühmtesten Nationalökonomen, Adam Smith, schon zumindest angedacht hat. Es geht um die Theorie der Erwartungshaltung aller Mitglieder in einer Wirtschaft - also sowohl Unternehmer wie Verbraucher. Diesmal fast einmalig und vorbildlich: Nach der rasanten Trump-Rally ab November 2016 waren mehr oder weniger alle Märkte überzogen. Darin steckten Erwartungen auf die Visionen von Donald Trump, die in den USA teilweise erfüllt wurden (Steuerreform), teilweise waren sie Luft. Die Europäer stiefelten allesamt hinterher, aber ab dem eröffneten Zollkonflikt begann die Angstphase. Dazu kam der Brexit mit seinen berühmten Ängsten aller Art und daraus entstand eine Erwartungswelle mit negativen Vorzeichen. Was folgt daraus? Wer Angst hat, wird als Unternehmer darauf verzichten, zu investieren. Er wird seine Lagerhaltung überprüfen, seine Finanzierungsbedingungen, seine Kunden in ihrer Bonität und/oder Abnahmebereitschaft. Jeder Verbraucher handelt ähnlich. Es sei denn, dass er so viele Lohnerhöhungen bekommt, dass er auf hohem Niveau für stabile Nachfrage sorgt. Erst in den letzten drei oder vier Monaten wurde es auch auf dieser Seite etwas bedenklicher. Kurzum: Alle Erwartungen wurden Stück für Stück durchweg negativer und das ergab eine Börsenbaisse mit rund 25 % DAX-Verlust ohne wirklichen Grund. Als erkennbar wurde, dass in beiden Themen keine wirkliche Gefahr steckt, sondern nur ein angemessenes Risiko, veränderte sich auch die Erwartungshaltung. Das Ergebnis ist in den Kursen leicht nachvollziehbar, obwohl die realen Daten sich kaum verändert haben. Das ist der Punkt, um den es in der Theorie der Erwartungshaltung geht. Unschwer vorauszusagen ist: Jetzt müssen alle ihre Denkansätze oder Positionen überprüfen und dann gilt der alte Börsenspruch: Geht Butter, geht Käse. Das konnten Sie in dieser Woche wirklich von A bis Z in allen Varianten nach vollziehen. Wer lag richtig? Nur derjenige, der diese Theorie schlicht und einfach umgesetzt hat. In mehrere Tabellen haben wir mit sogenannten Auffangkursen die wichtigsten Papiere zusammengefasst, die typisch für den deutschen Markt sind. Im Wesentlichen Unternehmen, die Industriegüter herstellen, angefangen vom Bohrer bis zum Auto oder Softwareprodukten aller Art. Das Ergebnis bis jetzt lässt sich sehen. Wer noch cleverer war, hebelte das Ganze und kaufte statt Aktien Optionsscheine verschiedener Art und Größe, womit er bis heute ab Anfang Januar etwa das Dreifache als Gewinn erreicht hat. Ganz simpel! Woran erkennen Sie einen guten Börsenanalysten? Zunächst daran, dass er Ihnen sehr sorgfältig und umfangreich erklärt, warum Sie diese oder jene Aktie kaufen sollten. Wenn es nicht aufgegangen ist, erklärt er Ihnen ebenso sorgfältig, warum das, was er bergründet hatte, falsch war. Doch er wird nicht sagen: „Ich habe mich geirrt.“ Börsianer lesen Briefe aus unserem Hause unter www.bernecker.info im Abo oder unter www.boersenkiosk.de im Einzelabruf!
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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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